# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S90 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) z. B. bei Hochzeiten, vor, ſo habe der Prediger dahin zu wirken, durch freundliche und väterliche Ermahnung und Belehrung der Einzelnen, daß dieſer Gebrauch immer mehr abkomme, — theils um ſich nicht der Welt gleich zu ſtellen, theils um den Schwächern keinen Anſtoß zu geben. Damit war die andere Frage verknüpft, wie man ſich gegen ein Ge⸗ meindeglied zu verhalten habe, das mit Tanzmuſik oder Theatermuſik ſein Brod erwerben müſſe. Die Synode war der Anſicht, daß auch hier zunächſt viel auf den chriſtlichen Standpunkt des Muſikers ankomme, und daß man ihn durch Belehrung und Ermahnung wo möglich dahin bewegen ſolle, Tanz⸗ und Theatermuſik aufzugeben. Lange verweilte die Synode bei dem Plane der Conferenz, ſchematiſirte Notizſammlungen über den Zuſtand der Gemeinden nach Außen und Innen anzulegen; — wobei die Synode auf die große Zweckmäßigkeit aufmerkſam machte, amtliche Tagebücher zu halten und durch Aufzeichnung wichtiger Fälle im Gebiete des Predigtamts und der Seelſorge für einen künftigen Bearbeiter eines amerikaniſch⸗lutheriſchen Paſtorale Materialien ſammeln zu helfen. Ferner beſchäftigte die Synode der Ausſpruch der Conferenz, daß man an den Vormittagen der Sonn⸗ und Feſttage immer über die Evangelien und nicht zur Abwechſelung über die Epiſteln predigen ſolle. Die Synode ſtimmte dem zwar im Allgemeinen bei, jedoch mit der Einſchränkung, daß Niemanden ein Gewiſſen daraus gemacht werde, und daß namentlich in ſolchen Ge⸗ meinden, wo zu keiner andern Zeit über die epiſtoliſchen Perikopen gepredigt werden könne, jene Regel eine Ausnahme leiden möchte. Die Conferenz empfiehlt als Hülfsmittel zur Vorbereitung auf die Pre⸗ digten die Schriften Luthers, namentlich deſſen Hauspoſtille und Kirchen⸗ poſtille, womit die Synode vollkommen übereinſtimmte. — In Betreff von Reformationspredigten weiſ't die Conferenz auf die Nothwendigkeit hin, in denſelben beſonders immer wieder einen Ueberblick der Reformationsgeſchichte zu geben, damit Jedermann Gelegenheit bekomme, damit bekannt zu werden. Bei dieſer Gelegenheit ſprach die Synode den Wunſch aus, eine ge⸗ drängte und populäre Geſchichte der Reformation zu haben; — und in Er⸗ mangelung einer ſolchen bereits vorhandenen, wurde vorgeſchlagen, einen tüchtigen und erfahrenen Theologen um die Abfaſſung und Herausgabe einer ſolchen anzugehen. In Erwägung der Umſtände dieſes Landes und der Be⸗ dürfniſſe der hieſigen Leſer beſchloß die Synode, den Paſtor Löber zu bitten, daß er dieſe Arbeit übernehme, — im Falle er aber nicht ſelbſt könne, die St. Louis Conferenz damit beauftrage. Die Conferenz des 6. Diſtricts, New York, hielt ihre Sitzungen am 11. April d. J. und den folgenden Tagen in Philadelphia. — Anweſend waren die Paſtoren Brohm, Wyneken, Hoyer und Schaller. — Es waren verſchie⸗ dene kirchliche Fragen, welche von der Conferenz beſprochen wurden. Die erſte Frage war, was zu thun ſei, um den liturgiſchen Theil des Gottesdienſtes in unſern Gemeinden wieder herzuſtellen u. ſ. w. — Die Antwort: Man ſolle im Volke den Sinn für liturgiſches Leben durch Unter⸗ richt, ſei es ſchriftlich oder mündlich, zu erwecken ſuchen. Eine andere Frage war, ob man einzelne bereits eingeführte Ceremonien aus Rückſicht gegen die Schwachen außer der Gemeinde unterlaſſen ſolle. Die Antwort: Nein, wenn entweder eigene Glieder durch dieſe Aenderung geärgert, oder es doch zweifelhaft wäre, ob andere dadurch gewonnen würden. Auf die Behauptung, daß bei Feſtſtellung neuteſtamentlichen Canons die Tradition normgebend geweſen ſei, gibt die Conferenz zur Antwort: Es