# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1850_S147 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 147 — ſtäcken. Ich erwiederte ihm, daß er dies erſt beweiſen müſſe. Er ſagte, er habe jetzt keine Zeit dazu, könne auch nur vor ſeinem Kirchenvorſtand mit uns verhandeln, wolle mich aber am nächſten Montag vor denſelben rufen laſſen. Dies geſchah dann auch und ſo begab ich mich denn am Montag⸗ Abend in Begleitung der drei Männer, vor deren Ohren er mich der falſchen Lehre bezichtigt hatte, und eines andern unparteiiſchen Zeugen, des Herrn Miſſionszöglings Sommer, in ſein Haus. Da wollte er aber gar nicht gel⸗ ten laſſen, daß dieſe drei Männer zugegen ſeien, wollte ſich auch durchaus nicht auf den Beweis ſeiner harten Beſchuldigung gegen mich einlaſſen, ſon⸗ dern ſagte, ich ſei gerufen, mir anzudeuten, daß ich hier nichts mehr zu thun habe. Ich erklärte ihm und ſeinen noch zu ihm haltenden wenigen Gliedern, die nebſt dem Vorſtand zugegen waren, daß dies unchriſtlich und unehrlich ſei, und beſtand darauf, daß er mir beweiſen müſſe, worinnen ich falſch lehre. Allein keiner wollte mich hören, ja Herr Paſtor Winkler gerieth ſo in Wuth, daß er mich dreimal mit dem Arm auf die Bruſt ſtieß. Nach⸗ dem ich abermals bezeugt hatte, daß mir groß Unrecht geſchehe, alle Worte der Güte und des Ernſtes aber an Winkler vergeblich waren, gingen wir be⸗ trübten Herzens weiter. Um noch das Aeußerſte zu verſuchen, ſchrieb ich ihm folgenden Tags noch einen eindringlichen Brief, da ich hoffte, er werde viel⸗ leicht über Nacht ruhiger geworden ſein. Darin bat ich ihn, mir in Gegen⸗ wart des Hrn. Sommer, der den Brief eigenhändig überbrachte, einen Zwie⸗ ſprach zu vergönnen, um ihn mit der Hülfe Gottes zur Erkenntniß ſeiner großen Sünde und Ungerechtigkeit gegen mich und ſeiner Unlauterkeit in die⸗ ſer ganzen Sache zu bringen. Er nahm aber den Brief gar nicht an, ſelbſt dann nicht, als ihm Herr Sommer den Inhalt in Kürze mitgetheilt hatte, ſondern ſchickte mir ihn uneröffnet zurück. Da nun nach langer Geduld auf's gewiſſeſte offenbar geworden war, daß Herr Winkler dem Beſchwerde führenden und in ſeinem Gewiſſen beunruhigten Theil ſeiner Gemeinde durch⸗ aus nicht vergönnte, die Sache vor eine unparteiiſche rechtgläubige Commit⸗ tee, zu welcher ſie hätten Zutrauen faſſen können, zu bringen, ſo blieb ihnen nichts anderes übrig, als ſich von ihm loszuſagen. Das thaten ſie in ge⸗ bührender Weiſe und unter Anführung der drei wichtigen Gründe: 1. Daß ſich Herr Paſtor Winkler ſeit mehr denn einem Jahre zu vielen wiederholten Malen greulichen Mißbrauch des Bannes habe zu Schulden kommen laſſen, indem er dabei nicht nach göttlicher Ord⸗ nung, wie dieſelbe Matth. 18. deutlich vorgeſchrieben iſt, ſondern nach Willkühr gehandelt und ſich damit, wie ſonſt noch, vielfach gegen 1 Petri 5. als herrſchſüchtig erwieſen habe; 2. Daß er die Vorſtellungen ſeiner Gemeindeglieder, die ſie ihm Gewiſſens⸗ halber machen mußten, nicht angenommen, ſondern ſie durch Verdre⸗ hung als eine Klage, die wider ihn geführt würde, hingeſtellt habe. 3. Daß er, als ſie auf ſeinen Vorſchlag eingingen und die Sache vor ein ehrliches, competentes, bekenntnißtreues kirchliches Gericht bringen und nach Gottes Wort entſcheiden laſſen wollten, auch ihren Theil der zu bildenden Committee längſt herbeigebracht hatten, alle Ver⸗ ſuche, ein ſolches Gericht zu Stande zu bringen, vereitelt hat und zuletzt nach mehr denn 1½monatlichem Warten völlig als ein ſolcher offenbar geworden iſt, der durchaus nicht an's Licht kommen will, weil ſeine Werke böſe ſind. (NB.) Auch hat Herr Paſtor Winkler ſich der Sünde ſchuldig ge⸗ macht, die eigene Conſtitution der Gemeine zu brechen. Gez. Auguſt Crämer.