# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1850_S115 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 115 — Synodalverſammlung im Jahr 1850. Wegen der durch die Cholera (welche in dieſem Jahre St. Louis wieder heimſuchte) hervorgerufenen hindernden Umſtände konnte die Synode zu der im vorjährigen Synodalberichte angegebenen Zeit ihre diesjährigen Sitzun⸗ gen nicht halten; es wurde aber der Vorſchlag mehrerer Synodalen, „die Verſammlung in der Zeit vom 2.—12. October l. J. ſtattfinden zu laſſen“, von den meiſten Mitgliedern um ſo mehr angenommen, als viele wichtige Sachen zur Berathung vorlagen. Demzufolge fanden ſich die betreffenden Prediger und Gemeinde⸗Deputirten am Mittwoch, den 2. October, Vormit⸗ tags 9 Uhr, in der Dreieinigkeitskirche der deutſchen evang.⸗lutheriſchen Ge⸗ meinde ungeänderter Augsburgiſcher Confeſſion zu St. Louis ein, und der ſeitherige Präſes, Herr Profeſſor Walther, eröffnete die Sitzungen mit dem Geſange: „Komm, Heiliger Geiſt, HErre Gott“, und einem herzlichen Gebete. — Es fanden im Ganzen 21 öffentliche Sitzungen, außerdem aber noch 14 Committeeberathungen und ſonſtige Zuſammenkünfte ſtatt. Die Eröffnung der Synodalſitzungen geſchah jedesmal in der Art, daß des Vormittags zum Anfang ein Geſang geſungen, dann ein Capitel aus der Apoſtelgeſchichte von einem Prediger vorgeleſen und Gottes Gnade und Segen zu unſeren Berathungen ꝛc. von ihm erflehet wurde. Ebenſo, nur mit Weglaſſung des Geſanges, wurden die Nachmittagsſitzungen eröffnet und den Schluß machte jedesmal das Gebet des HErrn. An den beiden Sonntagen ſowohl, als an mehreren Wochentagen fand Gottesdienſt ſtatt, wobei die Herren Paſtoren Biltz, Biewend, Jäbker, Dr. Sihler, Crämer, Lange, Schaller, Brohm, theils über die evangeliſchen Perikopen, theils über andere Texte predigten. Die Anzahl der größtentheils ſchon zu Anfang verſammelt geweſenen, theils ſpäter noch eingetroffenen Glieder, mit Einſchluß der neu aufgenom⸗ menen Prediger und Lehrer weiſet das obige Verzeichniß nach. Alles Uebrige wolle der geneigte Leſer aus dem Nachfolgenden entnehmen. Synodalrede des ſeitherigen Präſes, Herrn Profeſſors Walther. Ehrwürdige, in Chriſto geliebte Amts- und Glaubensbrüder! Wir beginnen diesmal unſere Synodalverhandlungen unter Umſtänden, wie bisher noch nie. Die Geſchichte unſerer Synodalgemeinde iſt offenbar gegenwärtig in ein neues Stadium eingetreten. Gott hatte uns bis zur Zeit unſerer letztjährigen Verſammlung nach ſeiner großen Barmherzigkeit mit ſchweren Heimſuchungen verſchont und uns die Gnade verliehen, daß wir uns ungeſtört bauen konnten. Es war uns bis dahin eine Zeit gegönnt, ähnlich jener Zeit, die uns der heilige Evangeliſt Lucas mit den Worten beſchreibt: „So hatte nun die Gemeine Frieden durch ganz Judäa und Ga⸗ liläa und Samarien, und bauete ſich, und wandelte in der Furcht des HErrn, und ward erfüllet mit Troſt des Heiligen Geiſtes.“ Act. 9, 31. Unſere