# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1847_S14 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 14 — § 8. Da dem Präſes geſtattet iſt, durch den Vorſtand eine Gemeinde⸗ verſammlung zuſammen zu berufen, ſo hat er, wenn ihm dabei Miß⸗ helligkeiten in dem gegenſeitigen Verhältniß zwiſchen Prediger und Gemeinde auf geſetzmäßigem Wege vorgetragen werden, allen Fleiß anzuwenden, eine friedliche Ausgleichung derſelben herbeizuführen. § 9. Er hat ſich zu erkundigen, ob und welche Secten in der Nähe der Gemeinde vorhanden ſind und ſie beunruhigen, und was zur Abwehr der⸗ ſelben geſchehe. § 10. Was die Perſon des beſuchten Paſtors betrifft, ſo hat der Präſes in brüderlicher Weiſe ſich mit ihm zu beſprechen über das nöthige Achthaben auf ſich ſelbſt und über die Art und Weiſe ſeines Fortſtudirens. § 11. Was die Beaufſichtigung der Schule betrifft, ſo hat er vornehmlich auf folgende Stücke zu achten: a, nach welchem Plan der Unterricht überhaupt ertheilt werde; b, auf welche Weiſe inſonderheit der Katechismus und die bibliſche Geſchichte getrieben werde; c, wie der Schulbeſuch beſchaffen ſei; d, wie die Schuldisciplin gehandhabt werde. § 12. Ihm iſt zu empfehlen, daß er in allen dieſen Amtsverrichtungen allen böſen Schein einer geſetzlichen Machtvollkommenheit meide, dagegen ſich möglichſt beſtrebe, ſein Amt auf evangeliſche Weiſe auszurichten. § 13. Schließlich in Betreff des Berichts, welchen der Präſes, laut Cap. V § 7 von ſeinen Beſuchsreiſen der Synode vorzulegen hat, iſt noch zu bemerken, daß in dieſem Berichte Alles ſorgfältig zu meiden iſt, was gegen die Regeln der brüderlichen Liebe und der chriſtlichen Ordnung nach Matth. 18, 15—17 ſtreitet; — inſonderheit darf ſich der Bericht auf keine ver⸗ trauten Mittheilungen beziehen, die vielleicht dem Präſes gemacht worden ſind. Andere Woche. Am Sonntage nach Cantate beim Morgengottesdienſte predigte Paſtor A. Wolter über die evangeliſche Perikope des heutigen Tages: Joh. 16,5—15. — Nachmittags predigte C. J. H. Fick über die Epiſtel Jac. 1, 19—21. — Abends waren die meiſten Synodalen in der Wohnung des Paſtors A. Selle einmüthig und brüderlich verſammelt. IV. Verhandlungen am Montage den 3. Mai. Auf Anrathen des Präſes wurde von der Synode beſchloſſen, daß ins⸗ künftige den aus einer Parochie wegziehenden Mitgliedern einer Gemeinde ein Entlaſſungszeugniß über Bekenntniß und Wandel durch das Pfarramt ausgeſtellt werden ſoll. Die am Schluß der letzten Sitzung abgebrochene Berathung über Cap. V. § 9. und Cap. VI. E. § 5. b. kirchliche Anſtalten betreffend, wurde jetzt wieder angeknüpft, und in Folge deſſen eine Committee mit Entwerfung eines Schreibens beauftragt, in welchem die Synode den Herrn Pfarrer Löhe in Neudettelsau, Franken, Herrn Profeſſor Dr. Delitzſch und Herrn Diakonus Karſten in Roſtock, Herrn Paſtor Dr. Petri in Hannover und Herrn Pro⸗ feſſor Dr. Harleß in Leipzig — von dem Nothſtande unſerer Kirche hier rück⸗ ſichtlich einer gelehrt⸗theologiſchen Anſtalt zur Heranbildung lutheriſcher Prediger benachrichtigt, und ſie erſucht, ſich bei denjenigen,