# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1848_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 30 — Eröffnung der Sitzungen. Mittwoch, den 21. Juni, Morgens um 9 Uhr, verſammelten ſich die an⸗ gekommenen Prediger und Deputirten in der Dreieinigkeitskirche der deutſchen ev.⸗luth. Gemeinde ungeänderter Augsburgiſcher Confeſſion zu St. Louis. Unter dem Vorſitz des Präſes und Paſtor loci C. F. W. Walther wurde jetzt die erſte, ſowie ſpäter alle andere Synodalſitzungen, mit Geſang, Vor⸗ leſung eines Capitels aus den Paſtoralbriefen oder der Apoſtelgeſchichte und mit Gebet eröffnet. Darauf wurden die Namen der zur Synode gehörenden Paſtoren verleſen und die Vollmachten der Deputirten entgegengenommen. Dann hielt der Präſes die Synodalrede und ſtattete ſeinen Jahresbericht ab, welche auf Verlangen der Synode hier beide mitgetheilt werden. Synodalrede. Im Namen des heiligen, hochgelobten, dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geiſtes, Amen. Ehrwürdige, in Chriſto geliebte Amts⸗ und Glaubensbrüder! So ſind denn für uns, als Glieder und Diener der evangeliſch⸗luthe⸗ riſchen Kirche dieſes Landes, in dieſer letzten betrübten Zeit wieder einmal Tage großer Freude, Tage der Erquickung und Stärkung gekommen. Gott hat Gnade gegeben, daß wir, die wir uns in einem Glauben verbunden wiſſen und verbunden wußten, aber uns zum Theil bisher noch nicht von Angeſicht kannten und, meiſt in weiter Entfernung von einander, einſam ar⸗ beiten und kämpfen müſſen, uns hier haben verſammeln können, um dieſe unſere Einigkeit im Geiſte öffentlich mit der That zu bezeugen und uns darin zu ſtärken, gemeinſchaftlich unſern allerheiligſten Glauben zu bekennen und uns darauf zu erbauen, gemeinſchaftlich die Laſt des Einzelnen auf uns zu nehmen und dieſelbe in vereinigtem Gebete Gott vorzutragen. Während gegenwärtig unſere Glaubensbrüder in den meiſten andern Ländern, inſon⸗ derheit im alten Vaterlande, unter den Unruhen und Verwirrungen einer gewaltſamen Auflöſung aller beſtehenden Verhältniſſe in Staat und Kirche, faſt allein auf das einſame Seufzen im Kämmerlein ſich verwieſen ſehen, ſo haben wir hingegen hier ruhig uns verſammeln können, um unter dem Schat⸗ ten eines ungeſtörten Friedens unſeren Geiſt gegenſeitig an uns zu erquicken. Dank, demüthiger Dank ſei dafür Ihm, der ſo freundlich und deß Güte ewig iſt. Wir ſind jedoch hier nicht allein für unſere Perſon; wir ſind zu einem großen Theile, als Diener und Glieder der Kirche, im Namen und Auftrage unſerer Gemeinden hier erſchienen, um uns über das, was denſelben und der Kirche im Allgemeinen noth thut, in der Furcht des HErrn zu berathen. Wir haben daher eine hohe Verantwortung für unſer Hierſein, für die Bekennt⸗ niſſe, die wir hier ablegen, und für die Beſchlüſſe, die wir hier faſſen. Vieler Augen ſind hierbei auf uns gerichtet; zum Theil blickt man mit Beſorg⸗ niſſen, zum Theil mit Hoffnungen auf unſere Verhandlungen. Allgemein aber macht man an unſere Zuſammenkunft die Forderung — und, wir müſſen es geſtehen, mit vollkommenem Rechte —, daß dieſelbe uns nicht nur für unſere Perſon von Nutzen ſei, ſondern auch einen Segen bringe über un⸗ ſere Gemeinden und über die ganze Kirche. —