# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S237 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 237 — keit nicht von uns, bei unſerm Vornehmen auch ſolche Mittel zu ergreifen, welche die uns drohenden Gefahren von uns abwenden. Dies werden wir natürlich nicht erreichen durch den bloßen Ausſpruch, daß keine Trennung, ſondern nur eine Abtheilung in verſchiedene Diſtrictsſynoden vorgenommen werden, die Synode ſelbſt aber trotz dieſer Abtheilung ein Ganzes bleiben ſolle. Wir werden dieſe Gefahren auch nicht vermeiden durch das ausge⸗ ſprochene und wirklich gehegte Vertrauen, daß der HErr ſeiner Kirche die dazu nöthige Furcht vor ſeinem Worte, die Liebe, Demuth, Selbſtverleugnung, und den lebendigen Eifer in einem jeden Einzelnen erwecken, erhalten und mehren werde. Das muß ja freilich der HErr thun, wenn wir überhaupt beſtehen ſollen. Er muß es Alles in Allem wirken, und ohne Ihn werden wir nichts mit unſerm Verſtand, Weisheit und guten Vorſätzen, nichts mit den in dieſer Weisheit und gutem Willen gefaßten Maßregeln, Mitteln und Wegen ausrichten, und Gott helfe uns, daß wir ganz von unſern eignen Kräften abſehen, und mit vollem Vertrauen in Gebet und Flehen uns auf ihn werfen — aber die Pflicht zu handeln bleibt. Wir können und dürfen ja dieſes Vertrauen nicht auf ihn ſetzen, ohne nicht zugleich auf zweckmäßige Mittel zu ſinnen, und ſie zu ergreifen, um die Reſultate herbeizuführen, die durch dieſe Theilung gewonnen werden ſollen, und die Gefahren und Hinder⸗ niſſe aus dem Wege zu räumen, die uns in der Erreichung derſelben auf⸗ halten könnten. Wo freilich der rechte Geiſt fehlt, wird auch die beſte Verfaſſung und Ordnung nichts nützen, ſie wird den Geiſt und das Leben weder ſchaffen, noch erſetzen, aber durch eine rechte Verfaſſung dafür zu ſorgen, mittelbar wenigſtens, daß der rechte Geiſt erhalten, gefördert, und in die rechte Thätig⸗ keit und Wirkſamkeit eingeleitet werde, daß alle Gaben und Kräfte zum ge⸗ meinſamen Nutz ſich frei und ungehindert erweiſen mögen, ſo viel in unſeren Kräften ſteht, das iſt unſere Pflicht, eine heilige Pflicht, die uns um ſo kla⸗ rer und feſter vor Augen ſtehen, uns um ſo gewichtiger auf dem Gewiſſen liegen muß, da es ſich hier nicht um menſchliche, ſondern um göttliche Dinge handelt, um die Heiligung des göttlichen Namens, die Ausbreitung ſeines Reiches, die Rettung und Erhaltung unſterblicher, mit dem Blute Chriſti zu himmliſcher Seligkeit und Herrlichkeit erkaufter und berufener Seelen. Dieſe Pflicht zu erfüllen, iſt die Hauptaufgabe für unſere diesmalige Verſammlung. Die Wichtigkeit, das Rechte zu treffen, wird einem jeden einleuchten, die Größe der Verantwortung, wie die Schwierigkeit nicht minder, ja letztere um ſo mehr, da wir wohl alle von uns bekennen müſſen, daß wir Neulinge auf dieſem Gebiete ſind, und unter den neuen Verhältniſſen, worin ſich hier zu Lande die Kirche befindet, auch von der Weisheit unſrer Väter wenig Raths holen können, bei denen wir ſonſt ſo gerne nachſuchen. Doch, Gott ſei gelobt, Er, deß die Sache iſt, hat Weisheit die Fülle, und gibt ſie Jedermann einfältiglich, der ihrer bedarf, und ihn ernſtlich und ein⸗ fältig darum bittet. Mit der heiligen Pflicht, die wir hier zu erfüllen, mit der ſchweren Rechenſchaft, die wir zu geben haben, laſſen Sie uns unſer Vertrauen auf Ihn ſetzen, unſere Hilfe bei ihm ſuchen, und in dieſem Ver⸗ trauen die ordentlichen Wege der Berathung gehen, wie es Chriſten obliegt, ſo werden wir auch mit Gott das Rechte treffen. Und ganz ohne Handleitung der Erfahrung gehen wir ja auch diesmal nicht ans Werk. Wir beſtehen ja ſeit längerer Zeit als Synode, wollen auch im Weſentlichen keine Aenderung, ſondern es ſollen durch die Theilung der Synode hauptſächlich nur die Schwierigkeiten gehoben, die Hinderniſſe