# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1856_S283 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 283 Aufruf zu einer allgemeinen Conferenz aller Lutheraner, welche die augsburgsche Confession als das Bekenntniß ihres Glaubens anerkennen. Die Unterzeichneten, Prediger der evangelisch-lutherischen Kirche in den Vereinigten Staaten, lassen in der Ueberzeugung, daß die Einigkeit und das Wohl unsers lutherischen Zion durch den freien Austausch von Ansichten über die verschiedenen Interessen unserer Kirche in diesem Lande unter im Glauben einigen Brüdern kräftig wird befördert werden, hiemit eine Einladung an alle Glieder der evangelisch-lutherischen Kirche in den Vereinigten Staaten ergehen, welche die unveränderte augsburgsche Confession für eine getreue Darlegung der Lehren des göttlichen Wortes anerkennen, mit ihnen in einer freien und brüderlichen Conferenz über die gegenwärtige Lage und Bedürfnisse der Kirche in Amerika, in der Stadt — Mittwochs den 1. October d. J. zusammenzutreffen. Pastor Fr. Walz stimmt für Pittsburg, Pa. „ Thomas T. Jäger „ „ „ „ „ J. Ehrhart „ „ „ „ „ Fr. W. T. Steimle, „ „ Cincinnati, O. „ J. A. Zapf „ „ Pittsburg, Pa. „ Ch. J. Weisel „ „ Columbus, O. „ A. J. M. Held „ „ Pittsburg, Pa. „ D. Efird „ „ Columbus, O. „ W. H. Deck „ „ „ „ „ Ernst Lübkert „ „ „ „ „ Jacob Seidel „ „ „ „ „ J. L. Daib „ „ „ „ Vermischte kirchliche Nachrichten. Russische Ostseeprovinzen. Also schreibt die „Lutherische Dorfkirchenzeitung“: „Es meldet ein Gerücht, daß die lutherische Kirche in den russischen Ostseeprovinzen vom Kaiser Alexander gleiche Rechte mit der Staatskirche erhalten habe. Das wäre wirklich in Rußland sehr viel. Bisher war einem Russen der Uebertritt in die lutherische Kirche unmöglich gemacht; denn darauf stand Todesstrafe, d. h. dort Verbannung nach Sibirien, was oft schlimmer ist als der Tod. Als vor mehren Jahren durch falsche Vorspiegelungen russischer Popen (Priester) viele lutherische Bauern sich hatten verlocken lassen zur Staatskirche überzutreten, konnten sie nachher nicht zurück, als sie die Lüge merkten und nach wie vor ihren Zehnt bezahlen mußten. In Oestreich hat die lutherische Kirche 1849 gleiche Rechte mit der römischen empfangen. Aber wie solche Gesetze gehalten werden, hat neulich ein Fall zu Prag in Böhmen gelehrt. Da tritt ein Ordensbruder E. Borzinsky zur evangelischen Kirche, und um recht sicher zu geben, in einem preußischen Grenzort. Aber kaum ist er wieder zu Hause bei seinen Eltern, so wird er Nachts aus dem Bett geholt mit Polizei und sitzt nun im tiefen Klosterkerker, bis er mürbe gemacht ist und widerruft. Solche Waffen gebraucht man bei Austritten (zu uns wenigstens) in Preußen jetzt nicht mehr. Aber dagegen giebt's andere Leiden. Z. B. noch bis auf diesen Tag darf keine lutherische Kirche ihre Glieder durch Glockenton zum Gottesdienst rufen. Im Jabelschen Kirchthum (bei Wittstock) hängt seit 4 Jahren eine müssig, während die kleine unirte Glocke dort lustig bimmelt. Oestreich. Die officielle Begehung des Reformationsfestes in Oestreich ist erst unter dem jetzigen Kaiser erlaubt worden und während früher die Protestanten hier nur „Bethäuser“