# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1851_S179 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 179 — Dienſt der Kirche herzugeben; wie haushälteriſch wir aber auch mit den vorhandenen Kräften umgehen müſſen, und wie die zu dem großen Arbeits⸗ felde verhältnißmäßig geringe Zahl der Arbeiter eine deſto weiſere Verthei⸗ lung derſelben nöthig mache, damit man nicht in den mißlichen Fall gerathe, große, volkreiche Gemeinden unverſorgt zu laſſen, während man an Plätzen, die nur einen geringen Erfolg verſprechen, die Kräfte ſparen könnte. Herr Paſt. Brauer wurde inſonderheit beauftragt, durch eine Anſprache im „Lutheraner“ allen chriſtlichen Eltern die heilige Pflicht an's Herz zu legen, ihre befähigteren Söhne für's Predigeramt heranbilden zu laſſen, und die Gemeinden zu ermuntern, die ärmeren Kinder zu dieſem Zwecke zu unterſtützen. Detroiter Sache. Dieſe bereits auf voriger Synodalverſammlung beſprochene Sache wurde durch die beiden Brüder Miſſionar Baierlein und Paſtor Clöter noch einmal angeregt. Dieſelben erklärten nämlich, durch Gewiſſensbedenken ge⸗ drungen worden zu ſein, die Partei des Hrn. Paſtor Winkler in Detroit und namentlich ihn ſelbſt zu hören, und ſich aus eigener Einſicht in die vorhan⸗ denen Akten von dem wahren Stand der Sachen zu unterrichten. Sie ſeien nun hierdurch zu der Ueberzeugung gelangt, daß allerdings dem Hrn. Paſtor Winkler unrecht geſchehen ſei, daß jene Leute, welche ſich jetzt an unſere Sy⸗ node angeſchloſſen und in Hrn. Paſtor Schaller einen Prediger von derſelben bekommen haben, ſich von ihrem erſtmaligen Seelſorger, Hrn. Winkler, aus Widerſtreben gegen chriſtliche Ordnung und Zucht getrennt, hinter ſeinem Rücken Gemeinde⸗Verſammlungen gehalten, gepredigt, Sacramente verwal⸗ tet hätten, ehe die Sache entſchieden war, und demnach mit vollem Recht als Rottirer zu bezeichnen ſeien. Unſere Synode habe darum große Sünde ge⸗ than, daß ſie den Unzufriedenen einen Prediger gegeben habe, der überdies die vom Paſtor Winkler Gebannten angenommen und ſich zugleich mit von dieſen habe berufen laſſen. Gegen dieſes Verfahren, Prediger in fremde Gemeinden ohne gehörige Unterſuchung und ohne gehöriges Vernehmen mit dem gegenſeitigen Miniſterium zu ſenden, proteſtiren die beſagten Brüder als ungerecht und gottlos, und beſchwören die Synode, ſolche Greuel abzuthun und Buße zu thun. Inſonderheit führen ſie 5 Punkte auf, aus welchen ſie den Beweis zu führen ſuchen, daß der vorjährige Bericht des Hrn. Profeſſor Crämer über dieſe Sache falſch und unwahr ſei. Ehe es zur Unterſuchung dieſer 5 Punkte kam, wurden auf Wunſch der Brüder Baierlein und Clöter verſchiedene Schreiben vorgeleſen; unter andern 3 Briefe des Hrn. Paſtor Winkler, welche ein anderes Licht auf dieſen ganzen Handel werfen ſollten, als was die Synode bisher darüber gehabt; wiewohl ihr Inhalt derart war, daß ſie die Synode nur in der Ueberzeugung beſtär⸗ ken mußten, daß ſie das Verfahren des Paſtor Winkler von Anfang an rich⸗ tig beurtheilt hatte. Der erſte Anklagepunkt gab dem Bericht des Hrn. Profeſſor Crämer in der Stelle Unwahrheit Schuld, wo er ſagt, daß Paſtor Winkler diejenigen ſeiner Gemeindeglieder, die ſich über ſeine Prieſterherrſchaft und widerrecht⸗ liche, eigenmächtige Vollziehung des Bannes in ihrem Gewiſſen beunruhigt fühlten, nicht gehört habe. Dagegen gaben nun Miſſionar Baierlein und Paſtor Clöter folgenden Bericht: 7 Glieder aus der Gemeinde des Paſtor Winkler ſeien am 4. März 1850 zu ihm ins Haus gekommen mit dem Ver⸗ langen, ihm etwas vorleſen zu dürfen, deſſen Inhalt dieſer geweſen, daß ſie