# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S315 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 315 müssen, schließt sich an die Verkehrung ihres Willens an, nach welcher sie nicht glauben und darum, wozu sie auch gesetzt sind, sich stoßen an dem Wort, 1 Petr. 2, 8 im Griech. vgl. 2 Mos. 3, 19., 4, 21., 7, 3. 13. 22., 8, 15. 19. 32., 9, 7. 12 ꝛc. im Hebr.; der Rächer findet sie so, wie sie, von Ihm nach Seiner tragenden Geduld erhalten sind, wann die Zeit der Gnade aus und das dumpfe Gemüth für Heiliges und Göttliches unwiderbringlich verschlossen worden ist. Von dem Zorn, der über ihnen schwebte, empfanden sie schon etwas durch die Sprache des Gewissens; die Erweisung Seiner Allmacht im Gericht, wie Seiner Barmherzigkeit an den vormals gleicherweise elenden Erwählten zur Seligkeit, ist eine der Natur verhüllte Sache. Der Berufung V. 24 geht vorher die Prädestination, welche nirgend in der Schrift von denen, die verloren werden, gesagt ist, vgl. Konkordienform., deutsche Ausg. Rechenb. S. 1094 fg. lat. S. 798 fg.; die Verwerfung dieser und die Vorherbestimmung der zum ewigen Leben Verordneten sind Opposita, Apg. 13, 48., vgl. V. 46; die Versehung oder Vorerkenntniß hebt durch die letztere die erstere, die an sich allgemein wäre, für die Erwählten auf, so daß sie es sind, ehe der Welt Grund gelegt ward, Eph. 1, 4. 1 Petr. 1, 1 fg. Röm. 11, 2., und ist in dem wegen ihres ewigen Heils gefaßten Vorsatz Gottes einbegriffen. Vor aller Zeit hat er beschlossen, die durch Adams Fall verlorenen und verdammten Menschen selig zu machen in Christo Jesu, Seinem Sohne, und da Ihm, dessen Augen uns sahen, ehe Er uns bereitet hatte, nicht unverborgen war, welche Seinen Heiland erkennen und wahrhaftig an Ihn bis an's Ende glauben würden, diese in das Dasein zu der Existenz zu setzen, in welcher Sein Gnadenwille an ihnen sich verherrlichen sollte; hat nun aber Gott, (der dasselbe Sich vorgenommen, also vermöge dessen, weil Er es ja mittheilen will,) sie als durch den Glauben selig werdende Kreaturen zuvorerkannt: so hat Er auch eben damit sie als solche, die da nicht verstoßen werden, an welchen sich der Rathschluß der Seligkeit verwirklicht, prädestinirt zu allem dem, was die Erlangung des Heils erfordert; und diese sind darum nach einem Vorsatz Berufene, Röm. 8, 28., 2 Tim. 1, 9., Eph. 3, 11., 1, 9. (nach dem Grundtext) 11, 5. Von Ewigkeit her sind sie verordnet, ohne Verdienst, nach dem Wohlgefallen Seines (nur bedingt das ganze Geschlecht umfassenden — Joh. 3, 16., 2 Kor. 5, 19 fg. —) Willens, zur Kindschaft gegen Ihn selbst durch Jesum Christ; und das ist der Grund, warum mit der Versehung die Vorherbestimmung verbunden ist, denn die Menge vieler Brüder würde dem Erlöser, dem Erstgebornen von den Todten, fehlen, wenn jene ohne diese und die Sache mit unserer Macht gethan wäre; welche Er aber verordnet hat, die hat Er nun auch in der Zeit berufen, Röm. 8, 29 fg., sie zu erleuchten mit dem hellen Schein des Evangeliums. Alle, welche vor dem Anfang der Dinge versehen sind als die da nicht oder bloß zeitweilig glauben, empfangen den göttlichen Gnadenruf zum Gericht und ihrer eigenen Verdammniß; jene aber zur Seligkeit. Er trifft sie also, daß kraft der Zuvorverordnung Al-