# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1856_S339 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchliche Zustände im Coburgischen. 339 1 Petr. 5, 2. 3. Daher hat die Kirche das Recht und die Gewalt, die Hirten zu berufen; 4) aus dem Nutzen der Zuhörer. Was Alle angeht, muß mit der Genehmigung und Zustimmung Aller geschehen. Daß aber tüchtige und rechtgläubige Kirchendiener eingesetzt werden, geht alle Stände an. Daher muß dies auch mit der Einwilligung und Zustimmung Aller geschehen. Das meint der Apostel, wenn er fordert, daß der Bischof, der gewählt werden solle, ein gutes Zeugniß von denen die draußen sind, haben müsse. 1 Tim. 3, 7. Wenn er von denen ein gutes Zeugniß haben soll, die draußen sind, wie viel mehr von der Kirche, der er vorstehen soll! Zur zweiten Klasse der Gründe gehört der apostolische Brauch. Aus demselben ergiebt sich folgender Grundsatz. Die Art und Weise, welche die Apostel beobachtet haben, Kirchendiener zu berufen, wird mit Recht noch jetzt in der Kirche beobachtet. Aber die Apostel haben die Kirchendiener auf die Weise berufen, daß auch die Zustimmung der Kirche hinzukam. Apg. 1, 23., 6, 3. 5. 6., 14, 23., 15, 22., 1 Cor. 16, 3., 2 Cor. 8, 19., 1 Tim. 3, 7., 4, 14., 5, 22. Die dritte Klasse der Beweise ist der Brauch der ersten Kirche, den die Beschlüsse der Kirchenversammlungen, die Sprüche der Väter und die bewährten Beispiele rechtmäßiger Berufung bezeugen. Das Alles ist beschrieben im 6. Theil der Abhandlung vom Kirchendienst, §. 94 ff. Johann Gerhard. (Kathol. Bekenntn.) Warum küßt man dem Papst die Füße? Weil der Antichrist mit der Ferse allein das Heilige berührt: denn er zertritt, so viel an ihm ist, das Würmlein Jakob. K. R. ————— (Aus dem „Freimund.“) Kirchliche Zustände im Coburgischen. So weit es in Deutschland eine lutherische Kirche giebt, gilt unser Herzogthum in christlicher und kirchlicher Hinsicht für den finstersten Winkel, und schwerlich mit Unrecht. Woher kommt diese Finsterniß? — Seit ungefähr 50 Jahren herrscht bei uns der Rationalismus oder die Vernunftschwärmerei und durchdringt nun jetzt erst recht das ganze Leben des Volkes. Von den Schulen hat diese Schwärmerei (denn was ist größere Schwärmerei, als zu meinen, die Vernunft des sündigen Menschen könne über Gottes Wort zu Gericht sitzen!) längst Besitz genommen. Vielen unserer Schullehrer liegt ihr Beruf wirklich am Herzen. Sie sind für verschiedene Unterrichtsgegen⸗