# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S304 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 304 Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. nem Rathe der Theologen Musäus, Olearius und Tenzel und einiger gottseliger Juristen, die er zu diesem Behufe im Jahre 1670 nach Gotha berief,) seinen Sohn, den Prinzen Albert, und den Coburger Generalsuperintendenten Verpoorten nach Dänemark, Schweden, Holstein und Mecklenburg reisen und sendete Andere an andere Fürsten und vornehme Stände des Reichs — aber auch des gottseligen Fürsten Bemühungen scheiterten trotz aller Gunst, mit welcher erst der Vorschlag an vielen Höfen, namentlich in Schweden, aufgenommen worden war. Was nun die „Διάσκεψις“ betrifft, so enthält dieselbe den Beweis, daß zwischen der lutherischen und reformirten Kirche ein Unterschied in dem Glaubensgrunde statt finde. Das Buch gibt die Antwort auf folgende drei Fragen: 1. Welche Artikel oder Lehren „den Glauben“ ausmachen. 2. Durch welche Artikel und Lehren der Grund des Glaubens umgestoßen werde. 3. Ob hiernach die Evangelischen oder Lutheraner von den Reformirten im Grund des Glaubens verschieden seien. Der letztere (der dritte) Theil des Buches zerfällt in drei Capitel; in dem ersten zeigt Hunnius, was für Lehren der Reformirten zu achten seien, und daß er alles das Folgende nicht aus Zanksucht und Uebelwollen gegen die Reformirten, sondern lediglich aus Liebe zur Wahrheit und zum wahren Frieden schreibe. Das zweite Capitel führt den Beweis ad hominem, indem darin aus den Schriften der Reformirten nachgewiesen wird, daß dieselben selbst den Unterschied zwischen den Reformirten und Lutheranern für einen fundamentalen und die angeblichen Irrthümer der Lutheraner für grundstürzende erklärt haben, obgleich sie, so oft es ihr augenblicklicher Vortheil erheischte, nichts desto weniger behauptet haben, daß wir ja im Grunde des Glaubens mit ihnen einig seien, ihnen darum wohl Eingang in unsere Gemeinden verstatten könnten. Im dritten Capitel beweist Hunnius endlich seine Thesis direct. — So vortrefflich Löscher die Reformirten Irrthümer und die dadurch angerichtete Kirchentrennung auf dem Wege der Geschichte beleuchtet, so vortrefflich thut Hunnius dasselbe auf dem Wege der Speculation. Selbst abgesehen jedoch von der in unserm Buche enthaltenen Kritik der reformirten Lehren, enthält dasselbe eine so lichtvolle und gründliche Entwicklung der wichtigen Lehre von den fundamentalen Artikeln des Glaubens, daß schon dies dem Werk einen überaus großen Werth gibt. Diese Entwickelung hat in der lutherischen Kirche zur systematischen Darstellung der einzelnen Lehren nach ihrem Verhältnisse zu einander die Bahn gebrochen. Um nur Ein Urtheil eines älteren Theologen über dasselbe anzuführen, so schreibt Buddeus darüber: „Niemand hat vor ihm so gründlich erwiesen, daß der Dissensus zwischen uns und den Lehrern der reformirten Kirche ein fundamentaler sei, noch hat dies hernach jemand auf eine schlagendere Weise gethan. Daher es allerdings verwunderlich ist, daß zu unserer Zeit sich Männer gefunden haben, welche sich und Andere haben überreden wollen, daß eben aus diesem Buche des Hunnius nachgewiesen werden könne, daß jener Dissensus keinesweges ein fundamentaler sei.“ (Isag. p. 1226.) Mehrere Reformirte haben gegen