# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1852_S200 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 200 — Synodalrede. Im Namen der hochgelobten Dreieinigkeit, Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geiſtes. Amen. Ehrwürdige, in Chriſto geliebte Amts⸗ und Glaubensbrüder! Bei einer jeden neuen Synodalverſammlung, welche der HErr nach ſeiner Barmherzigkeit uns vergönnet, muß ſich unſer Herz von Neuem mit erhöhtem Dank gegen ihn erheben für die Wunder ſeiner Liebe, Gnade und Treue, die er uns auch in dieſer letzten betrübten Zeit noch erweiſet. Denn nicht anders als wie ein Wunder erſcheint es mir, daß da, wo noch vor wenigen Jahren nur hie und da ein deutſcher lutheriſcher Prediger die weiten Wälder und Prairien trauernd durchſtreifte, um die zerſtreuten Glieder ſeiner Kirche zu beſuchen, und ſie ſpärlich mit dem Brode des Lebens zu bedienen, ſich heute eine Synode verſammeln kann, die an Predigern, Profeſſoren und Lehrern mehr denn hundert Arbeiter im Weinberge des HErrn unter ſich zählt, denen ſich je länger je mehr Gemeinden anſchließen, die ſich mit ihnen freuen, daß auch hier das Licht der reinen Lehre wieder auf den Leuchter geſteckt iſt, und mit ſeinen belebenden Strahlen in die Herzen hineinleuchtet, die aus der Wahrheit ſind; der es nicht allein vergönnt iſt, zwei Lehranſtalten, von treuen und tüchtigen Brüdern geleitet, in ihrer Mitte zu pflegen, die uns auch für die Zukunft zu den ſchönſten Hoffnungen für die Kirche berechtigen, ſondern die auch noch im Stande iſt, wenn auch mit geringer Kraft, den Namen des HErrn unter die heidniſchen Indianer zu tragen. Wir müſſen ja rühmen: der HErr hat wahrlich Großes an uns gethan! Ja, auch im verfloſſenen Jahre hat er Großes an uns gethan! Wir beklagen zwar den Verluſt eines theuren, und für den Namen des HErrn eifrigen Arbeiters in dem Heimgang des lieben Bruders Reißner, den der HErr nach kurzer, aber drangſalvoller Arbeit zur Ruhe, und aus dem Streit zu ſeinem ewigen Frieden gerufen hat; aber mehrere neue Arbeiter ſind in die durch ſein Abſcheiden entſtandene Lücke eingetreten, und durch die nothwendig gewordene Erweiterung unſerer beiden Anſtalten gibt uns der HErr die fröhliche Zuſicherung, daß er namentlich auch in unſeren Gemein⸗ den ſelbſt ſich je mehr und mehr junge Herzen erwecken will, die zu ſeinem Dienſt, zu ſeinen Kriegen und Siegen auf dem Kampfplatz zu ſeiner Zeit bereitwillig ſich einſtellen werden. Nicht für eine geringe Gnade erachte ich es, daß in dieſer Zeit der Zer⸗ riſſenheit, bei den mancherlei Nöthen und Bedrängniſſen, womit wir ja frei⸗ lich ſelbſt hier reichlich zu kämpfen haben, und die ſo leicht das Herz verengen, dennoch der Synode Muth und Freudigkeit geſchenkt wurde, durch die Sen⸗ dung zweier Delegaten der theuren Mutterkirche im alten lieben Vaterlande es thatſächlich zu bezeugen, wie ſehr es ihr am Herzen liege, bei der einigen geiſtigen Gemeinſchaft, worin wir durch den gemeinſamen Glauben und das gemeinſame Bekenntniß ſtehen, auch äußerlich in eine engere Verbindung zu treten. Wie die theuren Brüder in Deutſchland dieſem ausgeſprochenen Wunſche entgegen gekommen, ja, wie ſie nicht blos mit Worten, ſondern mit thätigen Liebesbeweiſen und Hülfsleiſtungen darauf geantwortet, wie na⸗ mentlich der theure Mann Gottes, deſſen Eifer unſere Synode ſchon ſo vieles verdankt, der Herr Pfarrer Löhe, und die mit ihm für den Aufbau der luthe⸗ riſchen Kirche in Amerika Verbundenen ihre Liebe und Sorge für ihre Glaubensbrüder in dieſem Abendlande, namentlich auch durch die Stiftung