# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S241 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 241 — im Schwange geht, und wie Paulus klaget an die Theſſalonicher, Corinther und Galater, daß auch die Apoſtel ſelbſt alle Hände voll damit zu ſchicken hatten. Demnach, ſo uns jetzt das Evangelium durch überreiche unaus⸗ ſprechliche Gnade Gottes barmherziglich wiederkommen, oder wohl auch zuerſt angefangen iſt, dadurch wir geſehen, wie elend die Chriſtenheit verwirret, zerſtreuet und zerriſſen iſt, hätten wir auch daſſelbige rechte biſchöfliche Be⸗ ſuchsamt, als auf's höchſte vonnöthen gerne wieder aufgerichtet geſehen." Wer könnte hiegegen etwas einwenden, namentlich zu unſerer Zeit, wo wahr⸗ lich der Teufel nicht frömmer und die Menſchen nicht beſſer worden ſind, wo wir hingegen die Grundſuppe alles Böſen zu genießen haben? Es wird uns nach meiner unmaßgeblichen Meinung keine ander Wahl bleiben, als entweder die Theilung auf eine ſolche Weiſe vorzunehmen, daß die Synoden ganz unabhängig von einander, oder nur in freundſchaftlichem Verhältniß neben einander, oder höchſtens in einem ſehr loſen äußern Zu⸗ ſammenhang mit einander ſtehen, und wer von uns ſollte das wünſchen? — oder dem allgemeinen Präſes eine ſolche Stellung zu geben, daß er das Ganze überwacht, gewiſſermaßen das lebendige Verbindungsmittel zwiſchen den einzelnen Theilen iſt, der durch die Bekanntſchaft mit dem Ganzen und ſeinen einzelnen Theilen im Stande iſt, das Allen Heilſame und Nützliche, welches er in einem Theile der Synode findet, in alle übrigen Theile überzu⸗ leiten, das dem gemeinen Wohl Schädliche, welches er hie und da auftauchen ſieht, in ſeinem erſten Entſtehen zu unterdrücken, und der Anſteckung des Ganzen zu wehren, der, indem er die in den einzelnen Theilen ſich findenden Gaben und Kräfte kennt, auch die beſte Anweiſung geben kann, wie ſie zum Wohl des Ganzen verwendet werden können, das er mit ſeinen Bedürfniſſen überſchaut, und kennt, der nicht allein die Einheit des Körpers repräſentirt, ſondern auch am geſchickteſten iſt, das Bewußtſein derſelben wach und leben⸗ dig zu erhalten, zu nähren und mehren. Und wie kann dies zweckmäßiger geſchehen, als wenn ihm nicht allein das Ueberwachungsamt, ſondern zugleich das Beſuchsamt anvertraut wird, durch welches allein er ja ohnehin erſt im Stande ſein wird, jenes auf die rechte Weiſe zu erfüllen, wodurch er aber auch zugleich im rechten lebendigen Verkehr mit den Diſtrictsſynoden, wie mit den einzelnen Gemeinden bleibt, und auf dieſe Weiſe befähigt wird, nicht allein das Ganze aus perſönlicher Anſchauung mit ſeinen Bedürfniſſen und Mitteln kennen zu lernen, ſondern auch durch Berückſichtigung jener, und Verwendung dieſer das fröhliche Ge⸗ deihen des Ganzen zu fördern. Aber wird nicht eben durch die Gewalt, die damit dem allgemeinen Prä⸗ ſes gegeben wird, die Selbſtſtändigkeit der Diſtrictsſynoden, ſo weit ſie durch⸗ aus nothwendig iſt, beſchränkt und durch die Macht, allenthalben einzuſchrei⸗ ten, der Geſchäftsgang vielfältig aufgehalten, die freie Bewegung gehindert werden? Ja, liegt nicht die Befürchtung nahe, daß eben das Mittel, welches wir ergreifen, um Gefahren abzuwenden, ſie ſelber herbeiführe, und wir eine Macht heranziehen, die, anſtatt die rechte Einigkeit des Geiſtes zu fördern, ſie in eine geiſtige Knechtſchaft umwandeln wird? Gewiß, wenn wir nicht gleich im Anfang weiſe Maßregeln dagegen ergreifen, und für die Zukunft wachen. Allein, wie wäre es, wenn wir dem allgemeinen Präſes die dem Präſes bisher zuſtehende adminiſtrative Gewalt ganz abnähmen, und ſie in die Diſtrictsſynoden und deren Präſidenten legten, ihm aber allein das Amt eines Viſitators übertrügen, und ſo ihm nur einen moraliſchen Einfluß, aber dieſen im weiteſten Umfange einräumten? Auf dieſe Weiſe wäre zugleich dasjenige menſchliche Mittel gewählt, welches am beſten für die Erhaltung