# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1849_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 74 — ſcher Lehre, noch mißbräuchlicher Handlungsweiſe, noch daß etwas Schiefes und Fremdes zwiſchen irgend Einzelnen von uns aufgekommen wäre, und dieſe oder jene Herzen auch nur mittelbar unſerer gemeinſamen heiligen Sache entfremdet hätte. Im Gegentheil haben wir hoffentlich Alle die freudige Zuverſicht, daß unſer Aller Herzen und Geſinnungen auch im Laufe des jüngſt verfloſſenen Jahres in dem einen großen heiligen Werke immer mehr auf⸗ und unter⸗ gegangen ſind, als Mitarbeiter und Mithelfer des Heiligen Geiſtes durch das reine Wort und Sacrament dem HErrn ſeine Kirche zu bauen, ſonderlich durch das Geſetz die harten Herzen zu zerbrechen und durch das Evangelium die zerbrochenen Herzen zu verbinden und nach dem Vorgange des Erzhirten und Biſchofs unſerer Seelen die Lämmer in unſere Arme zu ſammeln und die Schafmütter zu führen. In dem Treiben dieſes großen einen heiligen Werkes, die Heerde zu weiden und zu pflegen, die der Sohn Gottes durch ſein heiliges Blut ſo theuer erkauft hat, ſind hoffentlich in uns Allen auch in dem jüngſt entwichenen Synodaljahre alle Regungen des ſelbſtſüchtigen Weſens, der Eigenliebe, der Hoffahrt, der Menſchenfurcht, der Weltſorge, des Zornes u. ſ. w. immer mehr erſtorben; und der Heilige Geiſt hat ſicher⸗ lich in uns Allen um ſo mehr einen heiligen Eifer entzündet, dies edle und köſtliche Werk mit verſtärktem Glauben und in erneuerter Liebe fortzutreiben, möge es uns auch darüber ergehen, wie Gott wolle, und mögen wir dabei leiden, was Gott gefalle. Zum Andern aber haben wir auch dafür billig dem HErrn, unſerm Gotte, zu danken, daß er unſere Zahl nicht verringert und keinen von uns aus ſeiner Arbeit hinweggenommen, ſondern vielmehr neue gleichgeſinnte Arbeiter in ſeine Ernte geſendet hat, alſo daß unſere Anzahl dermalen ſich ſchon auf 60 beläuft. Doch über die Vermehrung allein ſollen wir uns nicht freuen, ſondern darüber, daß unſere lieben neu eingetretenen Amtsbrüder, wie geſagt, von gleicher Geſinnung mit uns ſind; von demſelben Glauben, wie wir feſtiglich hoffen, getragen, von derſelben Liebe bewegt werden, von demſelben Grunde ausgehen und auf dieſelbe Weiſe dasſelbe heilige Ziel erſtreben, dem HErrn und Haupte der Kirche ſeine Gemeinde auf Erden zu erhalten und zu meh⸗ ren. Und obzwar faſt alle unſere jüngeren Brüder, gleich wie wir, in der noch ſo kurzen Zeit ihrer Amtsführung, um ihrer bekenntnißtreuen, feſten, kirch⸗ lichen Handlungsweiſe willen ſchon durch mancherlei mehr oder minder ſchwie⸗ rige Kämpfe und Trübſale hindurchgegangen ſind, ſonderlich um der leicht⸗ fertigen Glaubens⸗ und Kirchenmengerei unſerer Tage willen, ſo iſt doch, unſeres Wiſſens, keiner weich geworden in ſolchen Trübſalen, oder hat aus Menſchenfurcht und Menſchengefälligkeit ſein kirchliches Gewiſſen verletzt und wider Gottes Wort und das darauf gegründete theuerwerthe Bekenntniß unſerer Kirche wiſſentlich geſündigt, ſondern Alle haben ſich auch in dieſer Hinſicht mit uns beſtrebt, in göttlicher Lauterkeit ein unverletztes Gewiſſen zu bewahren, beides gegen Gott und gegen Menſchen. Zum Dritten ferner ſoll auch dafür dem HErrn, unſerem Gotte, herz⸗ liche Dankſagung von uns geſchehen, daß faſt durchgängig auch vor Men⸗ ſchenaugen unſere Arbeit in dieſem Jahre nicht vergeblich geweſen iſt in dem HErrn, welches aus folgenden Thatſachen erſichtlich iſt. Zunächſt nämlich hat unſere ehrliche treukirchliche Geſinnung und Handlungsweiſe, trotz mancherlei Verleumdung und Verdächtigung unwiſ⸗ ſender oder böswilliger Leute, immer mehr Anerkennung gefunden; denn nicht wenige Häuflein lutheriſcher Chriſten haben auch in dieſem Jahre