# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S316 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 316 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. les innerlich und äußerlich sich heilsam zur Förderung in demselben schicken muß, Röm. 8, 28. 29., Eph. 1, 9. 11.; sie ist die Ursache, daß die Erkenntniß der Wahrheit ein Geruch des Lebens zum Leben wird; es sind alle Dinge ohne Ausnahme zu Ehren Christi und Seines Königreiches im Voraus so geordnet, daß die, an welchen der Liebesrath des göttlichen Willens sich ausführt und erfüllt, wirklich zum Glauben kommen, darin erhalten, alle Hindernisse ihrer Seligkeit besiegt und alle Widerwärtigkeiten in Vortheile für sie verwandelt werden; denn „die ewige Gnadenwahl Gottes oder Prädestination siehet und weiß nicht allein zuvor der Auserwählten Seligkeit, sondern ist auch aus gnädigem Willen und Wohlgefallen Gottes in Christo Jesu eine Ursache, so da unsere Seligkeit und, was zu derselben gehöret, schaffet, wirket, hilft und befördert, darauf auch unsere Seligkeit“ also gegründet ist, daß die Pforten der Hölle nichts dawider vermögen sollen ꝛc. (Konkordienform. S. 1096, lat. S. 799 fg.) Aus dem dunkeln, durchdringlichen Grund der Ewigkeit tritt Alles für sie hell und klar hervor, die Gedanken des Friedens, welche alle Glieder in dem Werke ihres Heils von der Erwählung an bis zur Herrlichmachung zu nothwendigen und unzertrennlichen Theilen eines Ganzen machen, da eins das andere bedingt, so daß Vorsatz und Berufung überhaupt, und welche ihre besondere Beziehung auf die Prädestinirten nehmen, gewissermaßen sich scheiden. Von jedem einzelnen zeitlichen Momente dieser Reihe an, da das Geschenk der Gnade den zuvor Bereiteten (Eph. 2, 10.) zu Theil wird, lernen und wissen darum dieselben in Allem, was ihnen in diesem Leben begegnet, verhängt oder zugemessen ist, es sei der Wechsel groß oder klein, es sei selbst tiefer Fall oder mannigfaches Straucheln, sich auch zu recht zu finden; bereits ist ihnen beigelegt die Krone der Gerechtigkeit, welche nach vollendetem Glaubenskampfe und (mehr oder minder) schönen Lauf sie aus den Händen ihres Seligmachers empfangen; denn welche Er berufen hat, die hat Er auch gerecht gemacht; welche Er aber gerecht gemacht, die hat Er, vor welchem keine Zeit ist, im Voraus auch herrlich gemacht, Röm. 8, 30. Nicht wird an dieser Stelle etwa eine vollkommen gleiche Zahl derjenigen angenommen, welche berufen, gerechtfertigt, verherrlicht werden, so daß der ersteren gerade so viel wären, wie der anderen, und dieser so viel, wie der letztern; es wird gar nicht geleugnet, daß ein Gläubiger zwischen seinen besondern Beruf und der Verherrlichung noch durchfallen könne, und ebensowenig, daß vielmals solche berufen werden, die doch nicht zur Rechtfertigung gelangen, (K. 11, 22., Matth. 20, 16.:) nein — das wird hier zum ewigen Troste aller Auserwählten gelehrt, daß Gott selbst, so viel an Ihm ist, sie von einer Stufe zu der andern führe. (Fortsetzung folgt.)