# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S311 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 311 Matth. 19, 17 fgg.; wie es sich für Luthern schickte, aus derselben Schule einem Erasmus zu begegnen. Verfährst du mit Gott als mit einem Schuldner — nun wohl, so handelt Gott auch mit dir desto mehr nach der Schärfe; Er wird deine und Seine Ausstände gegenseitig im rechten Lichte messen und dir darlegen, was du dem Himmel anzurechnen und von Ihm zu fordern hast. Ja, wie Gott dem Herrn kein Mensch nur irgend Etwas vorschreiben, noch als Schuldigkeit von Ihm verlangen und ertrotzen, noch Ihm Etwas wehren könne, oder Ihn voll lieblosen Neides zu Rede setzen, warum Er auch gegen Andere gütig sich erweise, das will den Gegnern der heil. Geist durch Paulus zeigen. Bei diesem besonders, aber auch sonst in der Schrift, zumal wenn es a thesi ad hypothesin d. h. von einem Lehrsatz auf die Nutzanwendung gekommen ist, ziehe man sorgfältig nicht nur die Beweisgründe an sich, sondern auch die Wendungen in der Rede, die der Affekt mit sich bringt, und die ganze Manier und Schreibart in Erwägung. Es kann kein Kommentar so deutlich sein, daß er von einem Selbstgerechten leichter, als der Text des Apostels selbst verstanden werden möchte. Paulus bestätigt seinen Satz durch Gottes eignes, unwidersprechliches Urtheil, das Er verkündigte dem Moses 2 Mos. 33, 19. Derselbe hatte für sich und das treubrüchige Volk um Proben Seiner Gnade und zuletzt um eine besondere Offenbarung Seiner Herrlichkeit gebeten, V. 12—18; diesem auserwählten Knechte, der mit Ihm sowohl daran war, vgl. V. 11, sagt dennoch Gott mit einem gewissen Vorbehalt Worte V. 19, über welche ihm erst hintennach durch die Predigt von des Herrn Namen (K. 84, 5 fgg.) und im göttlichen Werk des Heils selbst weitere Aufschlüsse gegeben werden sollten. Er spricht schlechthin: „Welchem Ich gnädig bin, dem werde Ich gnädig sein; und wessen Ich Mich erbarme, deß werde Ich Mich erbarmen“ — d. h. wie aus den erstern Antworten und dem, was zunächst voransteht, und aus dem, was K. 34, V. 5 fgg. der Herr that, Moses auch dem gemäß vernimmt, V. 8 fg., deutlich zu schließen ist: Du, welchem Ich in sterblichen Augen angemessener Erscheinung predigen werde, bist es, dem Ich gnädig bin und sein werde fort und fort, der du's als lautere Gnade erkennst; und ebenso werde aber den Gottesbund zu halten sich selbst rühmen, scheel und sauer sehende Knechte des Gesetzes und der Sünde, die nur knechtisch um des Lohnes willen ihre Arbeit thun; damit haben sie bei Gott nichts Anderes verdient, als Seine Ungnade; insofern sie aber blind über ihr Gleißnerswerk im Rechte der Bezahlung zu sehen meinen, läßt sich Gott, der so gerecht ist, daß Er auch Nichts umsonst von uns gethan haben will, aus unaussprechlicher Milde herab und rechnet mit ihnen, obschon sie Nichts zu fordern haben, sondern wenn Alles gethan, was ihnen befohlen war, dies als Leibeigne ihres Herrn nur schuldig gewesen sind. Er rechnet mit ihnen, gibt ihnen als Seinen Knechten auf Erden ihren irdischen Lohn, den sie alsdann dahin haben, und nichts weiter; dereinst wird aber ihre Sünde von der Feuerflamme des allwissenden Gerichts berechnet werden. Das ewige Leben wird nur aus Gnade denen, die sie als solche auch erkennen und nichts von Werken des Verdienstes wissen wollen, gegeben. „Glaube an den Herrn Jesum, so wirst du und dein Haus selig“ — wird denen geantwortet, die vom Gesetz erschreckt nur die lebendige Sünde fühlen. „Bei den Menschen ist es unmöglich, selig zu werden; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.“