# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1856_S286 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 286 Vermischte kirchliche Nachrichten. „Eine Verkündigung der Union von Seiten des summus episcopus, von welchem das doch geschehen müßte, hat nicht stattgefunden, mithin ist unsere Landeskirche, mit Ausnahme der Hofgemeinde in Weimar und der Nicolaigemeinde in Eisenach, rechtlich eine evangelisch-lutherische. Dadurch, daß die Glieder jener Gemeinden 1818 eine Union vollzogen haben, folgt durchaus nicht, daß die Landeskirche unirt ist... Jetzt ist es bei uns doch auch darin besser geworden, daß man die confessionellen Geistlichen wenigstens in ungestörter Wirksamkeit läßt. Es regt sich jetzt überall ein neues Leben in der Kirche, überall fängt man an zu erkennen, was für einen Schatz die Kirche an ihren Bekenntnißschriften besitzt.“ Ein Urtheil über Herrn Professor Dr. Schäffers Antrittsrede. Am 16. April d. J. hat Herr Dr. Schäffer sein Amt als Professor der deutschen Sprache und Literatur im Pennsylvania College und als deutscher Professor der Theologie am Predigerseminar zu Gettysburg, Pa., angetreten, und bei dieser Gelegenheit eine Rede gehalten, welche im Druck erschienen ist. Die Vortrefflichkeit dieser Rede kann schwerlich besser in das Licht gestellt werden, als durch das Urtheil, welches Herr Dr. Benjamin Kurtz, der bekannte Anwalt der Generalsynode und deren unirten rationalistischen und methodistischen Lehre und Praxis, über dieselbe in seinem "Lutheran Observer" vom 1. August fällt. Darin schreibt nehmlich letzterer: „Sie (die Antrittsrede) hat schon längere Zeit auf unserem Tische gelegen, aber der starke Symbolismus, welcher dieselbe durchsäuert, hat sie uns so widerlich gemacht, daß wir es unterlassen haben, sie anzuzeigen, und wir möchten es auch jetzt fast lieber vorziehen, an ihr mit Stillschweigen vorüberzugehen... Wir können jedoch nicht unterlassen, hinzuzusetzen, daß es nun ohngefähr zwei und dreißig Jahre sind, als wir auf einer Conferenz zu Virginien, zur Errichtung eines theologischen Seminars den ersten Vorschlag machten;.. daß wir vor einigen und dreißig Jahren die gefährlichste und beschwerlichste Reise von allen, die wir gemacht, unternahmen, die zwei Jahre dauerte, um Fonds und Bücher für die Anstalt zu kollektiren, unsere Reisekosten aus unserem eigenen Beutel vorausbezahlend und mit uns Tausende von Dollars und Tausende von Büchern heimbringend; daß wir seitdem immer gearbeitet, geschrieben, geredet und von Jahr zu Jahr Geld beigetragen haben zur Unterstützung des Seminars und Colleges; und nun haben wir den bitteren Verdruß, wahrzunehmen, daß in dieser Prophetenschule theologische Ansichten eingeprägt werden sollen, an welche jenes Tages von den Gründern und Gönnern nicht gedacht worden und zu deren Verbreitung wir nie mit Ehren einen Dollar unseres Geldes hätten geben oder irgend eine, sei es geistige oder leibliche, Anstrengung hätten machen können! Ach, ach! wie haben sich die Zeiten geändert! und wie tief demüthigt es uns, indem wir sehen, daß die unermüdlichen Arbeiten und Geldbeiträge von mehr als einem Vierteljahrhundert zu einem Zweck weggeworfen werden, der so ganz von dem verschieden ist, was damit bezweckt wurde!“ — Es ist in der That rührend, dieses Jammerlied mit anzuhören, welches der unglückselige Mann bei der Wahrnehmung anstimmt, daß die vielen blanken von ihm selbst beigetragenen oder so mühevoll gesammelten Dollars, anstatt der Sache der Aufklärung des neunzehnten Jahrhunderts, dem Aufkommen der lutherischen Lehre und Kirche dienen sollen. Der trostlose Mann sollte sich damit aufrichten, daß seine rationalistischen Brüder in Deutschland sich schon mehr als genug dafür an den Lutheranern gerächt haben, indem sie Millionen Thaler zur Verbreitung der Aufklärung verwendet haben, die von unseren gläubigen und frommen Vätern einst zur Erhaltung des reinen evangelischen Lutherthums geopfert worden sind. Worms. Die Frankfurter Zeitung berichtet, daß eine neue Subscriptionsliste in der Stadt Worms eröffnet worden ist für die Erbauung einer gothischen Capelle zu Ehren Luthers und seines Protestes auf dem Reichstage zu Worms. Der Beitrag, den jeder einzelne zu zahlen hat, ist auf drei Kreuzer (zwei Cents) festgesetzt worden. Das alte Dresdner Gesangbuch. Folgendes wird dem „Pilger aus Sachsen“ (s. No. 22. dieses Jahres) geschrieben: „Es wird von den Königlichen Consistorien der Provinzen Brandenburg, Sachsen und Schlesien, in welchen das alte Dresdner Gesangbuch bei mehreren Gemeinden eingeführt ist, ein neuer, revidirter, correcter Abdruck veranlaßt. Diesem Abdruck wird noch eine Anzahl von Kirchenliedern, welche in den alten Auflagen sich nicht befinden, aber in der evangelischen Kirche weit verbreitet sind, als Anhang beigefügt. Ebenso kommen die alten, dem Gesangbuche ursprünglich beigefügten Gebete in den Abdruck. Die Sache ist bereits so weit gediehen, daß die Redaktion des Gesangbuchs vollendet ist und ehestens mit dem Druck wird vorgegangen werden können. Wahrscheinlich wird diese neue Auflage, welche auf dem Titelblatt als eine von der kirchlichen Oberbehörde genehmigte bezeichnet werden soll, von dem hiesigen (Sorauer) Buchbinder und Senator Pittius veranstaltet werden. Derselbe hat sich bereit erklärt, die neue Auflage auf schönes weißes Papier mit sehr deutlicher Schrift drucken zu lassen und einen sehr mäßigen Preis zu stellen.“ Unirte Toleranzpredigt. Von Seiten der unirten Kirche Preußens hat man die Mecklenburgische Kirche ermahnt, doch gegen die in dieselbe eindringende Baptisten-Secte etwas toleranter zu werden. Von Mecklenburg soll nun, wie die „Lutherische Dorfkirchen-