# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S238 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 238 — aus dem Wege geräumt werden, die durch das ſchnelle Anwachſen derſelben und durch die weite Ausdehnung des Flächeninhalts, den ſie einnimmt, ſich dem freien und ungehinderten Gebrauch ihrer Kräfte hemmend in den Weg geſtellt haben. Um nun zum rechten Ziele zu kommen, wäre vielleicht der einfachſte und kürzeſte Weg dieſer: zurückzuſchauen und zu fragen: „Wie iſt unſere Synode entſtanden? zu welchem Zwecke iſt ſie zuſammengetreten? welche Mittel hat ſie hauptſächlich erwählt, um dieſe Zwecke beſtmöglich zu erreichen?" Finden wir dies alles probehaltig an dem rechten einigen Pro⸗ birſtein, der uns gegeben, dem göttlichen Wort, ſo haben wir die nöthigen Vorlagen, an welche wir unſere diesmaligen Berathungen anknüpfen, und nach welchen wir ſie anſtellen können. Fragen wir nun, wie unſere Synode entſtanden iſt, ſo iſt die Zeit ihrer Entſtehung noch nicht ſo fern gerückt, daß wir die Erinnerung daran nicht noch lebhaft und friſch in unſern Herzen tragen ſollten. Es liegt im Geiſt und der Natur des Chriſtenthums ſelbſt, daß die Rechtgläubigen, und das ſind ja wohl auch die recht Gläubigen, ſo ſie ſich kennen lernen, ſich auch wo mög⸗ lich äußerlich zuſammenfinden in Gemeinden, die Gemeinden zu größern Körperſchaften ſich verbinden. Das ſo innerlich Zuſammengehörige, ſo es ſich im äußern Leben begegnet, wie es ſich denn ſuchet und erkennt, ruht nicht, bis auch äußerlich eine feſte und innige Verbindung zu Stande kommt. Wo ein geſundes Glaubensleben ſich findet, da zeigt ſich auch ein gegenſeitiges Suchen und Finden und Anſchließen. Der Geiſt, der in den Gläubigen wohnt und ſie treibt, iſt der Geiſt deſſen, der die Liebe iſt. Wie ſollten Kinder Eines Vaters, Brüder Eines Hauſes, Glieder Eines Leibes, Gefäße Eines Geiſtes getrennt von einander leben können, wo irgend welche Ver⸗ bindung nur ermöglicht werden kann? Wir ältern Brüder, die wir in der frühern Zeit einſam, ohne von einander zu wiſſen, hier haben arbeiten und kämpfen müſſen, wir wiſſen es wohl, wie oft wir in unſerer Einſamkeit nach einem Amtsbruder, nach einer Gemeinde geſeufzt haben, mit denen wir uns im Glauben verbinden könnten; wir erinnern uns noch wohl, mit welch unausſprechlicher Freude, mit welch innigem Dank gegen Gott unſer Herz bei der erſten ſichern Kunde von gleich⸗ geſinnten Brüdern in dieſem Lande erfüllt wurde. Nie werde ich der ſeligen Augenblicke vergeſſen, und danke Gott dafür, ſo oft ich daran gedenke, wo die erſte Nummer des „Lutheraner" mir zu Handen kam, und ich daraus erſah, daß nicht blos einzelne zerſtreute Brüder, ſondern noch ganze Gemeinden ſich hier befanden, die im rechten Glauben, und auf dem Grund und Boden unſerer Bekenntniſſe ſtanden, mit denen auch eine äußere Verbindung, irgend welcher Art, wenigſtens in Ausſicht ſtand. Die Kirche hier zu Landen hatte ihren Mund geöffnet, und rief ihre Kinder zuſammen. — Meine geliebten Brüder, wir ſollten oft ſolche Erin⸗ nerungen auffriſchen, damit der unausbleibliche Segen, den wir jetzt genießen, uns nicht Altes und Gewohntes und daher von uns gering geachtet würde, zu welcher Unart das elende Menſchenherz ja nur zu ſehr geneigt iſt. Die Brüder nun, die von demſelben Geiſt beſeelt waren, die auf demſelben Glau⸗ bensgrund, dem einigen untrüglichen Gottes Wort, mit Herz und Gewiſſen eingewurzelt waren, und deswegen ſich auf demſelben Grund und Boden der kirchlichen Bekenntniſſe mit ihrem innern und äußern Leben bewegten, ſie konnten ja nicht anders, als ſich auch im äußern Leben aufſuchen, und waren bald auf das Innigſte mit einander verbunden. Die Entſtehung der Synode war eine ganz natürliche, von dem Geiſte Gottes gewirkte. Sie iſt nicht durch menſchliche Gelüſte, durch weltliche Intereſſen herbeigeführt, nicht