# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S307 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 307 Liebe nicht leicht urtheilen, so wenig im gemeinen Lauf der Dinge außerordentliche Thaten und der heroische Muth besonderer Persönlichkeiten von Unerfahrenen begriffen werden können. Der Schmerz und die Traurigkeit waren unablässig, V. 2; er sieht aber zum Trost auf die unendliche Majestät und gnadenvolle Herrschaft Christi über Juden und Heiden, V. 5, wie auch wir uns innig zu freuen haben, daß Er Gott über Alle ist, — und auf die ewigen Zusagen Seines Worts, V. 6. III. Der gute Bestand der göttlichen Verheißungen, V. 6—13. Mit Recht haben Luther und Andere nach ihm bei dem, was nun folgt, bemerkt, daß dies Alles erst denen nicht nur erträglich, sondern sogar lieblich sein werde, welche zuvor die obigen Kapitel im rechtfertigenden Glauben und Tödtung des alten Menschen durchgemacht haben; dann nur sind sie im Stande, solche starke Speise nach dem Geiste in sich aufzunehmen. Es will der Apostel klärlich darthun, wie das Wort Gottes, welches für Israel so viele Verheißungen enthalte, keineswegs mit dem abgefallenen Theil des Volkes auch für immer gefallen sei. Weil aber die Juden dachten: Wir Alle und wir allein sind das Eigenthum Gottes; darum werden sie hier und im Folgenden widerlegt. Nach dem Sinne derer, welche die Allgemeinheit der göttlichen Gnade leugnen, ist der Inhalt dessen, was der Apostel abhandelt, mit kurzen Worten dieser: Gott gibt den Glauben, wem Er will; welchen Er nicht will, denen gibt Er ihn nicht. Wer aber zurückschauet auf Kap. 3—8, dem kommt er also heraus: Gott gibt die Gerechtigkeit den Gläubigen —; (der Apostel hat hier mehr die Gerechtigkeit selbst, als den Glauben, der sie besitzt, im Auge, was wohl zu beachten ist, vgl. K. 9, 30 fgg. 10, 1 fgg.; Gott gibt beides, Gerechtigkeit und Glauben, die erstere durch und in dem letztern, wie Er den Glauben gebe, davon siehe unten —). Er gibt sie aber denen nicht, welche mit Werken umgehen: und das streitet sogar nicht mit Seinem Wort, daß Er vielmehr selbst theils durch reale Vorbilder, theils durch Zeugnisse erklärt hat, daß jene als Kinder der Verheißung aufgenommen, diese aber verworfen werden; solcher Rathschluß Gottes ist gewiß, unhintertreiblich und gerecht, und nachdem er an einem Menschen oder Volk verwirklicht wird oder nicht, werden sie entweder der Gnade theilhaftig oder vom Zorne ewig nicht erlöset. Darum sagt nun der Apostel, nicht Alle, welche der leiblichen Herkunft nach von Israel sind, seien auch das wahre Israel, V. 6; ebensowenig, weil Abrahams Samen, seien gerade auch Alle Kinder, welche der Bund, mit ihm und seinen Nachkommen geschlossen, dem tiefern Vollzuge noch angehe; sondern gleichwie Isaak ein Sohn der Verheißung war wider den Lauf der Natur, also werden, die nach dem Geist geboren sind, allein für Kinder gerechnet, vgl. Gal. 4, 22 fg. 26. 28. 31., Joh. 1, 12. 13., 8, 39., Röm. 2, 28 fg., 4, 12. Luther zu Gal. 3, 7.; das Wort der Verheißung falle nicht auf die Erde, wie die sich es allein anmaßenden Juden dem Sinne Pauli hätten gern angedichtet: gleichwie ungeachtet des Vorzugs des Alters der bereits beschnittene Ismael und später