# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1856_S264 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 264 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. „Confessio Catholica“ betrifft, so zerfällt dieselbe nach einem Proömium in vier Theile. Das Proömium handelt 1. von dem Nutzen, welcher aus dem Werke zu ziehen sei, welcher darin bestehe, daß auf dem eingeschlagenen Wege a. die Wahrheit bestätigt, b. der eitle Ruhm, daß die römische Kirche infallibel und im Glauben einig sei, vernichtet, c. den Papisten, die sich oft auf die Zeugnisse von Lutheranern berufen, mit demselben Schwert begegnet, d. die Beschuldigung, als sei unsere Kirche eine ketzerische und neue, widerlegt und e. die uns so oft gestellte Frage, wo unsere Kirche vor Luther gewesen sei, beantwortet wird. Im zweiten Capitel des Proömiums werden hierauf den Papisten die Vorwände genommen, unter welchen sie etwa die Beweiskraft leugnen dürften, die in den aus römisch⸗katholischen Schriftstellern genommenen Zeugnissen für die evangelische Wahrheit liegt. Im dritten Capitel gibt Gerhard sodann Nachricht über einige der von ihm in dem Werke citirten Schriftstellen, um das Gewicht ihres Zeugnisses in das Licht zu stellen. In dem ersten Theile wird 1. gehandelt von dem Princip und den Mitteln unserer wahrhaft katholischen, und 2. von dem Princip und den Mitteln der päbstlichen Religion; in dem zweiten Theile von dem Worte Gottes, von Christo, von dem Pabst, den Concilien und der Kirche; in dem dritten von den Clerikern, Mönchen, Laien, dem Fegefeuer, von der Seligkeit und der Verehrung der Heiligen, von den Sacramenten, von der Taufe, der Confirmation, der Eucharistie und der Messe; in dem vierten endlich von der Buße, der letzten Oelung, Ordination und Ehe, von der Gnade des ersten Menschen, von der Verlierung derselben und dem Stande der Sünde, von der Gnade überhaupt und dem freien Willen, von der Rechtfertigung und den guten Werken. Unter diesen Titeln werden denn alle zwischen uns und den Römisch⸗Katholischen streitigen Puncte in oben angegebener Methode behandelt, und zwar nicht nur die dogmatischen und moralischen, sondern auch alle anderen Controverspuncte von einiger Bedeutung. So enthält das Werk z. B. eigene Capitel von den prophetischen Vorhersagungen des Werkes der Reformation, von den Ursachen, die dasselbe veranlaßt haben, von der Beschaffenheit des Werkzeuges (Luthers), dessen Gott sich dabei bedient hat, von den Elogien, welche Glieder der römischen Kirche selbst der unsrigen gegeben haben, von den Mitteln, durch welche das Lutherthum ausgebreitet worden ist ꝛc. Die Thesen mit ihrer Ekthesis allein sind eine vortreffliche Dogmatik in nuce, nicht nur eine Quintessenz der Loci theologici, sondern in vielen Artikeln eine Completirung derselben. Die verschiedenen Vorreden und Dedikationen zu den einzelnen Tomis enthalten als überaus werthvolle Zugaben höchst interessante Excurse, z. B. die erste Dedikation einen geschichtlichen Excurs über die Waldenser, als Antwort auf die Frage, wo die lutherische Kirche vor Luther gewesen sei. Wir gestehen, wenn wir an solche Werke denken, wie die Harmonia Evangelica, die Loci theologici, das Examen Concilii Tridentini und unsere Confessio Catholica, so will uns bedünken, daß durch diese Werke die Hauptarbeit auf dem Gebiet, dem sie angehören, nun für immer gethan sei