# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S305 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 305 Hunnius' Werk geschrieben. Erstlich Christian Beckmann in seiner „Anatomia universalis triumphans,“ und sodann Samuel Strimesius (der eifrige Unionist, gestorben 1730 als Professor zu Frankfurt a. d. O.) in seiner „Ingenua in controversias Evangelicorum inquisitio“ von 1708. Letztere Schrift ist widerlegt worden von Joh. Herm. von Elswich in seinen „Vindiciae diascepseos Hunnianae adversus Strimesium,“ Wittenberg, 1712. 4. Hunnius' Schrift ist mehrmals aufgelegt worden. Die beste Ausgabe ist die von 1663 in 8. (Fortsetzung folgt.) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden Materien. (Von Past. O. Fürbringer.) A. Einleitende Erklärung von Röm. 9, 1—24. I. Nachweisung des Zusammenhangs der vorhergehenden Kapitel mit dem 9. Nachdem der heilige Apostel Ueberschrift und Eingang des Briefs in K. 1, V. 1—15 gefaßt, stellt er V. 16 und 17 den Vortrag dessen, was er abhandeln will, summarisch in 3 Stücken, von der Gerechtigkeit des Glaubens an Jesum Christum, von dem daraus folgenden Heil und Leben, und von allen denen, die da glauben, Juden und Heiden. (Daher auch vom 12. Kapitel an die aus der Abhandlung fließende Ermahnung in eben dieser Ordnung sich darauf bezieht, und den Glauben sammt der Liebe, die aus dem Glauben kommt, und der Gerechtigkeit gegen die Menschen, ferner das Heil selbst, und endlich die Verbindung der Juden und Heiden untereinander betrifft.) Er handelt demnach zuerst von der Rechtfertigung, als welche nicht aus den Werken des Gesetzes geschehe und geschehen könne; denn unter der Sünde seien die Heiden, K. 1, V. 18—32, wie die Juden, K. 2, 1—10, also Alle ohne Unterschied, K. 2, V. 11 — K. 3, V. 20; vielmehr geschehe sie allein durch den Glauben, V. 21—31, wie Abrahams und Davids Exempel ausweisen, K. 4, 1—25. Er beschreibt nun das im Glauben zu ergreifende Heil, K. 5, 1—11, indem er die zwei Häupter ihres Geschlechts, Adam und Christum, als die Urheber der Sünde und ihres Soldes, wie der Gnade, Gerechtigkeit und des Lebens, über alle Menschen ausgebreitet, gegenüberstellt, K. 5, V. 12—21;*) — weiterhin, wie das geschenkte Leben schon hier durch Sünde und Tod sich hindurchschlägt, K. 6, V. 1 — K. 8, V. 11, und seine Herrlichkeit, K. 8, V. 12—30; und faßt endlich Alles in eine Summe zusammen, V. 31—39. So kommt er denn mit Anfang des 9. Kap. auf das *) Anm. Es ist hier dahin aufmerksam zu machen, daß des Apostels Lehrweisheit zunächst das Bewußtsein der wirklichen Sünde und ihrer Schuld als einer allgemeinen Thatsache der menschlichen Natur zu wecken sich bemüht, K. 1—3, und die Bedürftigkeit der Erlösung daraus entwickelt, bei der Darstellung der letztern aber erst auf die ferner liegenden Ursprünge und das Abhängigkeitsverhältniß unsers Zustandes zurückgeht.