# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S236 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 236 — Zeit in Anſpruch nehmen, und den Hauptgegenſtand unſerer diesmaligen Verhandlungen ausmachen. Wenn wir uns nun auch über den Segen Gottes freuen müſſen, der dieſe Theilung nothwendig gemacht, ſo kann die Theilung ſelbſt doch nicht ohne Schmerz berathen und zum Abſchluß gebracht werden. Es will uns das Gefühl beſchleichen, als würde mit der Theilung der Synode auch das innige Band gelöſet, das bisher unſere Herzen in ſol⸗ cher Liebe und Einigkeit umſchlungen, und in dieſem fremden Land uns dop⸗ pelt theuer und werth ſein mußte. Aber ſelbſt wenn wir alle perſönlichen Gefühle zurückdrängen, ſo drängt ſich doch die Furcht vor den Gefahren im⸗ mer von Neuem herauf, denen wir bei der Theilung ausgeſetzt ſein möchten. Wie leicht kann der Segen verſchüttet werden, den der HErr uns bisher in unſerer Verbindung hat zufließen laſſen? wie leicht die Liebe erkalten, die einzelnen Theile einander entfremdet, das innere geiſtliche Leben geſchwächt werden? Die Gluth der Kohlen iſt ſtärker und wirkſamer, erhält ſich beſſer und länger, wenn ſie in einem größern Haufen bei einander liegen, als wenn ſie in verſchiedene kleinere Haufen zertheilt ſind. Müſſen nicht auch wir fürchten, daß unſere Kräfte zerſplittert, die Thätigkeit und Wirkſamkeit nach Innen und Außen gelähmt, Luſt, Trieb und Kraft zu großartigen, gemein⸗ ſamen Beſtrebungen geſchwächt werden? — Wir kennen ja Alle die engher⸗ zige Selbſtſucht, die uns von Natur einwohnt, die Trägheit des Fleiſches, die in der vorgeblichen Sorge für das Eigne des engern Kreiſes ſo gern Ent⸗ ſchuldigungen ſucht und ſo leicht findet für die Entziehung der Theilnahme an den gemeinſamen Beſtrebungen des Ganzen für das Wohl des Ganzen; wir kennen den natürlichen Hochmuth, und die Luſt, ſich ſelbſt zu erheben, ſich geltend zu machen, die Begierde, ſelbſt Einfluß zu gewinnen, und dem Einfluß Anderer ſich zu entziehen, die in kleinern Kreiſen leichter ihre Rech⸗ nung finden, als in größern, wo mehr und größere Gaben zuſammenfließen, und der Begabte in dem reicher Begabten leichter ſeinen Meiſter findet. Wie nahe liegt die Befürchtung der Gefahr, daß bei der Theilung des Ganzen in Diſtrictsſynoden eben durch die Sündhaftigkeit des menſchlichen Herzens in dieſer oder jener Zweigſynode eine falſche Richtung aufſpringe, unbemerkt fortwuchere und hervortrete, wodurch die Einigkeit im Geiſt ge⸗ fährdet und geſtört werden könnte? oder daß gar durch Betrug des Teufels und unſers eigenen Fleiſches ein fremder, falſcher Geiſt ſich an einem Theile einſchleiche, und Zwieſpalt, Trennung und Verderben über das Ganze ver⸗ breite, ehe wir ihn bemeiſtern und überwältigen könnten? Daß uns dieſe Gefahren treffen, bei einer Theilung leichter treffen kön⸗ nen, als wenn die Synode, wie bisher, zuſammenbleibt, wer kann das leug⸗ nen? Ja, daß wir uns ſo lange gegen die als nothwendig erkannte Thei⸗ lung gewehrt haben, die Beſorgniſſe und Befürchtungen, die ſich bei den bisherigen Berathungen darüber kund gegeben, die Einwürfe, welche dagegen erhoben ſind, dies alles zeigt genugſam an, daß wir gegen dieſe Gefahren nicht blind ſind, und nur das Bewußtſein, daß nicht Neuerungsſucht und Luſt, zu experimentiren, vielweniger Erkaltung gegenſeitiger Liebe in unſern Herzen, oder Abnahme des Eifers, die heiligen Zwecke ferner zu verfolgen, die die Synode bis dahin vor Augen gehabt, ſondern daß nur die allerwich⸗ tigſten Beweggründe, die Unmöglichkeit, bei dem maſſenhaften Anwachſen der Synode die ihr obliegenden Pflichten auf rechte Weiſe zu erfüllen, nur das Bewußtſein alſo, daß die dringende Noth allein uns zu dieſem Schritte treibt, gibt unſerm Gemüthe die dazu nöthige Ruhe und Sicherheit. Aber dieſe Nothwendigkeit wendet die Gefahren nicht ab, ſie verringert nicht die Wichtigkeit dieſes Schrittes, ſie nimmt die auf uns ruhende Verantwortlich⸗