# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1856_S302 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 302 Lutherisch-theologische Pfarrers-Bibliothek. einem ausführlichen Werk den ganzen Verlauf aller zwischen den Lutheranern und den Reformirten stattgefundenen Controversien geschichtlich und kritisch darzulegen und bei dieser Gelegenheit nicht nur Beckmanns, sondern auch Lavater's, Hospinian's, Gottfried Arnold's und anderer Gegner Angriffe zurückzuschlagen. So entstand unser oben angezeigtes Werk. Der erste Theil begreift zwei Bücher, von denen das erste die Streitigkeiten von ihrem Ursprung an bis zur Uebergabe der Augsburgschen Confession darlegt und in sieben Capiteln die Carlstadtischen, Zwinglischen, Oekolampadischen, Oberländischen (Bucer ꝛc.) und Schlesischen (Schwenkfeld ꝛc.) Sacraments-Händel, das Marburgische Colloquium und den Augsburgischen Reichstag behandelt. Das andere Buch enthält die Geschichte des Streites bis zu Luthers Tod, namentlich die Geschichte der Wittenbergischen Concordia und der Erneuerung des Streites nach derselben. Der zweite Theil enthält das dritte und vierte Buch. Im dritten findet sich der Bericht über die betreffenden Vorgänge von Luthers Tod an bis auf das Auftreten des Johannes a Lasco in Deutschland, wobei denn der Ursprung des Calvinismus im engeren Sinne (Calvin und Petrus Martyr), Bucer's und Melanchthons Stellung in der Sache, die Aenderung der Augsburgschen Confession, das Eindringen des Calvinismus in Frankreich und England, und endlich Westphal's Kampf gegen Calvin erzählt und beleuchtet werden. Das vierte Buch gibt Bericht über die durch Anregung Joh. a Lasco's entstandenen Unruhen, über die Verpflanzung des Calvinismus nach Italien, über das Platzgreifen desselben in Heidelberg und überhaupt in der Pfalz, über die Bremischen Händel (Hardenberg) und Anderes, was in die Zeit bis 1567 fällt. Der dritte Theil endlich enthält im fünften und sechsten Buch die Geschichte des unter dem Namen des Flacianismus verfolgten Lutherthums, des Philippismus und des daraus sich entwickelnden Crypto⸗Calvinismus und der Abfassung und Einführung der Concordienformel. Das Ganze beschließt eine „friedfertige Anrede und Ermahnung an die reformirten Gemeinden in Deutschland,“ worin u. A. Vorschläge zu einer Union in der Wahrheit gemacht werden. Wir bedauern, aus Mangel an Raum nicht noch anschaulicher machen zu können, welchen Reichthum des betreffenden historischen Materials das Löschersche Werk enthält. Wir bemerken nur noch dieses, daß darin ein ungeheurer Vorrath sonst nirgends zu findender Urkunden, die Löschern theils seine eigene Bibliothek,*) theils ihm geöffnete andere Bibliotheken und Archive dargeboten hatten, mitgetheilt ist. Nach unserer festen Ueberzeugung ist unsere „Historia“ das beste Werk, welches Löscher geschrieben hat, wie denn auch ein Recensent in den „Unschuldigen Nachrichten“ die Ueberzeugung ausspricht, Löscher habe in dieser Schrift „den Preis über sich selbst erhalten.“ Hier war Löscher ganz in seinem Fache; hier konnte er seine wahre Stärke zeigen, und hier hat er sie gezeigt. Wir haben mit dem erwähnten Recensenten keinen Wunsch in Betreff *) Löscher's Bibliothek war eine der größten, welche je eine Privatperson besaß; sie enthielt gegen 50,000 Bücher.