# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S99 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 99 — Erwiderung auf die Gründe, die von mehreren Seiten für die Theilung der Synode erhoben worden. So beherzigenswerth die Gründe ſind, die von mehreren Seiten für die ſofortige Theilung unſerer Synode und für die Errichtung von Zweig⸗ ſynoden vorgebracht worden, ſo erheben ſich doch nicht minder ernſte und wichtige Bedenken dagegen, die uns für's Erſte nicht mit freudigem Gewiſſen in eine ſolche Theilung einſtimmen laſſen. Wohl ſind die Entfernungen groß, die die einzelnen Synodalglieder räumlich von einander trennen; wohl wird deßhalb in jedem Jahr eine nicht unbedeutende Anzahl von Gliedern unſeres Verbandes theils aus Geldmangel, theils aus Mangel an Zeit verhindert ſein, an der Synodalverſammlung perſönlich Antheil zu nehmen. Namentlich wird dieſelbe von Seiten der Herren Deputirten meiſt nicht ſo fleißig beſucht werden können, als es zu wünſchen wäre. Doch ſind das immer nur Schwierigkeiten für Einzelne, die noch dazu ein guter Glaubensmuth und brünſtiger Eifer in vielen Fällen mit der Hilfe Gottes überwinden wird. Dagegen dürfte ſich im Folgenden klar herausſtellen, daß eine derzeitige Theilung der Synode die Erreichung ihrer gemeinſamen Zwecke in wichtigen Stücken beeinträchtigen würde. Das Wort des HErrn: ſeid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geiſt, hat uns getrieben, von den verſchiedenſten Seiten her auf Grund der Einen Wahrheit und des Einen lautern Bekenntniſſes in unſern jetzigen Synodal⸗ verband zuſammen zu treten. Gottes reicher Segen hat dieſen Schritt bis⸗ her begleitet. Ueber Bitten und Verſtehen hat der HErr an uns gethan. Wir unſerer Seits ſollen uns daher um ſo williger auch in dieſem Stück auf der ebenen Bahn des Geiſtes führen laſſen. Dieſe Willigkeit zu bethä⸗ tigen, haben wir nach Cap. I, §. 2 und 5. unſerer Verfaſſung bei Gründung unſeres Synodalverbandes vorzüglich den Zweck mit im Auge gehabt: die Einheit des reinen Bekenntniſſes unter uns zu erhalten und zu fördern, das ſeparatiſtiſche und ſectireriſche Unweſen, das beſonders in dieſem Lande ſo verheerend um ſich greift, gemeinſam abzuwehren, und auch zu dieſem Zweck die mancherlei Gaben des Geiſtes ſich zu gemeinſamem Nutz erweiſen zu laſſen. Nun iſt es eine nicht zu leugnende Thatſache, daß in ſo kurzer Zeit und bei einer ſo zahlreichen, nach Alter, Gabe, Erfahrung und Stufe der Erkennt⸗ niß ſo verſchiedenen Gliederſchaft unſerer Synode dieſelbe noch keineswegs genugſam nach Innen erſtarkt, noch nicht zu der männlichen Reife heran gediehen iſt, daß wir „allzumal einerlei Rede führeten und feſt aneinander hielten in Einem Sinn und in einerlei Meinung“. So wenig wir aber auch unſer Vertrauen auf Fleiſch ſetzen, und von dem Zuſammenſein in Einem Synodalverbande dasjenige erwarten wollen, was nur das Werk des Einen Geiſtes ſein kann, der uns leitet, ſo liegt doch bei ſofortiger Errichtung von Zweigſynoden menſchlicher Weiſe die Gefahr nahe, daß ſich aus Schuld unſeres böſen Fleiſches und durch die arge Liſt des Satans manches begeben dürfte, was für unſer immer innigeres Zuſammenwachſen und für eine immer lebendigere und bewußte Einigkeit im Geiſt keineswegs förderlich wäre. Wie leicht könnte es geſchehen, daß in unſerer letzten betrübten Zeit die ver⸗ ſchiedenen Zweigſynoden auch in verſchiedene Richtungen auseinander gingen! Dadurch würde bald ein Gegenſatz entſtehen, der zum mindeſten die Kraft lähmte, die wir zur gemeinſamen Abwehr des ſeparatiſtiſchen und ſecti⸗ reriſchen Unweſens vereinigen ſollten. Thatſächlich ſind überdies in unſerer