# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S309 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 309 Dietrich herausgegebenen Vorlesungen über die Genesis zu 1 Mos. 25, 23 (Ausg. Lpz. Th. II. S. 433) also: „In diesen leiblichen Verheißungen werden auch die geistlichen begriffen — deßhalb handelt St. Paulus diesen Text auf solche Weise, daß er zweierlei Geburt machet, nämlich des Fleisches und der Verheißung — gleichwie ich aber von der Kainischen und Ismaelitischen Kirche gesagt habe, nämlich daß sie sind verworfen worden, aber doch also, daß solche Verwerfung dazu hat dienen sollen, daß sie gedemüthigt wurden, auf daß sie das Erbe übergäben, das sie sich hatten vermessen, daß sie dasselbe haben würden von wegen der fleischlichen Geburt, sie sind aber noch selig worden durch Buße und Glauben an die Verheißung: also bezeuget auch der Text, daß Viele, so von Edom gekommen, selig sind worden, nicht darum, daß sie Kinder Edoms waren, denn dieselbe Linie ist verworfen, sondern dieweil sie mit dem Glauben die Verheißung ergriffen und sich daran gehalten haben nach dem Spruche Pauli ꝛc. (Röm. 9, 8.) — deßhalb haben sie sich zu den Jsmaeliten geschlagen und werden gesagt haben: Sarah ist unsere Großmutter und Abraham unser Vater, aber dadurch werde ich nicht selig werden, denn die leibliche Geburt ist kein nütze; sondern ich glaube an den Samen, welcher den Vätern verheißen ist, gleichwie Isaak und Jakob geglaubet haben und selig sind worden. Und alle, die diesen Glauben gehabt, haben das Erbe des ewigen Lebens erlanget. Aber die aus diesem Geschlechte oder Nachkommen in solcher Vermessenheit geblieben sind, daß sie die Größern wären von wegen der leiblichen Geburt, die sind alle verloren und verdammet worden — darum soll man aus diesem Texte lernen, daß alle Ehre oder Ruhm des Fleisches von Gott verworfen und verdammet sei, und daß wir dadurch nicht können gerecht werden, gleichwie auch die Väter durch solchen Ruhm des Fleisches oder Geblütes nicht sind gerecht worden. Welches dies Exempel gewaltiglich lehret und beweiset, und ist ein sehr trefflich Exempel, das auch werth ist, daß man es mit goldenen Buchstaben schreiben sollte.“ Bei weitem die größere Anzahl lutherischer Theologen beziehen beide göttlichen Aussprüche 1 Mos. 25, 23. und Mal. 1, 2 fg. auf zeitliche Umstände und äußerliche Vorzüge und Nachtheile allein. Quenstedt versteht von diesen nach Vorgang Anderer auch alles Weitere und sagt, da seine calvinischen Gegner aus Röm. 9, 13. folgerten, daß Gott nicht Aller Seligkeit wolle, in seiner theologia didactico-polem. ed. Lips. III. S. 12 zur Erwiederung: „1) Non loquitur textus de Esavo et Jacobo secundum personas, sed de eorum posteris; duæ gentes, inquit responsum divinum ad Rebeccam, sunt in utero tuo, major serviet minori, Gen. 25. 23. 2) Non agit hoc testimonium de æterna prædestinatione ad salutem, vel reprobatione ad interitum. Temere ergo assumunt Calviniani, dilectionem Jacobi et odium Esavi respicere illius electionem ad vitam et hujus reprobationem ad mortem æternam, et quidem absolutam; sed agit apostolus cap. 9, 10 et 11 ad