# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1847_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 9 — worin derſelbe die Synode erſucht, ihm eine Commiſſion zu ſenden, die ihn eraminire und ihm die kirchliche Ordination ertheile. Nach gehöriger Er⸗ kundigung über die Qualification des Bittſtellers, wurde dem Secretär auf⸗ getragen, demſelben zu ſchreiben, daß die Synode auf ſein Geſuch nicht ein⸗ gehen könne, weil ſie bei ihm nichts finde, was ihn zum heiligen Predigamt empfehle; wohl aber Manches in Erfahrung gebracht habe, was ihn dazu untüchtig mache; — daß die Synode es ihm jedoch freiſtelle, ſich durch beſſere Documente zu empfehlen und resp. von gewiſſen gegen ihn gemachten An⸗ ſchuldigungen zu reinigen. Endlich wurde ein wichtiges Schreiben des Herrn Paſtors E. Leonhardt zu Lancaſter, Ohio, Gegenſtand langer, ſorgfältiger Berathung. Derſelbe beantragte und motivirte in dieſer Schrift zunächſt und hauptſächlich eine Abänderung des 10. § des IV. Cap. und des 14. § des V. Cap. der Con⸗ ſtitution. — Bei der vielſeitigen und vielfältigen Beſprechung dieſes Gegenſtandes ſtellte es ſich deutlich heraus, daß die Synode zwar eine gewiſſe Gleichförmig⸗ keit und Uebereinſtimmung des äußerlichen Gottesdienſtes innerhalb des Synodalbezirks wünſche, ohne jedoch, wie auch in jenem 10. § ausgeſprochen iſt, dieſe Gleichförmigkeit der Ceremonien als zu wahrer Einigkeit der Kirche nothwendig zu erachten, oder die chriſtliche Freiheit dadurch im Geringſten beeinträchtigen zu wollen. IV. Verhandlungen am Donnerſtag den 29. April. Die Berathung über die von Herrn Paſtor E. Leonhardt vorgeſchlagene Abänderung des 10. § des IV. Cap. ꝛc. wurde heute fortgeſetzt und ſeine vielfachen Bemerkungen gehörig gewürdigt. — Nach verſchiedenen Vorſchlägen wurde endlich folgender Zuſatz zu jenem § angenommen: „Wenn die Synode nach Cap. IV. § 10 ihrer Conſtitution es unter ihren Geſchäftskreis ſtellt, eine größtmögliche Gleichförmigkeit in den Ceremonien anzuſtreben, ſo geht ſie hiebei, wie § 14 des V. Cap. beſagt, nicht von dem Grundſatze aus, als ſei eine ſolche Gleichförmigkeit zum Weſen der wahren Kirche nöthig; ſondern ſie achtet ſolche nur für heil⸗ ſam, inſonderheit unter den Verhältniſſen, in welchen ſich unſere Kirche gerade hier befindet. — Die Synode will auch, daß bei Einführung irgend einer Ceremonie keinerlei Zwang angewendet, ſondern daß dabei, nach vorausgegangener gründlicher Berichtung der Gewiſſen, Alles in die chriſtliche Freiheit der betreffenden Gemeinden geſtellt werde.“ Nun wurde auch der übrige Theil jenes Schreibens vorgeleſen. — Die Synode erklärte in Betreff der Bemerkungen des Herrn Paſtors Leonhardt zu Cap. VI A. § 7, daß ſie die Bedenken desſelben über den Beruf und wegen der Ueberhebung des Präſes der Synode als Viſitators nicht theile — aus Gründen, die während der Verhandlung dieſes Gegenſtandes näher aus⸗ einandergeſetzt wurden; — ſie entſchied dagegen, daß die Beſtimmung pro⸗ viſoriſch bleiben ſolle, nach welcher der Präſes während der drei Jahre ſeiner Amtsführung Fleiß anzuwenden hat, entweder in eigener Perſon, oder durch den Vicepräſes alle Gemeinden des Synodalbezirks zu beſuchen. — Ein von Herrn Paſtor Leonhardt vorgeſchlagener Zuſatz in Betreff der Ordination fand darum keine Zuſtimmung, weil die Sache ſelbſt ſchon in der Conſtitution enthalten iſt. Seine Klage über die Beſtimmung der Zeit und des Orts der diesjährigen Synodalverſammlung überzeugte die Synode nicht, daß darin gegen die chriſtliche Liebe gehandelt worden ſei. — Die Beſchwerde desſelben