# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1856_S325 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 325 Deum respectu praevisae fidei elegisse homines? Quidni statuerem, quum scriptura sacra hoc ipsum dilucidissime affirmet? Thesis I. Deus aeterno suo consilio decrevit, quod praeter eos, qui filium ejus Jesum Christum vera fide agnoscunt, neminem velit salvum facere. Ergo: thesis 2. Deus elegit hominem ad salutem respectu fidei praevisae.“ Man beachte unter seinen dictis probantibus besonders Joh. 17, 20., 2 Thess. 2, 13., Jak. 2, 5. Ihm folgten die einfachen dogmatischen Bestimmungen: Forma electionis Dei in prothesi, prognosi et proorismo consistit; prothesis, propositum, est voluntas Dei, ut, quicunque credit in Filium (sc. perseveranter s. ad finem usque), habeat vitam in aeternum; prognosis, praescientia, est, qua ab aeterno praevidit singula individua in Christum (sic) creditura; proorismus, ipsa praedestinatio, qua iisdem dedit vitam aeternam — electio facta est secundum Dei propositum et praescientiam simul. Vgl. Eph. 1, 5. 9. mit 1 Petr. 1, 1. 2. Satz III. Ganz anders gestaltet sich die Schwierigkeit in dieser Frage, wenn man das göttliche Vorherwissen von einer Vorherbestimmung ableitet oder als mit derselben identisch betrachtet. So gewiß der ewige Vorsatz des Dreieinigen von unsrer Seligkeit, obschon das ganze menschliche Geschlecht in Christo angesehen, umfaßt und gesegnet worden ist, nur auf die Erwählten seinem Vollzug nach zurückgeführt werden kann, weil sie allein bis an's Ende beharren, von ihnen allein es Gott vor aller Zeit bekannt war, Er sie allein dazu erschaffen, berufen und von Ewigkeit prädestinirt hat, so daß Gott, sich vorsetzend durch den Glauben (als die allein mögliche, denkbare Form der Aneignung) selig zu machen, zugleich beschloß auch solches durch die Erwählten, von denen Er das Zukünftige voraussah, in der Zeit zu realisiren, weshalb die Schrift die Prothesis als in dem weitern Begriff des Willens eingeschlossen auf sie allein bezieht, (vgl. Eph. 1, bes. V. 11. 3, 11., Röm. 8, 22., 2 Tim. 1, 9:) so folgt doch aus diesem Allen nicht, daß ihrem eigentlichen Grunde nach die Prädestination als ein ewiger Akt der Allmacht, welcher über der Gnade walte und diese absolut bestimme, gleichermaßen auf den vorhergewußten verdammenden Unglauben ausgedehnt werden dürfe, so daß der Charakter des allgemeinen Rathschlusses, eben durch die Gabe des Glaubens die Menschheit zu beseligen, verletzt würde, und Wissen und Wollen oder Wirken in Gott ein und dasselbe sei oder Er nur wisse, was Er wolle; die Spekulation über Gott und die Mysterien Seines Wesens hat überhaupt mit dem geoffenbarten Weg des Heiles nichts zu schaffen. Der Wille und der Vorsatz Gottes sind allerdings stets unabänderlich zu denken; aber niemals ist Sein Erkennen damit also zu verbinden, daß Er nur darum Alles wisse, weil Alles was geschieht, aus unbedingter Nothwendigkeit der Prädetermination hervorgehe: sondern obschon Er Alles, was Er selbst thun will, unwandelbar vorherbestimmt, geschieht doch Vieles, was zugleich nach einer Seite hin von Ihm selbst nicht gewirket ist und darum auch, inwie⸗