# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1851_S169 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 169 — den Schaden überwogen werden, den unſere ganze Kirche durch den ſie bedro⸗ henden Riß erleiden würde. Für die im Seminar eintretende Vacanz konnte freilich kein Erſatzmann aufgeſtellt werden, ſo daß die Studenten indeß auf ihre Privatſtudien gewieſen werden müßten; aber für die durch Paſtor Wy⸗ nekens Abweſenheit verurſachte Vacanz wurde Dr. Sihler vorgeſchlagen; und da der Deputirte der St. Louiſer Gemeinde, Herr Barthel, auf dieſen Vorſchlag hin die beſte Hoffnung für die Zuſtimmung der dortigen Gemeinde in die Wahl der vorgenannten Brüder als Delegaten machte, ſo blieb die Synode vorläufig bei der Wahl ſtehen, indem ſie für den möglichen Fall, daß Paſtor Wyneken nicht abkommen könnte, den Herrn Dr. Sihler als Beglei⸗ ter Profeſſor Walthers vorſchlug. Der dritte Punkt bei Berathung der Delegationsſache war die Ausdehnung der Reiſe ſelbſt, wobei die Synode zu dem Reſultat kam, daß, obwohl es wünſchenswerth ſei, ſie über alle diejenigen Staaten Deutſchlands auszudehnen, in welchen ſich ein neu aufgewachtes Leben der lutheriſchen Kirche kund gebe, ſo müſſe doch die Rückſicht auf das College ſowohl, als die Gemeinde zu St. Louis eher zu einer Abkürzung als Verlängerung der Reiſe rathen; es möchte daher mehr das Ziel der Delega⸗ ten ſein, ſich mit den Häuptern und Stimmführern der bekenntnißtreuen Lutheraner zu beſprechen; Paſtoralconferenzen zu beſuchen und nach Umſtän⸗ den ſolche zu veranlaſſen. Alle näheren Beſtimmungen müßten natürlich ihrem Ermeſſen und den Umſtänden überlaſſen bleiben. Der letzte Punkt endlich, die Reiſekoſten betreffend, unterlag bereits keiner Schwierigkeit mehr, da viele Gemeinden ſchon ſehr liberale Sendungen und Zuſicherungen gemacht hatten, ſo daß man wegen Aufbringung der veranſchlagten Summe von 700 bis 800 Dollars keinen Zweifel mehr zu hegen brauchte. Es wurde endlich beantragt, die wichtige Sache der Delegation ins öf⸗ fentliche Kirchengebet einzuſchließen, wozu Alle ihre innige Zuſtimmung gaben. Der Schreiber dieſes erlaubt ſich, dieſem Bericht die Nachricht beizu⸗ fügen, daß die Reiſe, die unmittelbar nach der Synode erfolgen ſollte, durch eine mehrwöchentliche Krankheit des Herrn Profeſſor Walther zwar aufge⸗ ſchoben wurde, aber nach Wiedergeneſung desſelben unter göttlichem Beiſtand nach der Mitte des Monats Auguſt wirklich angetreten worden iſt. Der HErr wolle die theuern Brüder durch ſeine heiligen Engel geleiten und ihr Werk mit ſeinem Segen krönen. Vorlage des Herrn Profeſſor Walther zu einer Schrift über Kirche und Predigtamt. Als bei der letztjährigen Synodalverſammlung der zweite Grabau'ſche Synodalbrief mit ſeinen falſchen Beſchuldigungen und Anklagen gegen unſere Lehre und Praxis zur Sprache kam, wurde es für gut angeſehen, eine Schrift zur Rechtfertigung unſerer Lehre über Kirche und Amt zu veröffentlichen, zumal da wir nicht blos von Herrn Paſtor Grabau in dieſen Stücken falſcher Lehre beſchuldigt ſind, ſondern auch unter den mit uns bisher in Glaubens⸗ gemeinſchaft ſtehenden Brüdern in Deutſchland uns eine abweichende Anſicht entgegengetreten iſt. Herr Profeſſor Walther hatte im Auftrag der Synode die Ausarbeitung dieſer Schrift übernommen, und legte den Entwurf der⸗ ſelben der diesjährigen Verſammlung zur Prüfung vor. Nach dem von ihm mitgetheilten Plan beſteht die Schrift aus 3 Theilen: aus einem Vor⸗ wort, eine hiſtoriſche Darſtellung der Verhältniſſe gebend, unter welchen die Schrift entſtanden iſt; aus einer Anzahl Theſen, welche ſowohl unſere Lehre von der Kirche als auch vom Predigtamte kurz und beſtimmt darſtellen; end⸗