# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S95 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 95 — Committeebericht in Betreff der Schrift gegen Paſtor Grabau. In dem Vorwort zu dieſer Schrift finden wir vorerſt drei Gründe an⸗ gegeben, welche die Herausgeber bewogen haben, das Schriftchen zu veröffent⸗ lichen. Dieſe Gründe ſind: 1. die dringende Aufforderung vieler Brüder; 2. der Umſtand, „daß Herr Paſtor Grabau und ſeine gleichgeſinnten Herren Amtsbrüder nebſt 18 Deputirten ihrer Gemeinden ſie in einem öffentlichen Synodalbericht vom Jahre 1845 von Seiten ihrer Lehre, ihres Amtes und ihres Lebens aufs Bitterſte angegriffen, beſchimpft und ſomit ſelbſt herausgefordert haben, ſich nun auch öffentlich zu verantwor⸗ ten“; 3. die Wichtigkeit der hier verhandelten Gegenſtände. Ferner ent⸗ hält das Vorwort eine Anrede an die Gemeinden, in deren Namen und mit deren ſtillſchweigender Zuſtimmung der Synodalbrief vom Jahre 1845 ausgegangen iſt und vor denen die Herausgeber durch Paſtor Grabau als Neuerer und Sectirer und böswillige Feinde der Kirche und ihrer Paſtoren dargeſtellt worden waren, nebſt einer Aufforderung zur Prüfung und zum rechten Gebrauch des Inhalts des Büchleins. Zuletzt folgt eine „Warnung an diejenigen Leſer, welche dieſe Schrift mißbrauchen möchten, um entweder in einer verkehrten Abſonderung vom Predigtamt, oder in einer ſtolzen und ſchwärmeriſchen Hervorhebung ihres geiſtlichen Prieſterthums, oder in un⸗ ordentlicher und ſectireriſcher Aufwerfung von untüchtigen Predigern ſich zu beſtärken.“ Was das Vorwort betrifft, ſo muß die Committee bekennen, daß ſie die Gründe zur Herausgabe der Schrift nur billigen kann, ſowie auch die große Milde, mit welcher Hr. Paſtor Löber den gefallenen Diener der Kirche, Hrn. Paſtor Grabau, beurtheilt; auch finden wir die beſondere Anrede an die betreffenden Gemeinden völlig gerechtfertigt durch die Pflicht, irre⸗ geleitete Brüder für die Wahrheit zu gewinnen. Nro. 1. Hirtenbrief des Herrn Paſtor Grabau. Den Paſtor Grabau hatten gewiſſe Vorkommenheiten in ſeinen Ge⸗ meinden kurz nach der Einwanderung derſelben bewogen, einen gewiſſen Hirtenbrief ausgehen zu laſſen im December des Jahres 1840. Darin klagt er, wenn auch die Glieder der Kirche die hohe Wichtigkeit des öffentlichen Predigtamts und den hohen Beruf dazu, ſoweit es das Lehren betrifft, aner⸗ kennen, ſo ſei es doch nicht gleicherweiſe der Fall mit der Anerkennung des prieſterlichen Theiles des Amtes, da es auf die rechte Verwaltung der heiligen Sacramente ankomme. Er erklärt ferner: unberufen oder unordentlich be⸗ rufen nennt die Confeſſion einen jeden, der nicht rite, d. h. nach Inhalt der alten Kirchenordnungen, berufen worden iſt. Zum ordentlichen Beruf, der für göttlich in der Kirche angeſehen und geglaubt wird, gehört nach Hrn. Paſtor Grabau 1., daß derjenige, der die heiligen Sacramente verwalten ſoll, gründlich ſtudirt habe, was die heiligen Sacramente ſeien, deren Zweck, warum die Feier derſelben in der Kirche ſo und nicht anders gehalten werde und ſo wichtig ſei, und wie die Communicanten in der Beichte oder ſonſt zu prüfen oder zu behandeln ſeien, wie und wann er die Abſolution ertheilen ſolle, wie er ferner die Lehre hiervon rein erhalten, vertheidigen und hand⸗ haben ſolle, ferner wie er alle damit zuſammenhängenden Lehren zu erhalten und zu vertheidigen habe; kurz er müſſe in der ganzen Kirchenlehre wohl gegründet ſein. 2. daß er auch ſolche Gaben des Heiligen Geiſtes habe, die ihn in den Stand ſetzen, die rechte Erkenntniß recht zu gebrauchen zu ſeinem