# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S263 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 263 — zuerſt gegründeten, indem der dortige Häuptling Noktſchikeme dem Chriſtenthume bisher nicht hat gewonnen werden können und den ganzen Stamm beeinflußt. Seit 1851 wurde Herr Miſſionar Mießler dem Hrn. Paſt. Baierlein zur Hilfe geſandt und ſeitdem von Beiden eifrig dahin gewirkt, die Indianer ohne Hilfe eines Dolmetſchers unterrichten zu können, ihnen auch in ihrer eigenen Sprache eine Fibel, Leſebuch und die Bibel zu geben. Im vorigen Jahre ſchon arbeitete Herr Miſſionar Baierlein eine Indianerfibel aus, die Uebungen im Leſen ein⸗ bis ſiebenſylbiger Wörter nebſt dazu gehörigen Leſe⸗ ſtücken, einen Abriß der bibliſchen Geſchichten A. u. N. T., eine Auswahl von den durch den Miſſionar überſetzten Liedern, als: „Die helle Sonn' leucht' jetzt herfür ꝛc., „Der du biſt drei in Einigkeit ꝛc.“ „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, „HErr IEſu Chriſt, dein theures Blut“, „O Lamm Gottes unſchuldig“, Schaff' in mir, Gott, ein reines Herz“, „Halt im Ge⸗ dächtniß IEſum Chriſt“, „Ich ſinge dir mit Herz und Mund“, „Liebſter IEſu, wir ſind hier, deinem Worte ꝛc.“, „Mitten wir im Leben ſind“, „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende“ und andere, die nach ihren Melodien geſungen werden, ſowie die zehn Gebote, den Glauben, das Vater Unſer, Luthers Morgen⸗ und Abendgebete und eine Collecte enthält. Dieſe Fibel ließ er in Detroit drucken und hat ſchon jetzt die große Freude, daß Einzelne, beſonders ein Jüngling Namens Johannes (der auf gegenwärtiger Synode war), das neue Teſtament leſen können, auch viele der Jüngeren ſich im Singen der Lieder üben. Genannter Johannes zeigt Fähigkeiten, als Lehrer ausgebildet werden zu können. Bisher war das Medium die engliſche Sprache, doch konnte in der letz⸗ ten Zeit Herr Miſſionar Baierlein die (vorher mit Hülfe des Dolmetſchers ausgearbeiteten) Predigten in der Indianerſprache ſelbſt vortragen. Außer den erwähnten Sprachleiſtungen zeichnete Herr Paſtor Baierlein ſich durch beſondere Regierungsgabe aus, eine Gabe, welche den Indianern gegenüber faſt unentbehrlich iſt. Daher leicht zu denken, daß in die Wegberufung des lieben Bruders nur ungern und mit großem Widerſtreben gewilligt worden iſt, nachdem auch die Indianergemeinde, faſt brechenden Herzens, dem Willen Gottes ſich gefügt hatte. Sehr wünſchenswerth wäre es geweſen, an Herrn Miſſionar Baierleins Stelle einen für die Miſſion eigends ausgebildeten, im Amte erprobten Mann zu berufen, und hatte deshalb der Präſes der Miſſions⸗Commiſſion Herrn Paſtor Diehlmann dafür zu gewinnen geſucht, was aber nicht gelang, und daher auf Herrn Miſſionar Mießler, dem aber noch ein Gehülfe zugegeben werden müßte, die Wahl ſich lenkte. Gut wäre es, die Indianer von Sheboyank, die von allen Seiten ein⸗ geengt und dadurch zum Auswandern bewogen werden möchten, mit den Indianern Bethaniens bekannt zu machen und ſie zum Anſchluß an dieſelben zu bewegen; ſo könnten dann beide Stationen zu Einer Parochie vereinigt werden und Einen Seelſorger haben, die übrigen geiſtlichen Kräfte aber, vielleicht mit herangebildeten Indianer⸗Zöglingen, zu einer Miſſion unter den in Minneſota wohnenden, die gleiche Sprache redenden, Tauſenden von Indianern verwendet werden. Die Miſſions⸗Commiſſion empfiehlt den Miſſionaren das eifrige Studium der Indianerſprache, bittet die Synode, dem Leipziger Collegium ausführliche Berichte zu ertheilen, und dankt für erhaltene Gaben. In Erwägung alles deſſen und was ſonſt von den gegenwärtigen Herren Miſſionaren mitgetheilt worden, beſchloß die Synode: