# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1851_S170 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 170 — lich aus einem Nachwort, welches die Anwendung der Theſen auf die gegen⸗ wärtigen Lehrdifferenzen zeigen ſoll. Zum Beweis für die Theſen gibt der Verfaſſer Citate a) der heiligen Schrift, b) der ſymboliſchen Bücher, c) der anerkannt bewährteſten Lehrer unſerer und der alten Kirche, um ſo auf das kräftigſte den Schein einer Neuerung in der Lehre zurückzuweiſen, die Ueber⸗ einſtimmung der ganzen Kirche von Anfang an mit unſerer Kirche zu zeigen, und dieſe Uebereinſtimmung durch ſachgemäße Zuſammenſtellung vielfacher Zeugniſſe in deſto klareres Licht zu ſetzen. Der Charakter der ganzen Schrift ſolle mehr ein apologetiſcher (vertheidigungsmäßiger) als polemiſcher (be⸗ kämpfender) ſein, um deſto mehr zu ruhiger Prüfung einzuladen und den drohenden Riß in Liebe zu heilen. Die Synode erklärte ſich mit dieſem Plan vollkommen einverſtanden, und billigte auch die vom Verfaſſer gewählte apologetiſche Lehrweiſe in ſo weit, daß dabei der gehörige Nachweis von der Unhaltbarkeit der entgegenſtehenden Irrthümer gegeben würde. Der theure Verfaſſer theilte nun die einzelnen Theſen mit, zu deren jeder die Synode ihre Beiſtimmung gab. Da jedoch das Buch ſelbſt in kurzem erſcheinen wird, ſo wäre es überflüſſig, hier eine ins Einzelne gehende Mit⸗ theilung zu machen. Die Verleſung ſelbſt und die daran ſich knüpfenden Discuſſionen (Erörterungen) über kirchliche Lehre und Praxis nahmen mit wenig Unterbrechungen 8 Sitzungen in Anſpruch. Es war dies unſtreitig der Theil der Verhandlungen, der ſich am fruchtbringendſten erwies, die Her⸗ zen Aller mit großer Freudigkeit über die Schriftmäßigkeit, Klarheit und Lieblichkeit unſerer Lehre erfüllte, und ſie empfinden ließ, wie der Friede des Geiſtes Gottes die ſüße, wohlſchmeckende Frucht rechter Einigkeit und Gewißheit des Glaubens ſei. Wenn aber doch auch der Leſer wünſcht, wenigſtens etwas von dieſen geſegneten Verhandlungen zu erfahren, ſo kommt Schreiber dieſes in einige Verlegenheit. Denn einmal ſoll er dem Eindruck des zu erſcheinenden Buches, welches die Lehre von Kirche und Amt in ihrem ganzen Zuſammenhang klar und lichtvoll gibt, nicht durch unklare Bruchſtücke vorgreifen; andern⸗ theils möchte er die lieben Leſer, die nicht bei der Synode gegenwärtig waren, nicht gar ſo leer abſpeiſen. Es ſei ihm daher vergönnt, wenig⸗ ſtens Einiges davon zu erzählen. Der Grundpfeiler, auf welchem der werthe Herr Verfaſſer das Ge⸗ bäude ſeines Buchs aufgeführt hat, iſt die ewig feſte Wahrheit: Die Kirche iſt dem Weſen nach eine unſichtbare, die Gemeinde der wahrhaft Gläu⸗ bigen und Heiligen, zu der kein Unwiedergeborener, Heuchler und Gottloſer gehört; deren Vorhandenſein aber nach dem 7. Artikel der Augsburger Con⸗ feſſion durch die reine Predigt des Worts und die ſchriftgemäße Verwaltung der Sacramente erkennbar wird; und dieſe unſichtbare Kirche iſt die wahre Inhaberin und Trägerin aller himmliſchen Güter, Rechte, Aemter und Ge⸗ walten, welche Chriſtus ſeiner Kirche gegeben hat. Es kam hierbei zur Sprache, wie der 7. Artikel der Augsburger Con⸗ feſſion oft in der Weiſe falſch gedeutet würde, daß man darin zugleich eine Beſchreibung der unſichtbaren und ſichtbaren Kirche zu finden glaube; als werde dort der ganze Haufe der Zuhörer, denen das Wort Gottes rein und lauter verkündigt wird, für die wahre heilige Kirche JEſu angeſehen; da doch die Confeſſion nicht mehr ſagen will, als daß man bei dem reinen Wort und Sacrament als gewiſſen untrüglichen Kennzeichen erkennt, daß unter dem Haufen der Hörer die wahre heilige Kirche JEſu verborgen iſt, weil das Wort Gottes die unfehlbare Verheißung hat, daß es allezeit Herzen finde, in denen es zur Kraft und zum Leben kommt. Und nur dieſe ſinds, die Chriſto und