# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S240 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 240 — nimmt, im Einzelnen ins Auge zu faſſen und zu berückſichtigen, und in den natürlich daraus erwachſenden Hinderniſſen und Hemmungen einer kräftig wirkſameren Thätigkeit. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung haben wir alſo beſonders darauf zu ſehen, wie nicht allein durch die Theilung der Synode in Diſtrictsſynoden dieſe Hinderniſſe weggeräumt, ſondern auch durch die ihnen gewährte mög⸗ lichſt große Selbſtſtändigkeit die Entwicklung aller ihnen verliehenen Gaben und Kräfte, und deren uneingeſchränkter Gebrauch innerhalb ihres Kreiſes in freier und ungehinderter Bewegung gefördert werden. Zugleich wird aber auch das unſere Aufgabe ſein, durch eine feſte und innige Verbindung der einzelnen Synoden zu Einem organiſchen Ganzen für die Erhaltung und Mehrung des lebendigen Bewußtſeins der Einheit, und für das gemein⸗ ſame harmoniſche Zuſammenwirken aller Kräfte und Gaben der einzelnen Theile zu gemeinſamen Zwecken Sorge zu tragen. Und ſollte für dieſen zu⸗ letzt angeführten Zweck, wie für die nothwendige Ueberwachung, ein beſſeres Mittel gefunden werden können, ohne damit andere auszuſchließen, als die Anſtellung eines allgemeinen Viſitators? Ward ſchon bei dem geringern Beſtand unſerer Synode es für heilſam und zweckmäßig, ja in einem gewiſ⸗ ſen Sinn für nothwendig erachtet, in dem Präſes der Synode auch einen ſolchen allgemeinen Viſitator an die Spitze zu ſtellen, ſo muß ich aufrichtig bekennen, daß ich bei dem Anwachſen der Synode, bei der Theilung derſelben in Diſtrictsſynoden, wo doch auf jeden Fall die Entfremdung der einzelnen Theile, das Aufkommen einer falſchen Richtung in einem für ſich beſtehenden Diſtrict leichter möglich wird, die Nothwendigkeit oder Zweckmäßigkeit nicht erkennen kann, dem allgemeinen Präſes zwar wiederum das Ueberwachungs⸗ amt aufzutragen, aber ihm die Möglichkeit abzuſchneiden, es recht auszu⸗ üben, indem man ihm die Eigenſchaft des allgemeinen Viſitators nimmt, wie ſolches in der der St. Louis Conferenz gegebenen Vorlage zur Ent⸗ werfung einer Verfaſſung geſchehen iſt. Im Gegentheil: erſchien uns damals ein ſolches Amt als nothwendig, müſſen wir es nur bedauern, daß es dem Präſes bisher wegen der zu vielen Geſchäfte ſeines zweifachen Amtes, welches er als Pfarrer einer Gemeinde, und zugleich als Präſes der Synode zu ver⸗ walten hatte, unmöglich wurde, es ſo auszurichten, und den Nutzen zu ſchaffen, welcher bei der Gründung deſſelben beabſichtigt war, ſo ſcheint mir bei jetzt eingetretenen Umſtänden ein ſolches Amt doppelt wünſchenswerth, ja unentbehrlich, ſo lange es überhaupt noch möglich iſt, bei unſerer bisherigen Synodaleinrichtung zu bleiben. Wie Luther dieſes Amt hochſtellt, wie er den Verfall deſſelben beklagt, wie er die Wiederaufrichtung deſſelben gewünſcht und betrieben hat, iſt den geehrten Brüdern bekannt; dennoch möchte ich eine Stelle aus ſeiner Vor⸗ rede zu dem Unterricht für die Viſitatoren anführen. „Wer", ſpricht er, „wer kann erzählen, wie nütze und noth ſolch Amt in der Chriſtenheit ſei? Am Schaden mag man's merken, der daraus kom⸗ men iſt ſeit der Zeit es gefallen und verkehrt iſt. Iſt doch keine Lehre noch Stand recht oder rein blieben, ſondern dagegen ſo viel greulicher Rotten und Secten aufkommen, als die Stift und Klöſter ſein, dadurch die chriſtliche Kirche gar unterdrückt geweſt, Glaube verloſchen, Liebe in Zank und Krieg verwandelt, Evangelium unter die Bank geſteckt, eitel Menſchenwerk, Lehre und Träume anſtatt des Evangeliums regiert haben. Da hat freilich der Teufel gut machen, weil er ſolch Amt darnieder und unter ſich bracht, und eitel geiſtliche Larven und Mönchkälber aufgerichtet hatte, daß ihm niemand widerſtund, ſo es doch große Mühe hat, wenn gleich das Amt recht und fleißig