# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S318 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 318 Vermischte kirchliche Nachrichten. Ihr waret unzufrieden darüber und zögertet nicht, seine Fehler bekannt zu machen, als ob Vollkommenheit unter Sterblichen gefunden werden könnte!" (Merkwürdiges Wort dieses letzte, in dem Munde eines Methodisten!) Die Abendmahls⸗Spendeformel. Nach der vor kurzem erfolgten Versetzung des Diaconus Hoffmann in Wittenberg auf eine benachbarte Landpfarre (so meldet Kahnis' Schul- und Kirchenblatt in der Nummer des 10. Juli d. J.) wurde von der Commandantur der Vorschlag gemacht, die von Hoffmann mitversehene Militair⸗Seelsorge dem Professor Dr. Schmieder zu übertragen. Dr. Schmieder, dessen geistliche Amtsgeschäfte bei dem seiner Leitung anvertrauten Prediger⸗Seminar von nur geringer Bedeutung sind, erklärte sich zur Uebernahme dieses kirchlichen Nebenamtes gern bereit; auch erhielt er dazu alsbald die Genehmigung des Ministers der geistlichen Angelegenheiten und des Ober⸗Kirchenraths. Als nun bei den weiteren vorbereitenden Schriften die Ordnung des Gottesdienstes und der Sacramente in der Militäir⸗Gemeinde zur Sprache kam, ergab sich, daß seither die unirte Spendeformel („Christus spricht ꝛc.“) in Gebrauch gewesen war und deren Beibehaltung verlangt wurde. Dr. Schmieder, obwohl, wie bekannt, ein warmer Anhänger und Fürsprecher der Union, erklärte, daß er diesem Verlangen nicht nachzukommen vermöge: nachdem er während einer langen Amtsführung der Augsburgschen Confession und dem hergebrachten, seiner inneren Ueberzeugung durchaus entsprechenden Formular gemäß das Sacrament des Altars administrirt habe, könne er nicht am Abend seines Lebens hierin changiren und der Union zu Liebe an heiliger Stätte plötzlich eine andere, als die stets von ihm bekannte Sacraments-Auffassung kund geben. — Diese Erklärung, „von größter Bedeutung aus dem Munde eines eben so milden und weitherzigen philosophisch und geschichtlich durchgebildeten Theologen“ führte zu weiteren Verhandlungen vor den betreffenden Behörden; dabei soll das Provinzial-Consistorium die Gestattung der althergebrachten Distributionsformel befürwortet, die oberste Kirchenbehörde aber hierzu ihre Genehmigung versagt haben. Gewiß ist, daß Dr. Schmieder durch die neue Formel von dem ohne sein Zuthun ihm angetragenen Kirchenamt sich nunmehr ausgeschlossen sieht und somit ein entschiedener und renommirter Unionist durch die Union selbst von dem Kirchendienst in der Armee excludirt erscheint. — Von diesem Unirten können hier auch Lutheraner lernen. Dies bemerken wir hierbei sine studio et ira. Universität Leipzig. Seit einer Reihe von Jahren hat sich die Frequenz der Theologiestudirenden an sich, und insonderheit die der Ausländer unter ihnen niemals in gleichem Grade so günstig gestaltet, als seit Anfang dieses Sommerhalbjahres. Das Verhältniß der Letzteren zu den Ersteren überhaupt beträgt jetzt ein volles Dritttheil: unter 189 Studenten der Theologie sind 62 Ausländer. Die juristische Facultät hat zwar eine gleiche Zahl von Letzteren, aber bei einer (in den Zeitrichtungen begründeten) Gesammtsumme von 305; die übrigen Facultäten kommen jener Anzahl inscribirter Fremder nicht nahe. Man darf also bei dem Auslande wohl ein besonderes Vertrauen zu der hiesigen Doctrin der Theologie voraussetzen. (Kirchen- u. Schulbl.) Die Einweihung des neuen lutherischen Missionshauses zu Leipzig fand am 24. Juni d. J. statt. Nach feierlicher Eröffnung des Hauses durch Professor Dr. Kahnis hielt Dr. Graul, der Missionsdirector, die Eröffnungsrede, hierauf nahm Pfarrer Reuter aus Nürnberg das Wort, sodann hielt noch Pastor Dr. Ahlfeld, als Vertreter des Leipziger Localvereins, eine Ansprache, worauf Professor Kahnis mit einem Gebet und M. Schneider aus Leipzig mit dem Vaterunser und dem Segen die Feier beschloß. Am Tage darauf war die Jahresfeier der lutherischen Mission zu Leipzig, wobei Pastor Münkel aus Oiste im Hannöverschen in der Nicolaikirche die Festrede hielt und Director Dr. Graul den Jahresbericht erstattete. Der Bau hat circa 21,000 Thaler gekostet; sie sind vollständig bezahlt; die Einnahme der letzten 10 Monate hat fast die gleiche Summe ergeben. Dänemark. Am Tage der Einweihung des luth. Missionshauses in Leipzig ver⸗