# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1852_S201 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 201 — eines Schullehrerſeminars in Saginaw City von neuem bethätigt haben, iſt den verehrten Brüdern durch unſer Organ, den „Lutheraner“, bereits mitgetheilt worden. Vor allen Dingen aber müſſen wir den HErrn der Kirche dafür preiſen, daß er durch ſeine Gnade die Herzen ſeiner Diener am Worte bis dahin in der rechten Einigkeit des Glaubens und der Liebe erhalten hat, und es dem Feind bis dahin nicht gelungen iſt, den Streit, den er gegen uns um der Wahrheit willen erregt hat, auch unter uns anzufachen, und ſo lange der HErr uns bei der Liebe zur Wahrheit und der demüthigen Unterwerfung unter ſein Wort erhält, wird bei der gegenſeitigen freien und freimüthigen Ausſprache, die, Gott ſei Dank! unter uns ſtattfindet, auch für die Zukunft nichts zu fürchten ſein, ſelbſt wenn, wie es ja bei dem Wachsthum der Synode nicht anders möglich iſt, hie und da geringere Differenzen auf⸗ tauchen ſollten. Auch in unſeren Gemeinden ſcheint das Wort immer tiefere Wurzeln zu ſchlagen, und Viele unſerer Amtsbrüder, die bisher mit ſchwerem Seufzen ihr Amt geführt haben, fangen an, freier aufzuathmen, und Gott den HErrn zu loben, daß er ihnen Geduld und Ausdauer, und unter dieſer Geduld ſeinem Worte den Sieg gegeben hat. Es fehlt ja freilich nicht an bitteren Klagen Einzelner über die Wider⸗ ſpenſtigkeit und Störrigkeit ſowohl ganzer Gemeinden, wie einzelner Glieder derſelben, aber im Ganzen ſind ihrer bei Weitem weniger geworden, und die Zucht eines geordneten Gemeindelebens bricht ſich um ſo leichter Bahn, je mehr die Gemeinden erkennen, daß die Pfarrer unſeres Synodalverbandes nicht ihre, ſondern des HErrn Ehre ſuchen, nicht für ihre Willkür, ſondern für des HErrn Willen Gehorſam fordern, und daß, wenn ſie die Herzen unter den Gehorſam des Wortes zu bringen ſuchen, ſie ſie dadurch zugleich in die wahre, höchſte und ſeligſte Freiheit verſetzen. In den länger von uns bedienten Gemeinden haben ſich die Widerſpenſtigen, weil ſie ſahen, daß es hier nicht einen Kampf galt gegen eine menſchliche Macht und den Eigen⸗ ſinn ehr⸗ und herrſchſüchtiger Gelüſte, ſondern gegen die göttliche Macht des Worts, und die Unbeugſamkeit eines in Gottes Wort gefangenen Gewiſſens, meiſtens von dem treugebliebenen Theil der Gemeinde getrennt, und ihm Raum gelaſſen, ſich auf unſern heiligſten Glauben zu erbauen und ihre Ge⸗ meindeverhältniſſe nach Gottes Wort zu ordnen. Es iſt wahr: bei der allgemein eingeriſſenen Unkenntniß und Zucht⸗ loſigkeit iſt unſer Weg, die Gemeinden aufzubauen, ein langſamer und müh⸗ ſeliger. Könnten und dürften wir die Grundſätze und Handlungsweiſe unſerer Brüder annehmen, die über unſere Lehre von Kirche und Amt die ſchwere Beſchuldigung der Ketzerei auf uns werfen, und uns anklagen, daß wir das heilige Predigtamt ſeiner göttlichen Würde entkleiden und den fleiſchlichen Freiheitsgelüſten der Gemeinden fröhnen, dürften wir, wie ſie, eine andere Gewalt beanſpruchen, als die des Wortes, es würde auch uns ein Leichtes ſein, die Gewiſſen zu fangen, ſie in einen äußerlichen Gehorſam zu zwingen und auf eine raſchere und dem Fleiſche bequemere Weiſe Zucht und Ordnung einzuführen. Aber was wäre damit gewonnen? Eine Gott mißfällige, äußerliche, geſetzliche Unterwerfung unter menſchliche Autorität wäre erzwungen, nicht aber der allein Gott gefällige, innere, willige Gehor⸗ ſam eines aus Gott geborenen Herzens erzielt, dem es im Bewußtſein ſeiner angeſtammten, unveräußerlichen Freiheit und Herrlichkeit ein Leichtes, ja eine Luſt iſt, ſich aus Liebe, und um der Wohlfahrt willen des Ganzen, den von ihm in Gemeinſchaft gleich freier Brüder gemachten Anordnungen zu