# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1852_S203 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 203 — genommen, wozu er ihr, und nicht den Geiſtlichen, die Schlüſſel unmittelbar gegeben. Wir glauben dies in unauflöslicher Verbindung mit der Hauptlehre der chriſtlichen Kirche, daß nämlich Chriſtus durch ſein Einiges Opfer alle Welt erlöſet, Gott verſöhnet, und Alle vollendet habe, die durch ihn geheiligt werden. — Daß das Wort mit ſeinen heiligen Sacramenten — als Sie⸗ geln — das einzige Mittel ſei, wodurch der HErr die durch ihn erworbenen Schätze, Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit, den Himmel und ſich ſelbſt den Erlöſeten antrage, auch den Glauben wirke, der ihn mit allen ſeinen Gnaden und Gaben, Gütern und Schätzen ergreife, es mag dies Wort von einem Laien oder Prediger, ja vom Teufel ſelbſt verkündigt werden, wenn er, wie Luther ſagt, ſo fromm wäre und es thun wollte. Daß ein jeder, der dieſes Wort, es möge nun zu ihm gekommen ſein, wie und durch wen es wolle, im rechten lebendigen Glauben faſſe, mit Chriſto Eins ſei, Chriſtus ſelbſt, ja die ganze heilige Dreieinigkeit in ihm wohne, und er damit, als ein Kind Gottes, in Gemeinſchaft mit allen Heiligen Theil habe an Allem, und Macht und Gewalt über Alles, was Chriſtus Reich nur in ſich faſſe; ja, daß er als ein aus Gott geborener König, Prieſter und Pro⸗ phet mit der höchſten Würde und dem höchſten Amt bekleidet ſei, über welche es kein höheres Amt noch Würde gebe in der Chriſtenheit. — So daß alſo zwiſchen Chriſtus und ſeinen Erlöſeten nichts liege, als das Wort und der Glaube, der es erfaßt, wie Luther ſagt (Hal. XIX, 1545): „Wo Gottes Wort rein und gewiß iſt, da muß es Alles ſein, Gottes Reich, Chriſti Reich, Heiliger Geiſt, Taufe, Sacrament, Pfarramt, Predigtamt, Glaube, Liebe, Kreuz, Leben und Seligkeit, und Alles, was die Kirche haben ſoll; wie Chriſtus ſpricht, Joh. 14, 23.: Wir wollen zu ihm kommen und Woh⸗ nung bei ihm machen, und Matth. 28: Siehe, ich bin bei euch bis ans Ende der Welt.“ Da kann denn ja freilich der Geiſtliche weſentlich nicht höher ſein, als der Laie, da kann er keine höhere und andere Würde und Amt bekleiden, als dieſer, da iſt er eben auch nichts anderes, als ein König, Prieſter und Prophet, nur daß er noch gewürdigt iſt, von dem HErrn und ſeiner Gemeinde zum Haushalter, Schaffner, Wächter und Regierer in dieſem göttlichen, himmliſchen Gnadenhaushalt geſetzt zu ſein, Gottes Mitarbeiter unter gleichberechtigten und gleichherrlichen Brüdern, den der HErr mit den nöthi⸗ gen Gaben ausgerüſtet, und die Gemeinde um dieſer Gaben willen nach Chriſti Ordnung berufen hat, damit durch ſein öffentlich in der Ge⸗ meinde geführtes Amt die Heiligen ſelbſt zugerichtet werden zum Werk deſ⸗ ſelben, wenn gleich nicht auf dieſelbe Weiſe, d. h. öffentlich geführten Amtes, dadurch der Leib Chriſti erbaut werde, bis wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntniß des Sohnes Gottes, und ein vollkommener Mann werden, der da ſei in dem Maße des vollkommenen Alters Chriſti. Da kann freilich nicht die Rede ſein von Herren und Knechten, die⸗ weil ſie Alle Herren und zugleich Alle Knechte ſind, ſondern nur von Brüdern, wo einer dem andern mit Ehrerbietung zuvorkommt, dem Diener Chriſti am Wort aber doppelte Ehre gebührt um dieſes ſeines Dienſtes willen. Da kann freilich keine Herrſchaft eines bevorzugten Standes ſich gel⸗ tend machen, dieweil ſie alle Könige und Herrſcher ſind, ſondern nur allein die Herrſchaft des Wortes, dem ſich alle unterwerfen, weil ſie es alle anerken⸗ nen als das Wort des HErrn, wodurch er redet und wodurch er ſie ſelig, hoch und herrlich macht. Dadurch allein tröſtet auch, ermahnt, warnet, drohet, ſtrafet, weidet und regiert der Unterhirt die ihm anvertraute Heerde,