# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1848_S50 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 50 — zu arbeiten, den theils das unchriſtliche Verhalten vieler mit den Indianern verkehrenden Namenchriſten, theils die falſche Heiligkeit irrgläubiger Kirchen⸗ gemeinſchaften, die bereits dort beſtehen, auf die Heiden machen muß; 2. die auf dieſem Weg am beſten ermöglichte Leitung der ganzen Thä⸗ tigkeit und die dadurch geſicherte Zufluchtsſtätte der Miſſionäre; 3. die großen Vorzüge ſolcher Indianerſchulen, die, entfernt von den Wohnplätzen der Indianer, mitten in dem Kreis und unter dem Einfluß chriſtlichen Gemeindelebens errichtet ſind; 4. die Nothwendigkeit, auf dieſem bei der Politik dieſes Landes faſt noch einzig möglichen und ſicheren Weg die Indianer für Ackerbau und bleibende Wohnſitze ſchneller zu gewinnen; 5. die Bedeutſamkeit Oregons für die Ausbreitung der Kirche jenſeits des ſtillen Meeres. Sollte man aber einwenden, daß ja in Oregon ſoeben Krieg mit den Indianern ſei, ſo dürfte derſelbe vorausſichtlich nicht lange dauern, mit ſeinen Nöthen und Schreckniſſen vielleicht nach Gottes wunderbarem Rath⸗ ſchluß dem Eingang des ſüßen Evangeliums ſogar vorarbeiten und jeden⸗ falls Zeit geben, die einleitenden Schritte mit um ſo reiflicherem Vorbedachte zu thun, um, wenn es nämlich bis dahin unſere Mittel erlauben ſollten, nach beendigtem Krieg deſto raſcher und kräftiger ans Werk gehen zu können. Einer ferneren Obliegenheit, mit lutheriſchen Miſſionsanſtalten in Ver⸗ bindung zu treten, wurde in ſo weit nachgekommen, daß die Dresdener Com⸗ mittee auf brieflichem Wege brüderlich begrüßt und bei ihr angefragt wurde, ob ſie uns im Falle der Noth zwei Miſſionäre ablaſſen könne. Die Gewäh⸗ rung dieſer Bitte wurde fürs erſte abgelehnt, und zwar aus folgenden Gründen: 1. ſei's noch zu kurze Zeit her, daß ſie ihren Zögling, den Herrn Baier⸗ lein, an die Miſſionsſtation zu Frankenmuth in Michigan geſendet habe, und deshalb den Freunden und Gönnern der Anſtalt gegenüber noch nicht zu rechtfertigen, ſchon wieder Miſſionäre unter die Indianer Amerika's zu ſenden; 2. nehme die Tranquebariſche Miſſion alle ihre Kräfte in Anſpruch; 3. ſeien ſie für's erſte ohne ſolche Zöglinge, die für einen dergleichen Poſten ſich eignen dürften. Eine nähere mündliche Erörterung vorzüglich des erſten Grundes dürfte zeigen, daß ſich die Synode auf Hilfe von dieſer Seite her nicht verlaſſen kann, und daher eifrigſt auf Wege und Mittel bedacht ſein müſſe, daß in Fort Wayne tüchtige Miſſionäre herangebildet werden können, wie ſich denn bereits zwei Zöglinge für Heidenmiſſion dort befinden. Zufolge eines beſondern Auftrags der Synode wurde dem Wunſch des Nürnberger Centralvereins, mit uns zu gemeinſchaftlichem Wirken auf dem Felde der Miſſion zuſammenzutreten, in der Weiſe entgegnet, daß an eine freundliche Begrüßung die beſcheidene Frage geknüpft wurde, ob ein ſolches Zuſammenwirken einzig und allein auf Grund des Einen Bekenntniſſes ſtatt⸗ finden ſolle, für welchen Fall eine herzliche Freude und brüderlicher Willkomm ausgedrückt wurden. Die Folge war, daß der Secretär in einem Privat⸗ ſchreiben aufgefordert wurde, jene Beſchlußnahme als eine beleidigende rück⸗ gängig zu machen. Er erwiderte gleichfalls privatim, daß die angeführten Gründe ihn dazu durchaus nicht beſtimmen könnten. Noch ehe ſeine Ant⸗ wort angekommen war, wurde in einem Privatſchreiben an Herrn Miſſionär Baierlein ſogar gedroht, uns bei den Dresdener Freunden wegen Liebloſig⸗ keit und Unbrüderlichkeit zu verklagen und durch dieſelben ermahnen zu