# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S262 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 262 — Heiden⸗Miſſion. Die Miſſionsſtation Sibiwaing iſt, nachdem Herr Paſtor Auch jahrelang vergeblich dort gearbeitet, von demſelben gänzlich aufgegeben worden. Nur die dort ſich bildende deutſche lutheriſche Gemeinde wurde noch mit Wort und Sacrament verſorgt. Vor etwa einem Jahre baten aber auch einige Indianer um Wiedereröffnung einer Schule, welche Bitte ſogleich be⸗ willigt wurde. Ungefähr 25 deutſche und einige wenige Indianer⸗Kinder beſuchen die Schule, welche Herr Miſſionar Röder hält, der den Herrn Paſtor Auch auch in den Paſtoralgeſchäften der deutſchen Gemeinde vertritt. Die Indianer jener Gegend ſollen mit dem Gedanken umgehen, von Sibi⸗ waing fortzuziehen. In Sheboyank iſt das Heidenthum überwunden. Seit dem vor zwei und einem halben Jahre erfolgten plötzlichen Heimgange des Herrn Miſſionar Mayer übernahm Herr Miſſionar Auch dieſe Station, unter⸗ ſtützt von Herrn Röder. Die von Herrn Miſſionar Baierlein gegründete Station Bethanien (Haus der Armuth) iſt nach ſchwachem Anfange und großen Kämpfen mit dem Heidenthum und Methodismus durch Gottes Gnade in einem hoffnungs⸗ vollen Zuſtande und das Heidenthum dort gebrochen. In den letzten Jahren erbaute der Miſſionar ein Blockkirchlein nebſt einem Miſſionshauſe unter einem Dache, und das vom Säulenthürmchen ertönende Glöcklein ruft jetzt die Gemeinde zum Gottesdienſte. Auch ein Gottesacker iſt angelegt. Das ganze unbewegliche und bewegliche Inventarium iſt circa 1100 Dollars werth. Die Gemeinde zählt mehr als 60 Seelen, von denen einige zum heiligen Abendmahle wohl recht bald zugelaſſen werden können. Die einzige, hier wohnende Amerikaner⸗Familie hat ſich der lutheriſchen Gemeinde angeſchloſ⸗ ſen. Die ſonntäglichen Gottesdienſte und die täglichen Abendgebetſtunden werden mit großer Liebe und chriſtlichem Ernſte beſucht, auch beweiſen im Verborgenen gegebene Liebesgaben, daß der Glaube kein todter Glaube iſt. Dieſe Indianer haben alle ihre heidniſchen Sitten abgelegt, Häuſer gebaut, Ackerbau begonnen und geben ſomit zu den ſchönſten Hoffnungen volle Berechtigung. Da Herr Paſtor Baierlein dieſer Gemeinde verſprochen hatte, nicht eher ſie zu verlaſſen, als bis ſein Nachfolger eingetroffen ſei, dieſes Verſprechen aber nicht erfüllen konnte, ſo fand ſich der Präſes der Miſſions⸗Commiſſion veranlaßt, mit ſeiner Familie hinzuziehen und einſtweilen Herrn Baierlein zu vertreten. Herrn Miſſionar Baierlein wurden auch $100 zu ſeiner Reiſe vorgeſchoſſen, welche derſelbe ſogleich nach ſeiner Ankunft in Leipzig zurück⸗ erſtatten wird. Für Verbeſſerung des Inventariums erhielt er $124.25. Mit dem Dolmetſcher James Gruet wurde contrahirt, daß derſelbe wöchentlich 5 Stunden Unterricht ertheilt, bei allen Gottesdienſten interpre⸗ tirt und den Miſſionar einen Tag wöchentlich bei Hausbeſuchen begleitet, wofür er monatlich $13.00 erhält. Andere Dienſte, Reiſen und dergleichen werden mit 75 Cts. per Tag und 12 Cts. pro Stunde bezahlt. Dieſer Con⸗ tract dauert bis zum 7. April 1854. Um die Miſſion vor Eingriffen zu ſichern, welche die Indianer zur Auswanderung zwingen möchten, empfiehlt die Miſſions⸗Commiſſion den Ankauf von etwa 400 Acker Land, und bittet die Synode, das dazu nöthige Geld vorzuſtrecken. Es iſt alſo im Allgemeinen die Macht des Heidenthums in den ver⸗ ſchiedenen Stationen bedeutend gebrochen, doch leider am wenigſten auf der