# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S75 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 75 — Prediger von uns begehrt; ſodann aber ſind, wie wir vernehmen, wiederum mehrere Gemeinden vorhanden, die ſich gliedlich an die Synode anzuſchließen wünſchen; und da ſicherlich keine durch menſchliche Ueberredung dazu ge⸗ bracht iſt, oder etwa aus perſönlicher Vorliebe zu ihrem Prediger und Seel⸗ ſorger, der bereits zu uns gehört, dieſem nachgefolgt iſt, ſo dürfen wir der fröhlichen Hoffnung Raum geben, daß die Liebe zur Sache ſie dazu bewegt hat; wir dürfen hoffen, daß wohl alle dieſe Gemeinden aus dem Drange der innern Ueberzeugung, daß unſere Grundlage und Verfahrungsweiſe ehrlich und heilſam ſei, den Anſchluß an die Synode begehren; wir dürfen anneh⸗ men, daß alle theils aus dem Unterrichte ihrer Hirten, theils aus der Sy⸗ nodalrede des vorigen Jahres genugſam erkannt haben, wie wir in unſerer Synodalverfaſſung und Handlungsweiſe nach evangeliſcher Wegweiſung die ſchmale und gerade Straße des Rechten halten und zweierlei gefährliche Abwege vermeiden; den einen nämlich, daß wir nicht, nach Vorgang der römiſchen oder biſchöflichen Kirche, das Selbſtregierungsrecht der einzelnen Gemeinden durch die falſche Lehre untertreten, als ſei die biſchöfliche Gewalt oder das päbſtiſche Regiment ein göttliches, die Gewiſſen verpflichtendes und bindendes Recht, und desgleichen den andern Abweg, daß wir nicht, nach dem Vorgang hieſiger bürgerlich⸗demokratiſcher Verfaſſungsformen und der von ihnen beherrſchten und fleiſchlich amerikaniſirten andern Kirchen⸗ gemeinſchaften, die göttlichen Gerechtſame des heiligen Predigtamtes beſchä⸗ digen, als ſeien die Diener des HErrn und ſeiner heiligen Kirche, die Bot⸗ ſchafter an Chriſti Statt und die Mitarbeiter des Heiligen Geiſtes beliebig gemiethete und entlaſſene Menſchenknechte. Billig, ſage ich, dürfen wir hof⸗ fen, daß die liebwerthen Gemeinden, die jetzt den Anſchluß begehren, hin⸗ reichend erkannt haben, daß und wie wir in unſerm ganzen Weſen und Wirken keine andere Gewalt haben wollen, dürfen und können, als die „des Wortes und der Ueberzeugung", als die, wofür uns theils unmittelbar, theils mittelbar Gottes Wort die klare Anweiſung ertheilt und die apoſtoliſche Gemeinde uns ein Vorbild hinterlaſſen. Endlich aber iſt auch darin in manchen der bereits angeſchloſſenen Ge⸗ meinden unſere Arbeit nicht vergeblich geweſen, daß hin und her immer mehr Gemeindeglieder an Verſtand und Einſicht in das Weſen unſeres geſunden, evangeliſchen, haltbaren Kirchenregiments, wie nicht minder an Geſchick und Fertigkeit zunehmen, dasſelbe an ihrem Theile zu handhaben, ohne jedoch ſich als Parteihäupter aufzuwerfen oder in die Gerechtſame des heiligen Predigtamtes überzugreifen, vielmehr in guter freundlicher Eintracht mit demſelben. Und damit ſteht denn ferner wenigſtens in einem mittelbaren erfreulichen Zuſammenhange, daß die rechte geſunde Kirchenzucht, Ordnung und Sitte, der Geſchmack und die Theilnahme an kirchlichen Dingen ſich wieder mehr hervorthut; daß die Prediger von ihren Kirchkindern wieder mehr als ihre geiſtlichen Väter betrachtet werden; daß die Gemeinden, als ſolche, nicht aber Einzelne aus ihnen, als Vereine, wieder einmüthiger die Werke der Kirche, z. B. für innere und äußere Miſſion u. ſ. w., treiben; daß zugleich in Verbindung mit tüchtigen kirchlichen Gemeindeſchulen und gottesfürchtigen verſtändigen Eltern hin und her die liebe Jugend wieder anfängt, der ſonſt hier herrſchenden Verwilderung entriſſen zu werden und als ein ſittig, züchtig Geſchlecht daherzuwachſen. Haben wir aber Angeſichts dieſes zweiten Synodaljahres mannigfach Urſache, dem getreuen Gotte herzlich zu danken um all' ſeine Güte und Wohlthat gegen uns, ſeine armen und ſchwachen Kinder, ſo haben wir doch zugleich auch Urſache, uns unter ſeine Hand zu demüthigen und Leid zu tra⸗