# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1856_S349 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Vermischte kirchliche Nachrichten. 349 nach abwesend waren, doch im Geiste mit ihr versammelt seien. Im „Lutheraner“ wird der vollständige Bericht erscheinen. Hier nur so viel: die Versammlung war eine überschwänglich reich gesegnete und ihr Ausgang berechtigte zu der Hoffnung, daß damit ein guter Grund zu endlicher Einigung aller treuen Lutheraner Nord-Amerika's durch Gottes Gnade gelegt worden sei. Im nächsten Jahre soll eine zweite Conferenz dieser Art, so Gott will am vierten Donnerstag im Oktober abgehalten werden. Die Miami Synode hielt zu Tarlton, Ohio, in der ersten Woche des Juni ihre Jahresversammlung und erklärte einmüthig, daß sie die ursprüngliche Augsb. Conf. insoweit annehme, als sie (die Synode) zugleich die darin befindliche Billigung gewisser Ceremonien bei der Messe, die darin gelehrte Privat-Beichte und Absolution, die darin ausgesprochene Leugnung der göttlichen Verbindlichkeit des christlichen Sabbaths und darin enthaltene Lehre von der Wiedergeburt durch die Taufe, und von der realen Gegenwart des Leibes und Blutes des Heilandes in der Eucharistie — verwerfe! Die Hartwick Synode des Staates New York hat in ihrer letzten, diesjährigen Versammlung die Erklärung gegeben, daß sie an der Lehrgrundlage der sogenannten Generalsynode festhalte und daher anerkenne, daß nur die Fundamentallehren des Wortes Gottes und auch diese nur in einer wesentlich correcten Weise in den Lehrartikeln der Augsburgischen Confession vorgetragen seien. Für solche Fundamentallehren erkläre sie die Artikel von Gott, der Dreieinigkeit, Gottheit Christi, dem menschlichen Verderben, dem Sohne Gottes und seinem Mittlerwerk, der Buße, Rechtfertigung, dem Gehorsam als einem Erweise unseres Glaubens, der Auferstehung, dem zukünftigen Gericht und von einem Zustand der Belohnung und Bestrafung in einem zukünftigen Leben. Andere Artikel will die Synode annehmen, wenn sie recht verstanden und ausgelegt werden; sie verwirft aber „die römische (!) Lehre von der realen Gegenwart oder der Transsubstantiation und damit die Lehre von einer Consubstantiation, die Messe und deren eigenthümliche Ceremonien, die Kraft der Sacramente ex opere operato oder daß die Segnungen der Taufe und des Abendmahls ohne Glauben erlangt werden können, die Ohrenbeichte und priesterliche Absolution, indem sie dafür halte, daß es kein Priesterthum gibt auf Erden, als das aller Gläubigen, und daß Gott allein Sünde vergeben könne; sie hält fest an der göttlichen Einsetzung und Verbindlichkeit aller Christen zur Feier des Tages des HErrn.“ — Daß doch diese Herrn noch immer nicht einsehen wollen, daß sie bei solcher theilweisen und verclausulirten Annahme und Verwerfung der lutherischen Lehren so wenig Recht haben, sich Lutheraner zu nennen, als Reformirte, Methodisten oder sonst eine protestantische Parthei! O Ehrlichkeit, wo bist du? In der West-Pennsylvanischen Synode wurde jüngst ein Minoritätsbericht, welcher die Abschaffung des Lizensirungs⸗Systems beantragte, als Meinungsausdruck der Synode adoptirt. Gott gebe, daß er auch zur Ausführung komme, denn wie ein Krebsschaden hat dieses System nun lange genug an dem Leibe der lutherischen Kirche in den Vereinigten Staaten gefressen. Unser Süden. Nicht genug, daß man hier ein besonderes amerikanisches Lutherthum haben will, so geht man auch nun darauf aus, ein besonderes südliches amerikanisches Lutherthum zu etabliren. Von New Berry in Süd Carolina (den 10. Septbr.) schreibt man: „Auf einer Conferenz der lutherischen Kirche, welche sich in der St. Pauluskirche in diesem Distrikte am 29. Aug. versammelte, wurde der Beschluß gefaßt, ein in seinen Grundsätzen südlicheres religiöses Journal zu etabliren, als der „Luth. Observer“ ist, der in Baltimore publicirt wird. Die Ursache hiervon waren die scharfen Rügen des „Observer“ in Betreff des Verhaltens des hochachtbaren P. S. Brooks in seiner Zwistigkeit mit Sumner.“ Die Augsburger Confession (meldet der Pilger a. S.) wird gegenwärtig in Prag in böhmischer Sprache gedruckt. Ein römischer Weltpriester H—ka ward jüngst in die luth. Kirche dort förmlich und gesetzlich aufgenommen.