# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1850_S146 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 146 — mitzunehmen für gut hielt, nach Detroit ab, nachdem ich zuvor mein Kom⸗ men ſchriftlich angemeldet hatte. Wir fanden Herrn Paſtor Winkler gerade nicht zu Hauſe, hörten auch zu unſerem Leidweſen, daß er von unſerer Hier⸗ herkunft noch gar nicht in Kenntniß geſetzt ſei. Wir warteten daher ſeine Heimkehr ab, gingen dann zu ihm und ſagten ihm den Zweck unſeres Hier⸗ ſeins, indem ich mich dabei durch Vorzeigung des benannten Briefes d. d. 5. April als das von unſerer Synode den Leuten auf ihr Begehr zugeſendete Committee⸗Mitglied legitimirte. Obgleich er deßhalb, daß wir ſo ſpät ge⸗ kommen ſeien, anfangs nur wenig Hoffnung gab, daß in nächſter Zeit eine Committee würde zu Stande kommen können, und dabei eine Gleichgültigkeit in dieſer die Gewiſſen ſeiner meiſten Kirchkinder beunruhigenden Sache kundgab, die einem treuen Seelſorger keineswegs geziemend iſt, ſo mußte er ſich doch bald überzeugen, daß der bisherige Verzug kein verſchuldeter ſei, und willigte endlich ein, ſeinen Theil auf nächſte Woche nach Detroit zu berufen, und zwar gleichfalls in doppelter Perſon, damit wir um ſo leichter über das von uns zu ernennende dritte Committee⸗Mitglied einig werden könnten. Nach Paſtor Winklers eigener Berechnung konnte in 4—5 Tagen Antwort da ſein und konnte ſein Theil zugleich mit dem Briefe eintreffen. Dies abzuwarten, gingen wir einſtweilen nach Monroe. Als wir zurückkamen, war Paſtor Winkler wieder in ſeiner Landgemeinde, hatte uns aber einen Brief zurück⸗ gelaſſen, durch den er uns beſtimmen wollte, unverrichteter Sache wieder heim zu gehen, noch ehe die Antwort ſeines Theils eingelaufen war. Wir hielten uns aber verbunden, dieſe abzuwarten. Darüber war Paſtor Winkler faſt böſe, ging Nachmittags auf die Poſt und brachte den Beſcheid, daß ein Brief angekommen ſei, darin fürs Erſte geſtimmt, für die Pfingſtwoche aber, die ich als zweiten Termin vorgeſchlagen hatte, wegen dringender Amtsgeſchäfte vorläufig abgeſagt wäre. Da blieb uns denn nichts anderes übrig, als für jetzt zu gehen, zuvor aber noch einen weitern Termin anzuberaumen und zwar auf Donnerstag den 13. Juni. Jedoch noch vor Ablauf dieſer Zeit reiſ'te Herr Paſtor Winkler nach Buffalo zum Hrn. Paſtor Grabau und ſuchte bei ſeiner Rückkunft von dort die Gemeinde zu vermögen, daß ſie ſich an die Buffaloer Synode anſchließe, indem er zugleich auf uns in den heftigſten Ausdrücken ſchmähte und läſterte. Die Beſchwerdeführenden beſtanden aber darauf, daß ihre Sache von einem unparteiiſchen Gerichte entſchieden wer⸗ den ſolle, daß ſie ſich Gewiſſenshalber nicht an Buffalo anſchließen könnten, zu unſerer Synode aber ein gutes Zutrauen hätten. Mittlerweile erhielt ich unterm 10. Juni einen Brief von Hrn. Paſtor Winkler, darinnen er mir erſtlich anzeigt, daß in Detroit ein Gerücht ginge, ich wolle aus Gliedern ſeiner Gemeine eine neue, alſo Gegengemeine gründen, und mich davor war⸗ nen zu müſſen glaubt, dann aber ſagt, daß ich in der bewußten Committee⸗ Angelegenheit nicht mehr zu kommen brauche, denn, wie jetzt die Sachen ſtün⸗ den, würde und könne keine ſolche Committee zu Stande kommen. Zwei Tage darauf aber erhielt ich zu gleicher Zeit zwei Briefe von den Leuten, darinnen ſie mich dringend baten, eilig zu ihnen zu kommen, indem Winkler durch allerlei Ränke hintertreiben wolle, daß ihre Sache nicht vor einem unpar⸗ teiiſchen Gerichte verhandelt würde, indem er ſie unter die Buffaloer Synode, die ſie für falſch erkannten, bringen wolle. So ging ich denn hin. Als ich aber am Morgen nach meiner Ankunft, Samstag den 15. Juni, mich mit dreien der Leute zu Herrn Paſtor Winkler begab, wurden wir da ſehr übel empfangen und kurz damit abgefertigt, daß er mich nicht weiter als ein recht⸗ gläubiges Committeeglied anerkennen könne, da ſein Theil, welches die Buf⸗ faloer wären, mit uns nichts zu ſchaffen hätte, weil wir in falſcher Lehre