# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1850_S116 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 116 — gegenwärtigen Sitzungen hingegen beginnen wir nicht nur mit der Empfin⸗ dung harter Schläge der göttlichen Hand, die wir ſeit unſerem letzten Zu⸗ ſammenſein haben erfahren müſſen, ſondern auch mit der Ausſicht auf ſchwere Prüfungen und entſcheidungsvolle Kämpfe, in die uns dieſelbe Hand hineingeführt hat. Um nur an das Wichtigſte zu erinnern, ſo hat es Gott erſtlich nach ſeinem unerforſchlichen Rathſchluß gefallen, mehrere unſerer rüſtigſten und tüchtigſten Mitſtreiter in dem heiligen Kriege, den wir gegen das Reich der Lüge und Sünde zu führen berufen ſind, aus unſeren Reihen zu nehmen. Ich nenne Ihnen hier nur die Namen Löber, Wolter, Buttermann und Fleſſa, und Sie werden mit mir die Größe des Verluſtes ermeſſen, welchen unſere Synode ſeit ihrer letztjährigen Verſammlung erlitten hat. An unſerem Löber hat ſie — ich fürchte hier keinen Widerſpruch — ihre Krone, ihren Vater in Chriſto, ihr lebendiges Vorbild eines erfahrenen und recht⸗ ſchaffenen Dieners der Kirche in Lehre und Leben, im Weiden und Streiten, in freundlicher Liebe und ehrfurchtgebietendem Ernſte, ihren wohl brünſtig⸗ ſten Fürbitter, kurz, einen Mann verloren, der ſich für ſie zur Mauer machte und wider den Riß ſtand. An unſerem Wolter ferner hat unſere Synode einen, ebenſo was Treue und Eifer, als was Fähigkeit betrifft, ausgezeich⸗ neten Lehrer eines ihrer Predigerſeminare und ein hell leuchtendes Vorbild inſonderheit ihrer jüngeren Glieder verloren. Auch mit unſerem Butter⸗ mann und Fleſſa endlich hat unſere Synode nicht geringe Hoffnungen für die Förderung des Reiches Gottes zu Grabe tragen müſſen, zu denen ſie auch der Dienſt dieſer jungen kräftigen Arbeiter berechtigt hatte. Durch die Heimrufung dieſer vier theuren Glieder unſeres Verbandes in einer Zeit, in welcher die Kirche täglich ihre Klage über Mangel an Arbeitern für die große Ernte vor dem HErrn ausſchütten muß, hat uns Gott ſo hart gezüch⸗ tiget, wie er uns härter kaum hätte züchtigen können. Laut und vernehm⸗ lich iſt uns hierdurch zugerufen worden: „So demüthiget euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu ſeiner Zeit.“ 1 Petri 5, 6. Eine zweite Urſache aber, warum wir heute mit ſchwererem Herzen, als je, in die Vergangenheit und Zukunft blicken müſſen, iſt, daß wir in dem verfloſſenen Synodaljahre traurige Erfahrungen gemacht haben auch in Be⸗ treff mehrerer Gemeinden, welche von Gliedern unſeres Synodalverbandes bedient worden ſind. Mehrere derſelben haben nämlich das ihnen mit Treue gepredigte Wort nicht als Gottes Wort aufgenommen, ſondern trotz aller Belehrung und trotz alles Bittens und Ermahnens hartnäckig von ſich geſtoßen und ihre treuen Seelſorger genöthigt, ſich von ihnen, als Leuten, die ſich ſelbſt nicht werth achteten des ewigen Lebens, zu wenden und den Staub von ihren Füßen zu ſchütteln. Und wenn es auch hie und da durch Gottes Gnade einen ſolchen traurigen Ausgang noch nicht gewonnen hat, ſo kann ich es Ihnen doch heute nicht verhehlen, daß noch immer mehrere gerade unſerer treueſten Prediger in ihren Gemeinden nicht wenig Widerſtand finden und daher ihr Amt nur mit Seufzen unter ihnen führen können. Der be⸗ trübteſten Nachrichten hierüber ſind in dem verfloſſenen Synodaljahr ſo viele bei dem Präſidium unſerer Synode eingegangen, daß ich, ich geſtehe es, zugleich im Hinblick auf den Verluſt tüchtiger Arbeiter, den wir zu derſelben Zeit erfuhren, jenes Wort des Kleinglaubens oft kaum zu unterdrücken ver⸗ mochte: „HErr, hilf uns, wir verderben!“ So wichtig und empfindlich jedoch, ehrwürdige Herren und Brüder, dieſe Erfahrungen uns geweſen ſind und noch ſind, ſo kann ich doch nicht umhin, vor Ihnen die Ueberzeugung auszuſprechen, daß unſere Synode in