# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1851_S174 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 174 — Einer unſerer Brüder iſt durch ſchnellen Tod mitten aus ſeiner Arbeit unter den Heiden abgerufen worden. Es war der ſelige Miſſionar Maier, der, trotz ſeiner Jugend, durch ſeine Demuth, freudigen Glauben und Treue uns Alle erbaut hat. Sein Tod war menſchlicher Weiſe als ein großer Schlag für unſere Miſſion zu achten. Doch danken wir dem HErrn, daß der hin⸗ geſchiedene Bruder aus ſeiner mühſeligen Arbeit in die ſelige Freude des Himmels eingegangen iſt, und daß der HErr uns zum Troſt einen jungen Mann erweckt hat, der uns, ſo Gott will, ein immer vollkommnerer Erſatz für den Hingeſchiedenen werden wird. Weiter hat uns der HErr in dem Herrn Paſtor Crämer durch deſſen Wegberufung an einen andern Poſten einen tüchtigen Arbeiter entzogen, welchen zu miſſen uns um ſo ſchmerzlicher berührte, weil er ſo zu ſagen der Vater unſerer Miſſion unter den Indianern Michigans war, und nun ſein Frankenmuther Miſſionsfeld inſonderheit verwaiſ't iſt. Doch fügten wir uns auch in dieſen gnädigen Rathſchluß des HErrn und baten Ihn, Er wolle uns Seine Wege mit Dank und Freude erkennen laſſen. Wir ſind nun über beide Verluſte von dem HErrn wieder getröſtet worden, indem wir es freudig bekennen, daß der HErr nicht ſeine Hand von uns abgezogen, ſondern ſeinen Segen bis heute reichlich auf unſer beſtehendes Miſſionswerk gelegt hat. Dafür möge die Geſchichte der ein⸗ zelnen Stationen ſprechen. 1. Station Shiboyangk. Der ſchwere Verluſt, den die eben geſammelte Gemeinde zu Shiboyangk durch den Tod ihres Seelſorgers erlitt, hat die jungen Chriſten ſichtbar er⸗ ſchreckt, indem es ja einem reiferen Chriſten oft nicht gegeben iſt, die Wege des HErrn ſo ſchnell als die heilſamſten zu durchſchauen. Doch hat ſich die junge Gemeinde auch als eine ſolche gezeigt, die ihre Liebe zum Evangelium von ihrer Liebe gegen den jedesmaligen Träger des Amts wohl zu unter⸗ ſcheiden weiß. Ihre Liebe zum Evangelium iſt mit dem Tode ihres Miſ⸗ ſionars nicht geſtorben, ſondern iſt nur deſto ſtärker und lieblicher hervor⸗ gebrochen. Denn ſie hat ſofort aber und abermals angehalten, daß die Predigt, die bisher unter ihnen erſcholl, ihnen auch fernerhin dargereicht werden möge. Das iſt bisher nach Möglichkeit durch den Herrn Miſſionar Auch von Sibiwaing aus geſchehen, und dankbar auch vom Häuptling Me⸗ ganegiſkik, als auch ſeiner Gemeinde anerkannt worden. Doch ſehnt ſich die Gemeinde von Herzen darnach, daß wieder ein eigener Miſſionar, wo möglich Miſſionar Auch ſelbſt, unter ihnen weilen und ſie täglich lehren möge. 2. Station Sibiwaing. Die Sibiwaing⸗Indianer ſind, trotz aller treuen, langjährigen Arbeit des Miſſionar Auch unter ihnen, noch immer die alten, Gott entfremdeten Heiden, die ganz thieriſch bei ihren Feſten praſſen, deren ſie viele feiern. Ein ſolches Feſt und Saufgelage brachte vor Kurzem den Häuptling Nacktſchikome dem Tode nahe, doch hat er ſich zum Erſtaunen Aller wieder erholt; er iſt leiblich, aber leider! nicht geiſtig geneſen und hindert die ganze Bande, dem Evangelium bei ſich Eingang zu gönnen. Er weiß, daß er in Sünden und Schanden ſteckt, will aber nicht Buße thun. Außer der Verſtocktheit des Häuptlings hindert die Argliſt der Methodiſten das Werk des HErrn nach wie vor. Die alten Lügen werden von ihnen ſtets wieder aufgewärmt und neu gewürzt, damit ſie von Neuem Eingang bei den Indianern finden. Doch