# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1856_S267 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 267 mit den Papisten zu stehen; kein Wunder, daß daher auch ein Schiller in seiner Geschichte des dreißigjährigen Krieges die alte Fabel, Hoe sei von Oestreich gekauft gewesen, nachgeschrieben hat. Das „Evangelische Handbüchlein“ ist aber der beste Gegenbeweis gegen alle dergleichen nichtswürdige Beschuldigungen.“*) Löscher schreibt von demselben in den „Unschuldigen Nachrichten“: „Einen großen Segen hat der HErr dem Handbuch des sel. Dr. Hoens beigelegt, daß es zu vielen malen hat aufgelegt werden müssen, und ist von Freunden und Feinden hochgehalten und gelesen worden. Viele sind dadurch von dem Pabstthum zur evangelischen Wahrheit gebracht, gleichwie die Evangelischen vor jenem verwahret und in ihrem Glauben gestärkt worden, daß sie nachgehends den listigen Anläufen der Feinde desto besser begegnen und sich wider dieselben zulänglich wehren können. Es ist so gründlich geschrieben, daß lange Zeit keiner unter den Papisten die Widerlegung desselben versucht, daß auch bei der sechsten Auflage der theure Lehrer in der Vorrede setzen konnte, wie es bisher unwiderlegt geblieben. Einige der Päbstler fingen nachgehends an, und machten einiges Geschrei auf der Kanzel darüber, getrauten sich aber nicht, mit der Widerlegung in einer Schrift hervorzutreten. Endlich unterfing sich der Jesuit Jacob Reihing (welcher das vornehmste Instrument war, wodurch die Evangelischen aus der Neuburgischen Pfalz vertrieben worden) und wollte es in seinem „„Handbuch““ widerlegen, wodurch er aber ein solches Licht vermittelst der Erleuchtung des heil. Geistes von der evangelischen Wahrheit bekam, daß er nachgehends dieselbe selbst annahm und also aus einem wüthenden Saul ein bekehrter Paulus wurde!**) Er schrieb im Jahre 1620 eine „„Retraction seines katholischen Handbuchs,““ worin er selbst die, vormals bei der Refutation des sel. Dr. Hoens Handbuchs gebrauchten, Fechterstreiche offenherzig anzeigt und widerlegt.“ (A. a. O. Jahrg. 1718. S. 605. ff.) Vor ohngefähr zwanzig bis dreißig Jahren ist Hoe's Handbuch wieder in Weimar aufgelegt worden, zwar in so weit unverändert, als darin nichts hinweggelassen ist, doch hat der neue Herausgeber mancherlei fade rationalistisch klingende Bemerkungen hinzugethan. Schließlich können wir die Bemerkung nicht unterdrücken, daß, wenn wir in diesem wie in anderen besonderen Fächern die betreffenden Schriften Luthers nicht citiren und recensiren, wir dies in der Voraussetzung thun, daß ein lutherischer Pfarrer, dem es Ernst ist, für alle Fächer der Theologie eine ausgewählte Bibliothek sich zu sammeln, vor allen anderen Luthers *) Uebrigens widerlegt auch das ganze Leben Hoe's, was seine Feinde wider ihn ausgesprengt haben. Es ist hier der Ort nicht, dies nachzuweisen, so leicht es auch wäre. Sein ganzes Leben entsprach dem von ihm gewählten Symbolum: Inter brachia Salvatoris mei et vivere volo, et mori cupio d. i. In den Armen meines Heilandes will ich leben und begehre ich zu sterben. **) Schon in der 15. Nummer des 1. Jahrgangs des „Lutheraner“ haben wir die merkwürdige Bekehrung dieses Jesuiten, der im Jahre 1628 als lutherischer Professor der Theologie und Superintendent selig entschlafen ist, erzählt.