# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S76 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 76 — gen; denn trotz jener lieblichen Regungen eines neuen und beſſeren kirchlichen Zuſtandes, denen wir in einzelnen Gemeinden unſerer Synode begegnen, finden wir doch hin und her nicht wenig Urſache zu herzlicher Betrübniß. Zum Erſten nämlich hat es ſich zugetragen, daß zwei Prediger, die bis daher äußerlich, aber nicht innerlich zu uns gehörten, von uns abgetreten ſind: der eine, Paſtor Schneider, der katholiſch wurde, nachdem er ſchon zu⸗ vor im gewaltſamen Aufdrängen altlutheriſcher Ceremonien und ſonſtigem Mißbrauch des amtlichen Anſehens bei höchſt leichtſinniger Amtsführung (die uns erſt ſpäter kund wurde) ſeine hoffärtige und herrſchſüchtige Geſin⸗ nung genugſam an den Tag gegeben; der andere, Paſtor Romanowsky, der beim Beginne unſerer Unterſuchung in Folge von Beſchwerden ſeiner Gemeinde wegen läſſiger Amtsführung, freiwillig ſein Amt in Pomeroy auf⸗ gab; ein dritter aber, Paſtor Pöſchke, iſt wegen leichtfertigen Wandels von uns ausgeſchloſſen worden. Obwohl nun dieſe drei Fälle betrübend genug ſind, ſo iſt es doch gut und heilſam für uns und ein Zeichen des väterlichen Aufſehens unſeres Gottes gegen uns, daß Er durch ſeine Wege und Gerichte das Un⸗ gleichartige ſchon ſo bald von uns ausgeſchieden hat, ehe es noch mehr Uebel und Aergerniß anrichten konnte. Zum Andern aber ziemt es uns billig, auch darüber Leid zu tragen, daß doch noch vielleicht hin und her Gemeinden, deren Paſtoren bereits als berathende Glieder uns angehören, uns noch mit Mißtrauen anſehen, theils weil ſie etwa allen Synoden abgeneigt ſind und Beeinträchtigungen ihrer vermeintlichen Freiheit befürchten, theils weil ſie dem entſchiedenen luthe⸗ riſchen Bekenntniß unſerer Synode und der ganzen darauf gegründeten kirch⸗ lichen Handlungsweiſe derſelben abhold ſind, ſei es aus kirchenmengeriſcher oder ſchwärmeriſcher Richtung und Neigung. Endlich iſt es gewiß nicht minder zu beklagen, daß Dieſe und Jene von uns innerhalb ihrer Gemeinden noch ſo viel mit Unverſtand und Stör⸗ rigkeit Einzelner zu kämpfen haben, ſie durch Lehre und Ermahnung auf den geſunden kirchlichen Standpunkt zu verſetzen und heilſame Ordnungen, kirch⸗ liche Zucht und Sitte, ein kräftig zuſammenwirkendes Gemeindeleben in Gang und Schwang zu bringen. So hätten wir denn alſo auch des Betrübenden ſattſam zu erwähnen, wenn wir auf das eben abgeſchloſſene Synodaljahr zurückſchauen; und wie wir dem HErrn oben zu danken hatten für ſeine Gabe und Gnade, ſo haben wir uns hier, wie geſagt, heilſam unter ſeine Hand zu demüthigen, zu harren, zu hoffen und zu beten, und weder in fleiſchlicher Ungeduld ihm aus der Kreuzesſchule zu entlaufen, noch durch fleiſchlichen Eifer und uner⸗ laubte Mittel den bekenntnißmäßigen Auf⸗ und Fortbau unſerer Kirche zu betreiben und ihre heiligen Liebeszwecke nach Innen und Außen zu fördern. Deshalb wollen wir denn fröhlich und getroſt auch in das neue Syno⸗ daljahr hinausſchauen, deß feſt und gewiß, daß der getreue HErr und Gott uns auch förder durch Arbeiten oder Dulden ſegnen werde. Laſſet uns nur nach wie vor, zunächſt ein jeder für ſich, ſeine Seligkeit ſchaffen mit Furcht und Zittern und mit Ernſt und Fleiß durch treuen Ge⸗ brauch der Gnadenmittel zuerſt für ſeine eigene Seele ſorgen, Acht haben auf ſich ſelbſt, auf daß wir nicht andern predigen und ſelbſt verwerflich werden. Darnach aber laſſet uns ferner feſthalten und durch Gebet, Fürbitte, brüderlichen Rath und Ermahnung und Troſt in gegenſeitiger Liebe ſtärken die Einigkeit im Geiſt durch das Band des Friedens, daß kein fremder und falſcher Geiſt durch Betrug des Teufels und unſres eigenen Fleiſches irgend⸗