# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1856_S266 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 266 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. des Sieges, dessen Ruhm sie ihm durch dieses ihr so langes Stillschweigen zuschreiben?“ (Ib. 407. 408.) Endlich schreibt J. Heinr. Feustling (gestorben als Oberhofprediger in Gotha 1713): „Der selige J. Gerhard hat in allen seinen Schriften die Theologen seiner Zeit übertroffen, aber in seiner nie übertroffenen Conf. Cath. sich selbst.“*) (Ib.) — Das Werk kam nach und nach heraus; der erste Theil desselben im Jahre 1633, der letzte 1637, Gerhard's Todesjahr. Diese einzelnen Theile waren jedoch bald vergriffen, daher Johann Andreas Gerhard (vierter Sohn Johann Gerhard's), ein Jurist, Comes Palatinus Cäsareus und fürstlich Anhaltischer Hof- und Justizrath zu Zerbst, das ganze Werk noch einmal im Jahre 1679 in Folio herausgab, welche Ausgabe vor allen anderen wegen der vortrefflichen beigegebenen Uebersichten, Spruch- und alphabetischen Sachregister die beste ist. Da das Werk sehr umfänglich ist, es umfaßt über 1600 sehr compreß gedruckte Folioseiten, so hatte sich die Ausgabe der neuen Auflage etwas verzögert, mit so großer Ungeduld man auch derselben entgegensah. Herzog Friedrich I. von Sachsen⸗Gotha, gesegneten Andenkens, gab endlich bedeutende Summen dazu her, wodurch der Druck und ein mäßiger Preisansatz ermöglicht wurde. Zwar hatte schon Gerhard's ältester Sohn, Johann Ernst Gerhard, im Jahre 1661 eine in Jena gedruckte und im Jahre 1668 wieder in Leipzig erschienene „Epitome“ des Werkes ausgearbeitet, allein dieser Auszug konnte nicht befriedigen. — Denjenigen, welche das Bedürfniß haben einer compendiöseren, auch für das Volk verständlichern Schrift gegen die römische Kirche und das Pabstthum, können wir kein besseres empfehlen, als das folgende: „Evangelisches Handbüchlein, darinnen unwiderleglich erwiesen wird, wie der genannten Lutherischen Glaube recht, der Päbstler Lehre aber im Grunde irrig. Von Matthias Hoe von Hoenegg. Leipzig 1603.“ 8. Der Verfasser dieser Schrift ist der ebenso gerühmte und geehrte, als geschmähete und verlästerte Hoe, geboren zu Wien, gestorben zu Dresden als Oberhofprediger 1645. Da die Zeit seiner Wirksamkeit als Prediger am Sächsischen Hofe (von 1613 bis an seinen Tod) in die Zeit des dreißigjährigen Krieges fiel und er bei dem Churfürsten das höchste Vertrauen genoß, daher er von demselben in allen wichtigen, auch politischen, Angelegenheiten, da dieselben damals so sehr das Gebiet des Gewissens und der Religion berührten, um Rath angegangen wurde, so ist namentlich von den Reformirten jede Maßregel, welche der Sächsische Hof in jenen Wirren ergriff, ihm als dem Autor beigemessen, und selbst vorgeworfen worden, in einem geheimen Einverständniß *) Der Herausgeber des Gesammtwerkes sagt in der Vorrede dazu: „Wenn ich alle Lobsprüche des Buches abzuschreiben unternehmen wollte, und zwar nicht verstellte, sondern die aus einem aufrichtigen Herzen und aus einem redlichen Gemüth geflossen sind, von Leuten, welche immer .. für die gelehrtesten und in den Kriegen des HErrn geübtesten gehalten worden sind, so würde nicht ein Tag, sondern ein Jahr verfließen, ehe ich zu Ende käme.“ Christian Chemnitz, ein Vetter des Martin Chemnitz, als Professor zu Jena gestorben 1666. pflegte zu sagen (daß wir nur dieses noch hinzusetzen): „Unter allen Gerhardischen Arbeiten und Büchern ist dieses (die Conf. Cath.) das beste.“ (A. a. O.)