# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1852_S204 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 204 — die, weil ſie des HErrn Stimme kennt, und in der Stimme des Unterhirten keines Fremden Stimme hört, darum, aber auch darum allein dem gern und willig Gehorſam leiſtet, durch welchen des geliebten HErrn und Hirten Mund zu ihr redet. Aber wird damit dem Amte und ſeiner göttlichen Würde etwas ver⸗ geben, wenn die Prediger keine andere und höhere ſuchen, als die, womit Gott ſelbſt ſie bekleidet, und die die höchſte iſt, die es in dieſem himmliſchen Königreich gibt, nämlich unter lauter Königen und Prieſtern und Prophe⸗ ten das Amt eines Prieſters öffentlich zu verwalten, damit die ihm anver⸗ trauten himmliſchen Würdenträger immermehr zugerichtet und tüchtig ge⸗ macht werden zum Werke ihres Amtes, das ihnen mit der Würde zugleich gegeben iſt? Gibt es denn eine höhere Würde, als der Mund des HErrn zu ſein mitten in der Gemeinde, ein Vater in Chriſto, der ihm Kinder zu⸗ bringt, gezeuget aus dem unvergänglichen Samen ſeines Wortes, welches er in ſeinen Mund gelegt und zu predigen befohlen, ſein Mitarbeiter und Ge⸗ hülfe, der ſich ſelig macht und die ihn hören? Wird dem Amte da ſeine göttliche Autorität entzogen, wenn es auf Chriſti Befehl aufgerichtet werden muß, und mit der unumſchränkten Herr⸗ ſchaft nach dem Wort und durch das Wort vom HErrn und ſeiner Gemeinde belohnt wird? Iſt etwa das Wort Gottes in der Gemeinde Gottes nicht ein hinreichend ſtarker Rückhalt? ich wenigſtens wüßte und wollte keinen ſtärkern und beſſern! Kann da auch nur mit einem ſcheinbaren Rechte von Menſchenknecht⸗ ſchaft, von Buhlen mit der fleiſchlichen Freiheit die Rede ſein, wo niemand herrſchen will, noch darf, als nur der Eine, dem Alle gern gehorchen, der HErr, der ſie erkauft hat, den ſie kennen und lieben, der nicht allein Gehor⸗ ſam verlangt, ſondern das gehorſame Herz ſchafft? Wo zugleich niemand als Glied des Leibes Chriſti anerkannt, noch in der äußerlich gliedlichen Gemeinſchaft der Gemeinde geduldet wird, welcher als ein unbußfertiger und hartnäckiger Feind Chriſti und ſeines Wortes offenbar worden iſt, und den der HErr ſelbſt nach Matth. 18. als einen Heiden und Zöllner zu halten gebietet? Wird da der göttliche Beruf in einen menſchlichen verkehrt, wo zwar nach der Schrift und unſern Bekenntniſſen auf das Beſtimmteſte gelehrt wird, daß es in der chriſtlichen Kirche kein weſentlich anderes Amt gibt, als das, wozu wir Alle in der heiligen Taufe berufen, und wozu wir alle geſalbt ſind, und das daher allen gemein iſt, die an den HErrn glauben, daß alſo das öffentliche Pfarramt nicht durch eine beſondere Verordnung Chriſti in einigen bevorzugten Gliedern der Kirche wurzelt, die es durch die Ordination weiter pflanzen, ſondern in der Kirche ſelbſt, wo zwar auf das Beſtimmteſte gelehrt wird, daß es eben darum nichts anders ſei, und ſein könne, als die Ausübung dieſes allen gemeinſamen Amtes im öffentlichen Dienſt, aber auch eben ſo entſchieden feſtgehalten und vertheidigt wird, daß dieſe öffent⸗ liche Ausübung des Allen gemeinſamen Amtes nach Chriſti Ordnung und Einſetzung einzelnen, dazu tüchtig befundenen und rechtmäßig berufenen Gliedern ſoll und muß übertragen werden, und daß der HErr noch heute eben ſo Hirten und Lehrer ſetzt, wie er einſt die Apoſtel geſetzt und berufen hat? Wie? wird da das öffentliche Pfarramt mit dem allgemeinen Prie⸗ ſterthum vermengt, wo zwar nicht nach dem Sinn unſerer Gegner, aber nach dem Sinn Chriſti und ſeines Wortes, beides ſtreng geſchieden, und in den Gemeinden nichts von einer derartigen Vermengung geduldet, noch ver⸗ ſpürt wird?