# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1856_S263 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 263 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. (Fortsetzung.) Ehe wir das Fach der polemischen Werke unserer Kirche wider die römische Kirche und das Papstthum schließen, können wir nicht unterlassen, noch ein Werk dieser Gattung aufzuführen, von welchem wir glauben, daß dasselbe nicht weniger, als die bereits genannten, in der Bibliothek keines rechtschaffenen evangelisch⸗lutherischen Pfarrers fehlen sollte. Der Titel dieser Schrift ist: Johannis Gerhardi Confessio Catholica, in qua doctrina catholica et evangelica, quam ecclesiae Augustanae Confessioni addictae profitentur, ex Romano-Catholicorum scriptorum suffragiis confirmatur. Francofurti et Lipsiae 1679.“ — Ueber den Verfasser, Johann Gerhard, ist nicht nöthig zu sprechen, da wir schon bei Recension seiner Loci theologici Gelegenheit genommen haben, die etwa nöthigen Notizen von dem Leben und Entwicklungsgange desselben dem weniger kundigen Leser mitzutheilen. Was das Werk selbst betrifft, so gibt schon der Titel Zweck und Inhalt desselben an. Es ist apologetisch⸗polemischen Characters. Während Gerhard in seinen Locis für die evangelische und wider die römisch⸗katholische Lehre den Beweis κατ᾽ ἀλήθειαν gibt, so gibt er in dem gegenwärtigen Werke den Beweis κατ᾽ ἄνθρωπον; während er nehmlich in jener Schrift die reine Lehre aus Gottes Wort beweist und die entgegengesetzte hieraus widerlegt, so sucht er in dieser Schrift die Gegner durch das von ihnen bereits Anerkannte und von ihnen selbst Ausgesprochene zur Zustimmung zu nöthigen. Gerhard weist nehmlich darin nach, daß vor und nach der Zeit der Reformation römisch⸗katholische Lehrer, welche in der römisch⸗katholischen Kirche in hohem Ansehn stehen, für die von unserer Kirche bekannte Wahrheit an unzähligen Stellen selbst ein unumwundenes Zeugniß ablegen und wider die von uns verworfenen Irrlehren der römischen Kirche selbst mit uns als Zeugen auftreten. Die befolgte Methode ist diese: Zuerst stellt Gerhard in jedem Capitel in kurzen runden Worten seine Thesis auf; hierauf folgt 2. eine Zergliederung und nähere Bestimmung der Thesis, die Ekthesis, um jene von Mißverstand und Mißdeutung zu retten; sodann stellt er 3. seiner eigenen Thesis die Antithesis der papistischen, oder, wenn man will, der treu und streng römisch⸗katholischen, Lehrer entgegen, für welche Antithesis die Belege aus gegnerischen Schriftwerken folgen; darnach wird 4. ein meist kürzerer Beweis der zuerst aufgestellten orthodoxen Thesis aus der Schrift gegeben, woran sich endlich 5. der Haupttheil des Capitels anschließt, in welchem die Suffragia römisch⸗katholischer Scribenten für die richtige Lehre aufgeführt werden. Vielen Capiteln ist noch ein Appendix beigefügt, in welchem die Scheinbeweise der Gegner entkräftet, ihre Ausflüchte abgeschnitten, ihre Klagen, daß man ihnen Vieles wider die Wahrheit aufbürde, beantwortet, und endlich ihre Calumnien gegen unsere Kirche und Lehre als das, was sie sind, bloß gestellt werden. Was den Inhalt und die Anordnung des Stoffs der