# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S254 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 254 — heit mit ihrem Zeugniß nicht duldet, durch Aufdringung ihrer Irrthümer und der darauf gegründeten Praxis die Gewiſſen beſchwert, dann tritt der Fall ein, daß die Wahrheit erkennende Chriſten ſich auch von einer ſolchen Gemeinſchaft trennen müſſen und ſich zu trennen berechtigt ſind, deren Irr⸗ thümer nicht an ſich grundſtürzend ſind und dieſelbe daher noch nicht zur Secte machen. Leider nimmt aber die Ehrwürdige Synode von Buffalo dieſen traurigen Stand ein und wir können daher nicht umhin, dieſelbe an den warnenden Ausſpruch des heiligen Auguſtinus zu erinnern, daß es kein Schisma gebe, welches nicht, wenn es Wurzel faſſe, endlich in eine Secte ſich verwandeln ſollte. Möge Gott verhüten, daß wir, die wir die Synode von Buffalo zwar bis jetzt für eine gefährlich irrende, aber doch noch nicht ſectireriſche Gemeinſchaft erklären müſſen, nicht an ihr die Wahrheit jenes Auguſtiniſchen Ausſpruchs erfahren. So können wir denn nicht anders, als im Namen unſers HErrn IEſu Chriſti und im Angeſicht ſeiner heiligen Kirche den vor einem Jahre Herrn Paſtor Grabau geſtellten Antrag zu erneuern, und nun hiermit an die ganze Ehrwürdige Synode von Buffalo zu richten, ſie wolle, um der Liebe JEſu Chriſti und um des Heils und Friedens ſeiner Kirche willen, unter denſelben Bedingungen die Hand der Verſöhnung, die wir ihr reichen, nicht ausſchla⸗ gen und ein chriſtliches Geſpräch, zunächſt über die obſchwebenden Lehrſtrei⸗ tigkeiten, mit uns anſtellen, um ſodann auf Grund der Einigung in der Wahr⸗ heit den zwiſchen uns entſtandenen Riß in Regierung der Kirche zu heilen. Gern möchten wir hier von einer Befürchtung, daß die Ehrwürdige Synode von Buffalo auch dieſen in der redlichſten Geſinnung gethanen An⸗ trag von ſich weiſen werde, ſchweigen; allein ſo manche in den gepflogenen Unterhandlungen gemachte niederſchlagende Erfahrungen nöthigen uns noch zum Schluß folgende Erklärung ab: Sollte die Ehrwürdige Synode auch diesmal bei ihrer Verweigerung eines Colloquiums verharren und in der Beſchuldigung von Unbußfertigkeit, darin wir liegen ſollen, fortfahren, ſo werden wir auf ſolche Beſchuldigungen fernerweit keine Rückſicht nehmen, ſondern einfach fortfahren, die Lehrabweichungen der Buffaloer Synode auf⸗ zudecken und die Uebereinſtimmung unſrer Lehre mit Gottes Wort und dem Bekenntniß unſrer Kirche nachzuweiſen. Alle verderblichen Folgen eines ſolchen unheilbar gemachten Bruches müßten wir dann freilich auf das Ge⸗ wiſſen derjenigen legen, welche durch ihre hartnäckige Weigerung, den einzig rechten Weg zum Frieden zu gehen, die Heilung ſelbſt unmöglich machten. Da wir nur noch bis zum zehnten dieſes hier verſammelt ſein werden, ſo ſtellen wir an die Ehrwürdige Synode von Buffalo das dringende An⸗ ſuchen, über ihre gefaßte Entſchließung in dieſer Sache uns noch vor Ab⸗ lauf des gedachten Termins eine, ob Gott will, zuſtimmende Antwort zu⸗ gehen zu laſſen. Der HErr ſei mit uns allen. Amen. Cleveland, Ohio, den 3. Juni A. D. 1853. Im Namen der Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. Fr. Wyneken, derz. Präſes. Ludwig W. Habel, derz. Secretär.