# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S79 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 79 — melter Gemeinde ſeinen Entſchluß eröffnete, auf ſein Amt zu reſigniren und ſomit aus dem Verband unſerer Synode auszuſcheiden. Das beigelegte Protokoll der in dieſer Angelegenheit gepflogenen Unterhandlungen bezeugt das Nähere. — Ueber den gegenwärtigen Aufenthalt des vormaligen Paſtors zu Marion, O., Hrn. Schneider, iſt bei der Synode noch immer kein officieller Bericht eingegangen. Paſtor Ernſt hat im „Lutheraner“ No. 9 laufenden Jahrganges bekannt gemacht, daß dieſer, wegen ſeines herrſchſüch⸗ tigen Weſens wiederholt von mehreren Brüdern vergeblich geſtrafte Mann zur römiſchen Secte übergetreten ſei. IV. Der unterzeichnete Präſes hat leider unmittelbar nach dem Schluſſe der vorjährigen Sitzungen der Synode ſich genöthigt geſehen, ein bis dahin geweſenes Glied derſelben, nemlich Hrn. Pöſchke, nach vergeblichem heim⸗ lichen und vor verſammelter Synodal⸗Predigerconferenz gethanen öffentlichen Vorhalt mehrfacher Aergerniſſe, die derſelbe gegeben, öffentlich für von dem Verband unſerer Synode ausgeſchloſſen zu erklären. Zwar hat der Präſes nach unſerer Conſtitution zu einer ſolchen Handlung nicht ausdrück⸗ lich Vollmacht empfangen; da aber in dem vorliegenden Falle auch ſonſt kein Beamter der Synode Competenz zum Vollzug eines öffentlichen Ausſchluſſes hatte, der öffentliche Ausſchluß aber nicht nur laut unſerer Conſtitution, nach welcher die Fortdauer der Gemeinſchaft mit der Synode durch „Unbeſcholten⸗ heit des Wandels“ bedingt iſt (Cap. II, § 5.), ſondern auch um ſonſt entſte⸗ henden und auf unſerer Synode laſtenden ſchweren Aergerniſſes willen erfol⸗ gen mußte, ſo hat es der Unterzeichnete nach gepflogener Berathung mit der am 4. Juli v. J. in St. Louis noch verſammelten Synodalpredigerconferenz und mit deren Zuziehung und Zuſtimmung, für ſeine Pflicht, als des Prä⸗ ſes der Synode, angeſehen, die Verantwortlichkeit einer definitiven Beſchluß⸗ nahme in dieſer Sache im Namen der Synode auf ſich zu nehmen, deren Prüfung und Urtheil er hiermit ſeine Handlungsweiſe unterwirft. Nur ſo viel ſei noch zu erwähnen geſtattet, daß Herr Pöſchke damals ſein Amt ver⸗ laſſen hatte und um eine anderweitige Anſtellung bei der Synode anſuchte, auch daß ſelbiger das Factum ſelbſt, deſſen er beſchuldigt war, nicht leugnete, aber die Unſittlichkeit desſelben nicht zugeſtehen wollte. V. Was die angeordneten Viſitationsreiſen betrifft, ſo ſind in dem verfloſſenen Synodaljahre von dem Präſes die Paſtoren Saupert in Evansville, Ind., Schieferdecker in St. Clair County, Ill., und Löber in Altenburg und Frohna, Perry County, Mo., und von dem Vicepräſes die Paſtoren Hattſtädt in Monroe, Mich., Crämer in Frankenmuth, Mich., Gräbner in Frankentroſt, Mich., Husmann in Allen County, Ind., und Streckfuß in Van Wert County, Ohio, beſucht worden. Der Synode kann die Verſicherung gegeben werden, daß ſämmtliche beſuchte Brüder je nach der Gnade, die ihnen gegeben iſt, die Anforderungen erfüllen, welche unſere Synode an ſie, als ihre Glieder, macht, und daß ſie ſich als rein in der Lehre, unſträflich im Wandel und treu und eifrig im Weiden und Regieren ihrer Gemeinden beweiſen. Zu ganz beſonderer Freude gereichte dem Unterzeich⸗ neten der ausführliche Bericht des Vicepräſes über das eifrige, echt evan⸗ geliſche und geſegnete Wirken unſers theuern Bruders Crämer in ſeinem Amte als Seelſorger, wie in ſeinem Beruf als Miſſionar unter den Heiden. Nicht weniger erquickt, ja beſchämt wurde der Unterzeichnete, da er auf's neue mit eigenen Augen von der ſelbſtverleugnenden Treue ſich überzeugen konnte, mit welcher unſer lieber Bruder Schieferdecker, ſowohl was öffentliche Pre⸗ digt, als was Privatſeelſorge und Unterricht der Jugend in ſeinen weit umher zerſtreut liegenden Gemeinden betrifft, ſein Amt bisher verwaltet hat.