# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1848_S49 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 49 — Vorlagen der Miſſions⸗Commiſſion. Da es für's erſte Pflicht dieſer Commiſſion iſt, Miſſionsſtationen auf⸗ zufinden und dieſelben wo möglich durch Miſſionscolonien zu gründen, ſo hat ſie auch hierauf im verfloſſenen Jahre ihr Hauptaugenmerk gerichtet, und nachdem von ihrem Präſes privatim eine Miſſion im Oregongebiete angeregt worden, dieſen Plan in reifliche Ueberlegung gezogen. Durch Gründe, die ſie unten darlegen will, für denſelben geſtimmt, legt ſie den Plan der Synode vor, daß ihn dieſelbe zu dem ihrigen mache und baldmöglichſt an ſeine Aus⸗ führung rüſtige Hand lege. Der vorläufige Plan iſt: Die Synode wolle durch ihre Miſſions⸗Commiſſion einen tüch⸗ tigen Candidaten der Theologie oder auch einen erfahrenen Prediger, dem es möglich wäre, von ſeinem bisherigen Berufe loszukommen, berufen. Derſelbe werde zunächſt am beſten in St. Louis ſtationirt, um von da aus ſeine Thätigkeit nach zwei Seiten hin zu beginnen. Einmal müßte er allen Fleiß anwenden, mit Indianer⸗Häuptlingen, die bisweilen von dort hieher kommen, zu verkehren und freundſchaft⸗ liche Verbindungen anzuknüpfen, ja wo möglich es dahin zu bringen ſuchen, daß er wenigſtens bei einer Bande eine freundliche Aufnahme einleite, oder doch das Feld in ſo weit auskundſchafte, daß man vor⸗ läufig erhebe, nach welcher Seite hin die Miſſionsthätigkeit füglich zu richten ſei, ohne mit bereits dort beſtehenden Miſſionen in Conflict zu gerathen. — Dann aber müßte er auch eine Miſſionscolonie, wohl zum Theil von Deutſchland her, werben, mit welcher er als Miſſionsprediger ſich an irgend einem Centralpunkt Oregons, viel⸗ leicht in oder um Oregon City, niederließe, um von dort aus einen Miſſionär, der ihm zur Seite ſtände, mitten unter die Heiden zu ſenden, während er allen Fleiß anwenden würde, mittlerweile eine Schule für Heidenkinder einzurichten und zu beginnen. Daß er nebenbei die Pflicht hätte, mit den Miſſionsfreunden hier und im alten Vaterlande in lebhafte Verbindung zu treten, um ſie für die Pflege und Förderung dieſer Miſſion, auch durch nöthige Geld⸗ beiträge, zu gewinnen, liege am Tag. Die Gründe für eine Miſſion in Oregon und nicht lieber unter näher gelegenen Indianerſtämmen ſind: a. der bei weitem größere und gewiſſere Wirkungskreis, der vorausſicht⸗ lich ſich uns dort aufſchließt; b. der bei der Politik dieſes Landes ſo überaus unſichere Beſtand näher liegender Miſſionsſtationen; c. die verhältnißmäßig geringere Entſittlichung und Entkräftung der dortigen Indianerſtämme. Anmerkung: Damit will die Miſſions⸗Commiſſion die näher wohnenden In⸗ dianer keineswegs außer Acht gelaſſen wiſſen, vielmehr legt ſie es allen den Gliedern des Synodalbezirks, die durch ihre Ortsverhältniſſe in den Stand geſetzt ſind, mit Indianern in Berührung zu kommen, dringend an's Herz, ſich wo möglich Eingang bei ihnen zu verſchaffen, und ſo ſich eine Thür aufthäte, die Commiſſion davon in Kenntniß zu ſetzen, damit ſie nach Befund Sorge trage, ihnen einen Miſſionär zur Seite zu ſtellen. Die nächſten Gründe für Bildung einer Miſſionscolonie wären: 1. die dringende Nothwendigkeit, neben dem Wort durch leuchtenden Wandel, zumal in kirchlicher Gemeinſchaft, auf die Heiden einzuwirken und damit unter Gottes gnädigem Beiſtande dem verderblichen Eindruck entgegen